Inhalt

Beratung zu: Behinderungsarten und Auswirkungen

Frau mit Muskelerkrankung sitzt lächelnd im Rollstuhl

Wer informiert über Krankheitsbilder?

Was sind die Symptome und Erscheinungsformen bestimmter Erkrankungen und Behinderungen?

Wie wirken sie sich im Berufsleben aus und was muss am Arbeitsplatz beachtet werden?

Informieren und beraten können:

Arbeits- und Betriebsmediziner / Arbeitsmedizinischer Dienst

Jeder Betrieb ist nach dem Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtet, Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen. Diese sollen ihn beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung unterstützen.

Ärztinnen und Ärzte der Fachrichtungen Arbeitsmedizin und Betriebsmedizin beraten Betriebe und Arbeitnehmer auch zur

  • betrieblichen Gesundheitsförderung
  • der Prävention
  • Rehabilitation

Je nach Größe des Betriebs können Arbeits- und Betriebsmediziner Angestellte des Betriebs sein, oder als externe Experten und überbetriebliche Dienste (Arbeitsmedizinischer Dienst) beauftragt werden.

Zu den Aufgaben der Arbeits- und Betriebsmediziner gehören zum Beispiel:

  • die Beratung zur menschengerechten und ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen
  • das Aufdecken von Ursachen für arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen, arbeitsbedingte Erkrankungen, Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle und das Ableiten präventiver Maßnahmen
  • die Integration chronisch Kranker und behinderter Personen in den Arbeitsprozess
  • die Mitwirkung an der Förderung, dem Erhalt und der Wiederherstellung der individuellen Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit

Integrationsfachdienste

Integrationsfachdienste (IFD) unterstützen behinderte Menschen bei der beruflichen Integration in das Arbeitsleben und der Sicherung ihres Arbeitsplatzes. Sie sind auch Ansprechpartner für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Schwerbehindertenvertrauensleute, Personal- und Betriebsräte.

Durch unterschiedliche Strukturen in den Bundesländern unterscheiden sich die IFD in ihren Arbeitsfeldern, ihren Zuständigkeiten und den Rahmenbedingungen sehr. Manche IFD werden ausschließlich für schwerbehinderte Menschen aktiv.

Angebote der IFD sind zum Beispiel:

  • individuelle Beratung zu Fragen von Krankheit und Behinderung und deren Auswirkungen am Arbeitsplatz
  • Klärung von Fördermöglichkeiten und Zuschüssen
  • Beratung sowie Unterstützung bei Leistungsproblemen und Konflikten
  • Beratung zur behinderungsgerechten Ausstattung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
  • Entwicklung von Strategien zur Konfliktbewältigung im Arbeitsbereich

Integrationsfachdienste für Menschen mit Hörbehinderung und Sehbehinderung:

Einige Integrationsfachdienste sind spezialisiert auf die Vermittlung und Berufsbegleitung von Menschen mit Sehbehinderung oder Menschen mit Hörbehinderung. Die Ansprechpartner sind entsprechend ausgebildet und beherrschen z. B. Gebärdensprache.

Sie beraten Betriebe und Belegschaften auch zum Umgang mit sinnesbehinderten Kolleginnen und Kollegen und geben Tipps zum gelingenden Arbeitsalltag.

Integrationsfachdienste handeln im Auftrag der Integrationsämter, Agenturen für Arbeit oder Rehabilitationsträger. Sie können von Betrieben aber direkt kontaktiert werden.

Integrationsämter

Integrationsämter fördern und sichern die berufliche Teilhabe schwerbehinderter Menschen am allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie sind für behinderte Menschen, für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, und für die betrieblichen Interessenvertretungen und Integrationsteams tätig. In jedem Bundesland gibt es mindestens ein Integrationsamt.

Die Aufgaben des Integrationsamtes umfassen nach § 102 SGB IX:

  • die Erhebung und Verwendung der Ausgleichsabgabe
  • den besonderen Kündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen
  • die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben für schwerbehinderte Menschen
  • Schulungs- und Bildungsmaßnahmen für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen und das betriebliche Integrationsteam

Informationen zu Krankheitsbildern und Behinderungsarten:

Mit eigenen Fachdiensten (und in Zusammenarbeit mit den Integrationsfachdiensten) beraten Integrationsämter Betriebe wie Betroffene zu bestimmten Krankheitsbildern. Themen sind zum Beispiel: Hörbehinderung, Sehbehinderung, Sucht und Psychische Erkrankungen.

