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Fachkräfte einstellen

Im Rahmen des demografischen Wandels sollten Unternehmen prüfen, wie sie bislang ungenutzte Potenziale erschließen können. Im Falle von Menschen mit Behinderungen können so zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt vorhandene Fachkräfte gewonnen werden.

Viele von ihnen haben eine klassische Berufsausbildung absolviert, einige eine weniger bekannte Ausbildung zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker, aber einige warten noch auf eine Chance, sich als Anlernkraft in einem Job zu beweisen. Es gibt also verschiedene Varianten ausgebildeter und qualifizierter Personen in der Arbeitswelt, die manche Betriebe so noch nicht als Fachkräfte im Fokus hatten – und besonders diese werden hier vorgestellt.

Den meisten Unternehmen sind die über 320 klassischen Ausbildungsberufe in den jeweiligen Branchen gut bekannt. In diesen Branchen gibt es viele ausgebildete Menschen mit Behinderungen, die einen Job suchen. Daneben gibt es noch weitere ausgebildete und qualifizierbare Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt, die für Betriebe als Fach- oder Anlernkräfte interessant sind und ebenfalls als Beschäftigte in Frage kommen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Fachpraktikerinnen sowie Fachpraktiker aus über 50 möglichen Berufen, die aus anerkannten Ausbildungsberufen mit reduzierten Inhalten entwickelt wurden.
  • Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, wie Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken.
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer der über 500 existierenden Qualifizierungsbausteine, die aus den Inhalten der Ausbildungsberufe entwickelt wurden.
  • Personen ohne Ausbildung, die für Tätigkeiten angelernt und zunächst für ein Praktikum oder eine Probebeschäftigung in Betracht kommen.
  • Menschen mit besonderem Förderbedarf, die durch individuelle Qualifizierung mittels Jobcoach unterstützt und bei Bedarf später auch weiter begleitet werden.
  • Personen aus Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), die im Betrieb unter anderem zu Beginn auf einem Außenarbeitsplatz der WfbM beschäftigt werden können.
  • Absolventinnen und Absolventen von Förder- oder Hochschulen, die über gezielte Kooperationen gewonnen werden können.

Neben einer Reihe von spezialisierten Jobbörsen sowie regional aktiven Personalvermittlern können Unternehmen Kandidatinnen und Kandidaten mit Behinderungen mit Hilfe von Einrichtungen, wie dem Integrationsfachdienst und dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit, finden.

In manchen Fällen stimmt zwar die Qualifikation oder sie kann im Betrieb grundsätzlich erworben werden. Die eigentliche Herausforderung zur Ausübung der Tätigkeit kann da schon einmal bei den Gegebenheiten im Betrieb oder vor Ort bei der Kundschaft liegen. Auf den ersten Blick scheint dann die Einstellung daran zu scheitern. Dies muss nicht sein, denn durch eine behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung können die für den Job erforderlichen und eingeschränkten oder ausgefallenen Fähigkeiten kompensiert werden.

In der Praxis erreicht man dies durch die Gestaltung

  • des Arbeitsplatzes mit Hilfsmitteln (Raum und Einrichtung),
  • der Arbeitsmittel (Werkzeuge, Geräte, Maschinen, Computer usw.)
  • der Arbeitsorganisation (Arbeitsablauf, Arbeitszeit, Homeoffice usw.) und
  • der Arbeitsumgebung / des Arbeitsumfeldes (Wege, Gebäude, Räume, Klima, Beleuchtung usw.)

und Training sowie Qualifizierung mit entsprechender Unterstützung (Leichte Sprache, Jobcoaching, spezielle Ausbildungsformen usw.).

Institutionen wie beispielsweise die Integrations- / Inklusionsämter und Agenturen für Arbeit bieten dazu Unterstützung durch den Technischen Beratungsdienst und Fördermittel an.

Gut zu wissen

Beschäftigte mit einer Schwerbehinderung oder Gleichstellung haben gegenüber Unternehmen einen Rechtsanspruch auf eine behinderungsgerechte Einrichtung und Unterhaltung der Arbeitsstätte, bei denen sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse möglichst voll einsetzen und entwickeln können.

Gut zu wissen

Prinzipiell sind Unternehmen verpflichtet zu prüfen, ob bei ihnen freie Arbeitsplätze mit Menschen mit einer Schwerbehinderung, insbesondere mit denen bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend gemeldeten Personen, besetzt werden können.

Außerdem muss jeder Betrieb mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf wenigstens fünf Prozent seiner Arbeitsplätze Menschen mit einer Schwerbehinderung beschäftigen. Sollte dies nicht möglich sein, so muss dieser Betrieb eine entsprechende, gestaffelte Ausgleichsabgabe pro unbesetztem Arbeitsplatz zahlen.