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Gute Gründe, einzustellen – gute Gründe, auszubilden
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Gute Gründe einzustellen - Gute Gründe auszubilden

In Deutschland gibt es mehr als 1,5 Millionen offene Arbeits-Stellen.

Das ist der höchste Stand seit der Wieder-Vereinigung von Deutschland.

Vor allem kleinere Unternehmen haben Probleme.

Sie bekommen nicht genug Personal.

Das bedeutet:

Die Unternehmen können nicht so viele Aufträge annehmen.

Das ist gut für arbeits-lose Menschen.

Jetzt haben arbeits-lose Menschen gute Chancen einen neuen Job zu finden.

 

Wie können Unternehmen neue Fach-Kräfte gewinnen?

Sie können Menschen mit Behinderungen ausbilden

Oder einstellen.

Dafür gibt es gute Gründe:

  • Arbeits-lose Menschen mit Behinderungen haben häufig eine bessere Ausbildung als arbeits-lose Menschen ohne Behinderungen.
  • Unternehmen können Geld bei der Ausgleichs-Abgabe sparen.
  • Unternehmen bekommen bei der Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen viel Unterstützung.

Das kann zum Beispiel:

  • Geld
  • Oder personelle Unterstützung am Arbeits-Platz

sein.

 

Hier werden Schwere Wörter erklärt:

Ausgleichs-Abgabe

Wenn Arbeit-Geber keine Menschen mit Schwer-Behinderung beschäftigen,

müssen sie Ausgleichs-Abgabe zahlen.

Dafür gibt es Regeln und Gesetze.

Alles über die Ausgleichs-Abgabe steht in einem Gesetz.

Das Gesetz heißt:

Sozial-Gesetz-Buch 9.

 

Zum Beispiel:

In einer Firma mit 20 Arbeits-Plätzen

muss mindestens ein Mensch mit Schwer-Behinderung beschäftigt sein.

In einer Firma mit 40 Arbeits-Plätzen

müssen 2 Menschen mit Schwer-Behinderung beschäftigt sein.

Einer von 20 Mitarbeitern muss ein Mensch mit Schwer-Behinderung sein:

  • in Firmen
  • in Behörden

Diese Regelung gilt auch für:

Menschen mit einer Gleich-Stellung.

 

Was bedeutet Gleich-Stellung?

Menschen mit einer Schwer-Behinderung

haben einen Grad der Behinderung von 50 und mehr.

Sie haben einen Schwer-Behinderten-Ausweis.

Sie können Hilfen zur Teilhabe am Arbeits-Leben bekommen.

Auch Menschen mit einem Grad der Behinderung von 30 und 40

finden wegen ihrer Behinderung  häufig keinen Arbeits-Platz.

Dann können sie bei der Agentur für Arbeit einen Antrag stellen.

 

In dem Antrag steht:

Sie möchten den Menschen mit Schwer-Behinderung gleich-gestellt werden.

Das bedeutet:

Sie können die gleichen Hilfen bekommen

wie Menschen mit einer Schwer-Behinderung.

So steht es im Sozial-Gesetz-Buch 9.

 

Ausgleichs-Abgabe bedeutet:

In vielen Firmen arbeiten zu wenige Menschen mit Schwer-Behinderung

Und zu wenige Menschen mit einer Gleich-Stellung.

Dann muss die Firma Geld an das Integrations-Amt bezahlen.

Dieses Geld heißt: Ausgleichs-Abgabe.

Fachkräftemangel ist gerade eines der größten Probleme der Unternehmen. Mit mehr als anderthalb Millionen offener Stellen hat Deutschland einen Rekordwert seit der Wende erreicht. Daher fürchten gerade kleinere Unternehmen, ihre Angebote reduzieren zu müssen oder Aufträge zu verlieren, weil ihnen das Personal fehlt.

Bisher stellen manche Unternehmen nur wegen der gesetzlichen Verpflichtung Menschen mit Schwerbehinderungen ein. Denn Unternehmen, die nach § 154 Abs. 1 SGB IX im Jahresdurchschnitt über monatlich mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, müssen auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze Menschen mit einer Schwerbehinderung oder ihnen gleichgestellte Menschen beschäftigen. Was viele Unternehmen noch nicht wissen, Auszubildende werden bei dieser Fünf-Prozent-Regelung doppelt gezählt.

Beispiel:

Ein Unternehmen mit 100 Arbeitsplätzen muss entweder fünf Menschen mit einer Schwerbehinderung sozialversicherungspflichtig beschäftigen oder nur einen beschäftigen und zwei ausbilden. Denn diese zwei Auszubildenden mit einer Schwerbehinderung zählen für vier Personen.

Wer der gesetzlichen Verpflichtung nicht oder nur unzureichend nachkommt, muss eine sogenannte Ausgleichsabgabe zahlen. Die liegt aktuell zwischen 140 und 360 Euro pro Monat und pro unbesetzten Arbeitsplatz. Wenn also ein Unternehmen mit 100 Arbeitsplätzen niemanden mit einer Schwerbehinderung beschäftigt oder ausbildet, muss er 5 x 360 Euro x 12 Monate bezahlen, also 21.600 Euro pro Jahr.

Mit dem REHADAT-Ersparnisrechner kann sich jedes Unternehmen ausrechnen, wie hoch seine Ausgleichsabgabe sein wird und wie viel es sparen könnte, wenn es Personen mit einer Schwerbehinderung einstellt oder ausbildet.

Die Bundesagentur für Arbeit erstellt Statistiken über die Qualifikationsprofile der Menschen ohne und mit Behinderungen, die eine Arbeitsstelle suchen. Dabei stellte sich zuletzt heraus, dass die Menschen mit Behinderungen im Durchschnitt besser qualifiziert sind als diejenigen ohne Behinderungen: Im Jahresdurchschnitt 2021 hatten 55 Prozent der Arbeitslosen mit einer Schwerbehinderung einen Berufs- oder Hochschulabschluss – bei den Arbeitslosen ohne eine Schwerbehinderung waren es nur 45 Prozent.

Die Fachkräftesituation wird in den nächsten Jahren eher schwieriger als leichter werden. Daher ist es heute schon ratsam, verstärkt in die Ausbildung junger Leute zu investieren und sich so seinen eigenen Nachwuchs zu schaffen. Denn der allgemeine Arbeitsmarkt gibt zu wenig her.

Drei gute Gründe sprechen dafür, gerade auch Menschen mit einer Schwerbehinderung auszubilden:

  1. Gute Fachkräfte gewinnen und sich so den eigenen Nachwuchs schaffen
  2. Es gibt finanzielle, organisatorische und personelle Unterstützung für die Ausbildung
  3. Bei der Ausgleichsabgabe doppelt punkten, denn die Auszubildenden zählen doppelt

Aktion Mensch hat einen Leitfaden für Unternehmerinnen und Unternehmer entwickeln lassen, in denen 10 Gründe genannt werden, um Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen:

  1. Gute Fachkräfte gewinnen
  2. Mit Behinderung geht mehr, als man denkt
  3. Mythos Unkündbarkeit
  4. Finanzielle Vorteile durch vielfältige Förderung
  5. Gutes Image fürs Unternehmen
  6. Hohe Mitarbeiterinnen- bzw. Mitarbeiterbindung
  7. Umfangreiche Beratungsangebote
  8. Mehr Vielfalt im Unternehmen
  9. Barrierefreiheit ist gut für alle Beschäftigten
  10. Teamplayer und Organisationstalente