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Übergang ins Berufsleben
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Übergang ins Berufs-Leben

Für junge Menschen mit Behinderungen

ist der Übergang von der Schule ins Arbeits-Leben

schwieriger als für junge Menschen ohne Behinderungen.

Nur wenige junge Menschen mit Behinderungen

bekommen nach der Schule sofort einen Ausbildungs-Platz.

Deswegen werden sie von der Bundes-Agentur für Arbeit besonders unterstützt.

 

Was macht die Bundes-Agentur für Arbeit für Menschen mit Behinderungen?

Die Bundes-Agentur für Arbeit hilft Menschen mit Behinderungen.

Zum Beispiel:

  • wenn sie eine Ausbildung machen möchten
  • wenn sie eine Arbeit suchen
  • Oder wenn Sie Hilfs-Mittel brauchen

Die Reha-Berater von den Agenturen für Arbeit entscheiden darüber,

welche Hilfe und Unterstützung

junge Menschen mit Behinderungen erhalten können.

Diese Hilfe und Unterstützung nennt man:

Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben

 

Zu den Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben

gehören zum Beispiel viele verschiedene Bildungs-Maßnahmen.

Für junge Menschen mit Behinderungen,

die noch keinen Ausbildungs-Platz gefunden haben,

gibt es zum Beispiel:

Berufs-Vorbereitende-Bildungs-Maßnahmen

 

Im Jahr 2021 wollte die Bundesagentur für Arbeit etwa 2,6 Milliarden Euro

für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben ausgeben.

 

Hier werden Schwere Wörter erklärt:

Bundes-Agentur für Arbeit

Alle Menschen in Deutschland sollen eine Arbeit haben.

Darum gibt es die Bundes-Agentur für Arbeit.

Die Bundes-Agentur für Arbeit ist wichtig für den Arbeits-Markt in Deutschland.

Die Bundes-Agentur für Arbeit hilft allen Menschen in Deutschland.

Zum Beispiel:

  • Wenn sie eine Arbeit suchen
  • Oder wenn sie ihre Arbeit verlieren

Die Bundes-Agentur für Arbeit hilft auch den Arbeit-Gebern.

 

Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben

Teilhabe bedeutet: dabei sein, mitmachen können

Teilhabe am Arbeits-Leben bedeutet:

  • Man kann arbeiten
  • Und Geld verdienen

Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben sind Hilfen für die Arbeit.

Zum Beispiel:

  • Hilfen am Arbeits-Platz

Damit Sie Ihren Arbeits-Platz behalten können.

 

  • Umschulungen

Dabei können Sie einen neuen Beruf lernen.

 

  • Berufs-Vorbereitung

Dabei wird geschaut,

welchen Beruf Sie mit Ihrer Behinderung machen können.

Und was Sie zusätzlich lernen müssen.

Zum Beispiel: 

Blinden-Schrift, wenn Sie blind sind.

 

  • Berufs-Ausbildung

Dabei lernen Sie einen Beruf.

 

  • Kurse für die Weiter-Bildung

Dabei lernen Sie etwas für Ihren Beruf.

Damit Sie später noch andere Arbeiten machen können.

Oder schwierigere Arbeiten.

 

Das sind nur ein paar Beispiele.

Es gibt noch mehr Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben.

Für junge Menschen mit erhöhtem Förderbedarf ist der Übergang ins Berufsleben häufig mit mehr Schwierigkeiten verbunden als für ihre Altersgenossinnen und Altersgenossen. Ihnen hilft der gezielte Einsatz von Maßnahmen beim Übergang ins Berufsleben.

Gesetzlicher Hintergrund

Die Reha-Beraterinnen und Reha-Berater der örtlichen Agentur für Arbeit entscheiden darüber, wie

  • benachteiligte Personen,
  • Personen mit (Schwer)Behinderung oder
  • Rehabilitandinnen und Rehabilitanden
    in Bezug auf ihre Teilhabe am Arbeitsleben eingestuft werden und welche Hilfe und Unterstützung sie erhalten können (§ 19 SGB III).

Im Haushaltsjahr 2021 hat die Bundesagentur für Arbeit rund 2,6 Mrd. Euro für die Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben veranschlagt. Dazu gehörten auch verschiedene arbeitsmarktpolitische Leistungen für Jugendliche beim Einstieg ins Berufsleben.

Im Juli 2021 bewilligte die Bundesagentur für Arbeit, „laut Arbeitsmarktpolitische Instrumente für schwerbehinderte Menschen“, bundesweit folgende Unterstützungsmaßnahmen (Anzahl Maßnahmen):

  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung für Menschen mit Behinderungen und Schwerbehinderungen (2.097)
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (1.811)
  • Ausbildungsbegleitende Hilfen (488)
  • Außerbetriebliche Berufsausbildung (206)
  • Berufseinstiegsbegleitung (180)
  • Zuschuss für Menschen im mit Schwerbehinderung im Anschluss an Aus- und Weiterbildung (157)
  • Einstiegsqualifizierung (105)
  • Assistierte Ausbildung (78)

Grundsätzlich gibt es für junge Menschen mit Behinderungen im Berufsbildungssystem drei Möglichkeiten:

  • Duales System: betriebliche und schulische Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf
  • Schulberufssystem: vollzeitschulische Ausbildung in einem gesetzlich anerkannten Beruf
  • Übergangssystem: (Aus-)Bildungsangebote unterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung; kein qualifizierter, anerkannter Ausbildungsabschluss, aber Verbesserung individueller Kompetenzen, Nachholen eines Schulabschlusses, Vorbereitung auf die Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung.

