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Beratung zu: Fachkräfte und Auszubildende finden

Mann erklärt Auszubildenden etwas einer Werstatt

Wer hilft bei der Suche nach Fachkräften?

Bei der Personalgewinnung von Fachkräften und der Suche nach Auszubildenden mit Behinderung helfen in erster Linie die Arbeitsagenturen, vermittelnde Fachdienste der Integrationsfachdienste und Ausbildungseinrichtungen für Menschen mit Behinderung, Jobbörsen, sowie Personalberatungen.

Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur / Jobbörse der Arbeitsagentur

Eine Hauptaufgabe der Arbeitsagentur ist es, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu vermitteln und Arbeitgeber bei der Suche nach geeigneten Fachkräften und Auszubildenden, auch mit Behinderung, zu unterstützen.

Unter der zentralen, kostenfreien Telefonnummer 0800 4555520 erhalten Betriebe, die behinderte Menschen ausbilden oder beschäftigen wollen, Unterstützung bei der Bewerbersuche oder Stellenvermittlung und sie werden an die für sie zuständige regionale Arbeitsagentur weitergeleitet.

Hier werden Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen auch beraten zu Fördermöglichkeiten, Fragen des Schwerbehindertenrechts und zur Arbeitsplatzgestaltung.

Für die eigenständige Suche nach Fachkräften und Auszubildenden gibt es eine zentrale Jobbörse. Hier können Betriebe auch Personalbedarf melden und gezielt nach schwerbehinderten oder gleichgestellten Bewerbern suchen. (Option "Erweiterte Suche" / "Weitere Angaben zum Bewerber")

Arbeits- und Ausbildungsplatzsuchende können in der Jobbörse nach passenden Stellen suchen, Stellengesuche und ihren Lebenslauf veröffentlichen.  

Für schwerbehinderte Akademiker bietet die Arbeitsagentur eine zentrale Vermittlungsstelle.

 

Integrationsfachdienste

Integrationsfachdienste (IFD) unterstützen behinderte Menschen bei der beruflichen Integration in das Arbeitsleben und der Sicherung ihres Arbeitsplatzes. Sie sind auch Ansprechpartner für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Schwerbehindertenvertrauensleute, Personal- und Betriebsräte.

Durch unterschiedliche Strukturen in den Bundesländern unterscheiden sich die IFD in ihren Arbeitsfeldern, ihren Zuständigkeiten und den Rahmenbedingungen sehr. Manche IFD werden ausschließlich für schwerbehinderte Menschen aktiv.

Angebote der IFD sind zum Beispiel:

  • individuelle Beratung zu Fragen von Krankheit und Behinderung und deren Auswirkungen am Arbeitsplatz
  • Klärung von Fördermöglichkeiten und Zuschüssen
  • Beratung sowie Unterstützung bei Leistungsproblemen und Konflikten
  • Beratung zur behinderungsgerechten Ausstattung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
  • Entwicklung von Strategien zur Konfliktbewältigung im Arbeitsbereich

Zu den Aufgaben der meisten Integrationsfachdienste gehören neben der Berufsbegleitung auch die Vermittlung geeigneter Arbeitsplätze und die Begleitung behinderter Schulabgänger beim Übergang von der Schule in den Beruf.

Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, die bereit sind, Fachkräfte und Auszubildende mit Behinderung einzustellen, werden von den Integrationsfachdiensten unterstützt durch:

  • Informationen zu rechtlichen und gesetzlichen Bestimmungen bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung
  • Vorauswahl geeigneter Bewerber
  • Hilfe bei der Abwicklung des Einstellungsverfahren
  • Aufklärung über mögliche Förderungen und Hilfe bei den nötigen Verfahren
  • betriebsnahe Unterstützung und Nachbetreuung für angestellte Menschen mit einer Behinderung

Integrationsfachdienste für Menschen mit Hörbehinderung und Sehbehinderung:

Einige Integrationsfachdienste sind spezialisiert auf die Vermittlung und Berufsbegleitung von Menschen mit Sehbehinderung oder Menschen mit Hörbehinderung. Die Ansprechpartner sind entsprechend ausgebildet und beherrschen z. B. Gebärdensprache.