Auch in den Schulungs- und Bildungsmaßnahmen der Integrationsämter wird über verschiedene Krankheiten und Behinderungen in Bezug auf die Arbeitswelt informiert.

Reha-Beratung der Renten- und Unfallversicherung

Wenn die Erwerbsfähigkeit wegen einer Erkrankung oder Behinderung erheblich gefährdet oder gemindert ist, können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Leistungen zur medizinischen und beruflichen Teilhabe von ihrem jeweils zuständigen Rehabilitationsträger erhalten. Dies sind zumeist die Träger der Rentenversicherung und der Unfallversicherung.

Reha-Beratung und Reha-Management = Unterstützung im Krankheitsfall und bei der Wiedereingliederung in den Beruf

Rehabilitationsberater und -beraterinnen der Renten- und der Unfallversicherung helfen insbesondere den Versicherten, die nicht mehr ohne Probleme an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren können.

Sie erarbeiten geeignete Wiedereingliederungsmaßnahmen, begleiten und überwachen das Verfahren bis zur beruflichen Wiedereingliederung. Sie koordinieren die Zusammenarbeit mit allen am Verfahren Beteiligten und bei Bedarf mit anderen Rehabilitationsträgern.

Wenn die Versicherten damit einverstanden sind, kann die Arbeitgebervertretung in die Gespräche einbezogen werden.

 

Firmenservice der Rentenversicherung zum Thema "Gesunde Mitarbeiter"

Personalverantwortliche, Personal- und Betriebsräte, Werks- und Betriebsärzte und -ärztinnen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des betrieblichen Gesundheitsmanagements erhalten unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 1000 453 Beratung und Information zu den Themen

  • Präventionsmaßnahmen
  • Rehabilitation
  • berufsfördernde Maßnahmen
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Kontakte zu anderen Sozialleistungsträgern für das BGM
  • Unterstützung und Beratung beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement - BEM

Vorträge und Informationsveranstaltungen der Rentenversicherung

Die Reha-Beraterinnen und Reha-Berater der Deutschen Rentenversicherung Bund bieten bundesweit flexibel und am Bedarf orientiert Vorträge und Informationsveranstaltungen zum Thema Rehabilitation und berufliche Wiedereingliederung an.

Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur

Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur unterstützt bei der Besetzung von Ausbildungs- oder Arbeitsstellen oder der Weiterbeschäftigung leistungsgewandelter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Er berät bei Bedarf zu individuellen Unterstützungsmöglichkeiten, bezogen auf den Einzelfall und auf die betreffende Erkrankung oder Behinderung.

Der Technische Beratungsdienst der Agentur für Arbeit ist behilflich, wenn aufgrund von Erkrankungen oder Behinderungen ein Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz behinderungsgerecht gestaltet werden muss und / oder Hilfsmittel benötigt werden, sofern die Arbeitsagentur der zuständige Leistungsträger ist.

Telefonnummer des Arbeitgeber-Services der Bundesagentur für Arbeit: 0800 4 5555 20 

Behinderten- und Selbsthilfeverbände

Behinderten- und Selbsthilfeverbände, die sich für Betroffene und von Betroffenen zu bestimmten Krankheitsbildern und Behinderungsarten gegründet haben, informieren zum großen Teil auch die Öffentlichkeit zu Symptonen und Auswirkungen der betreffenden Erkrankung.

In der Regel sind es die Bundesverbände, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit diese Aufgabe wahrnehmen bzw. die zu Fragen kontaktiert werden können.

Einige Verbände informieren auch zu Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Erkrankung in Bezug auf Schule, Ausbildung und Beruf ergeben.

Seminar- und Bildungsanbieter

Verschiedene Anbieter informieren in Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen zu Krankheitsbildern und Behinderungen in Bezug auf die Arbeitswelt. Die Veranstaltungen richten sich u. a. an Arbeitgeber, Arbeitgeberinnen und Personalverantwortliche, Reha-Fachkräfte und betriebliche Akteure.

Zu den Veranstaltern gehören auch Integrationsämter, Integrationsfachdienste und Behindertenverbände.

Kontakte direkt herstellen:

Autorin / Autor: (kn) 2017