Für Jugendliche, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderungen keine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf absolvieren können, besteht die Möglichkeit, nach § 66 BBiG oder § 42r HwO eine sogenannte Fachpraktikerinnen- beziehungsweise Fachpraktikerausbildung zu machen. Im Jahr 2021 haben bundesweit 6.969 Jugendliche, laut Berufsbildungsbericht von 2022, neue Ausbildungsverträge für eine Fachpraktikerinnen- beziehungsweise Fachpraktikerausbildung abgeschlossen.

Die Assistierte Ausbildung (AsA) 

Die Assistierte Ausbildung (AsA) unterstützt die Auszubildenden und stellt sicher, dass sie die Ausbildung erfolgreich beenden und so den Übergang in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung schaffen können. Sie besteht meist aus zwei Phasen. 

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Ausbildungsbegleitende Hilfen sind nach §§ 75ff. SGB III Maßnahmen für lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen, die über die Vermittlung von betriebs- und ausbildungsüblichen Inhalten hinausgehen.

Außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE)

Die Außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE) wird überwiegend öffentlich finanziert und dient der Versorgung von Jugendlichen mit sozialen Benachteiligungen, mit Lernschwächen oder anderen Behinderungen.

Gesetzlicher Hintergrund: § 76 SGB III Außerbetriebliche Berufsausbildung: „(1) Die Agentur für Arbeit kann förderungsberechtigte junge Menschen durch eine nach § 57 Absatz 1 förderungsfähige Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (außerbetriebliche Berufsausbildung) fördern. Der Anteil betrieblicher Ausbildungsphasen je Ausbildungsjahr muss angemessen sein. (2) Während der Durchführung einer außerbetrieblichen Berufsausbildung sind alle Möglichkeiten wahrzunehmen, um den Übergang der oder des Auszubildenden in ein betriebliches Berufsausbildungsverhältnis zu unterstützen. Die Agentur für Arbeit zahlt dem Träger, der die außerbetriebliche Berufsausbildung durchführt, für jede vorzeitige und nachhaltige Vermittlung aus einer außerbetrieblichen Berufsausbildung in eine betriebliche Berufsausbildung eine Pauschale in Höhe von 2 000 Euro [...]“  

Berufseinstiegsbegleitung (BerEb)

Die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) dient dazu, Jugendliche mit besonderem Förderbedarf darin zu unterstützen, die Haupt-, Mittel- oder Förderschule abzuschließen und danach eine Ausbildung zu beginnen. Der Begleitprozess dauert sechs bis 24 Monate.

Rechtliche Grundlage der Berufseinstiegsbegleitung ist § 49 Drittes Sozialgesetzbuch – SGB III: „(1) Die Agentur für Arbeit kann förderungsbedürftige junge Menschen durch Maßnahmen der Berufseinstiegsbegleitung fördern, um sie beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine Berufsausbildung zu unterstützen, wenn sich Dritte mit mindestens 50 Prozent an der Förderung beteiligen. (2) Förderungsfähig sind Maßnahmen zur individuellen Begleitung und Unterstützung förderungsbedürftiger junger Menschen durch Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleiter, um die Eingliederung der jungen Menschen in eine Berufsausbildung zu erreichen (Berufseinstiegsbegleitung). Unterstützt werden sollen insbesondere das Erreichen des Abschlusses einer allgemeinbildenden Schule, die Berufsorientierung und -wahl, die Suche nach einer Ausbildungsstelle und die Stabilisierung des Berufsausbildungsverhältnisses[...]“ 

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene ohne berufliche Erstausbildung, die das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und aufgrund ihrer Erkrankung oder Behinderung besondere Unterstützung benötigen. Ziele der Maßnahmen sind meist: Vorbereitung und Eingliederung in Ausbildung oder Arbeit oder Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses. In der Regel besuchen die Jugendlichen an zwei Tagen Module beim Träger und absolvieren an drei Tagen Betriebspraktika.

Gesetzlicher Hintergrund: § 51 SGB III Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen: „Die Agentur für Arbeit kann förderungsberechtigte junge Menschen durch berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen fördern, um sie auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorzubereiten oder, wenn die Aufnahme einer Berufsausbildung wegen in ihrer Person liegender Gründe nicht möglich ist, ihnen die berufliche Eingliederung zu erleichtern.“

Metallwerke Renner

Der mittelständische metallverarbeitende Betrieb hat 2018 mit seinem Projekt „Jedem (s)eine Chance“ den NRW-Inklusionspreis gewonnen. Die „Metallwerke Renner“ sehen hier eine Verantwortung als Unternehmen und verfolgen damit zwei Ziele:

1. motivierte und fähige Mitarbeiter zu beschäftigen und 2. dabei auch benachteiligten Jugendlichen einen Einstieg zu ermöglichen. Denn so überwinden die Jugendlichen die Barrieren beim Übergang zwischen Schule und Arbeitsmarkt. Inzwischen sind vier Menschen mit Schwerbehinderung im Unternehmen beschäftigt.

EU-Projekt PROFARM

Das EU-Projekt PROFARM hat seit 2016 Konzepten zur professionellen Begleitung des Übergangs vom Schul- ins Berufsleben für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf in die Soziale Landwirtschaft entwickelt. Sogenannte Teilhabe- oder Entwicklungsbegleiter haben die Gestaltung des persönlichen beruflichen Bildungsweges unterstützt. Insgesamt waren Partnerorganisationen aus Italien, den Niederlanden und Deutschland beteiligt.