Integrationsfachdienste handeln im Auftrag der Integrationsämter, Agenturen für Arbeit oder Rehabilitationsträger. Sie können von Betrieben aber direkt kontaktiert werden.

Ausbildungseinrichtungen und Bildungsanbieter

Ausbildungseinrichtungen und Bildungsanbieter, die spezialisiert sind auf die Erstausbildung, Umschulung und Weiterbildung von Menschen mit Behinderungen haben in der Regel eigene Fachdienste für die Vermittlung ihrer Absolventinnen und Absolventen. Dies gilt vor allem für die Berufsbildungswerke und Berufsförderungswerke.

Die meisten dieser Fachvermittlungsdienste unterstützen auch Unternehmen, die Fachkräfte suchen. Sie

  • erstellen Bewerberprofile ihrer Absolventinnen und Absolventen
  • treffen eine Personalvorauswahl für den Betrieb
  • beraten zu Fördermöglichkeiten
  • helfen einstellungsbereiten Betrieben bei der Beantragung von Förderungen

Daneben können Unternehmen über das Stellenportal integrationsverbund.de passende Bewerber und Bewerberinnen finden und Stellenanzeigen schalten.

Das Portal ist eingerichtet von den Berufsförderungswerken, Berufsbildungswerken und den Beruflichen Trainingszentren und bietet auch für Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungseinrichtungen Bewerbungsmöglichkeiten und Zugang zu Stellenangeboten.

Fachkräftenachwuchs sichern durch kooperative Ausbildung:

Viele Ausbildungseinrichtungen bilden in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben aus und können Auszubildende mit Behinderung vermitteln.

Betriebe und Auszubildende werden dabei von der Ausbildungseinrichtung begleitet.

Dies kann im Modell der kooperativen Ausbildung geschehen: Ist ein passender Betrieb gefunden, in dem die fachpraktische Ausbildung stattfinden kann, wird ein Kooperationsvertrag geschlossen.

Der verantwortliche Träger der Ausbildung bleibt die Ausbildungseinrichtung. Sie unterstützt den Betrieb und die Auszubildenden. Zum Beispiel koordiniert sie die Ausbildung mit allen beteiligten Stellen, hilft bei der Klärung von Problemlagen, sorgt für Förderunterricht. Für den Betrieb entstehen bei der kooperativen Ausbildung keine Kosten.

Personalberatungen und Betriebsnahe Dienstleister

Einige Personaldienstleister aus den Bereichen Rehabilitation, Arbeit, Beruf und berufliche Gesundheit helfen betroffenen Menschen nach einer Erkrankung oder bei eintretender Behinderung bei der Neuorientierung, Umschulung, Arbeitsplatzsuche und Arbeitsvermittlung.

Für Unternehmen, die Fachkräfte mit Behinderung suchen, können diese Dienstleister Ansprechpartner sein.

Integrationsfirmen / Inklusionsbetriebe mit Arbeitnehmerüberlassung

Integrationsfirmen (neue Bezeichnung: Inklusionsbetriebe) bieten für behinderte Menschen Arbeitsplätze mit tariflicher oder ortsüblicher Bezahlung und ermöglichen den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Der Anteil schwerbehinderter Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen liegt in Integrationsfirmen bei bis zu 50 Prozent und ist damit höher als in anderen Unternehmen. Integrationsfirmen bieten ihren Kunden Industrie- und andere Dienstleistungen in verschiedenen Branchen - von Gebäudemanagement und Handwerk, über Landschaftspflege, Bürotätigkeiten bis hin zu Hauswirtschaft und Gastronomie.

Einige Integrationsfirmen stellen Arbeitskräfte im Modell der Arbeitnehmerüberlassung zur Verfügung. Dies ist für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen eine Möglichkeit, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Behinderung kennenzulernen und eventuell dauerhaft einzustellen.

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Autorin / Autor: (kn) 2017