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Sag ich's?

Auf die Frage, ob Sie am Arbeitsplatz offen über Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung oder Behinderung sprechen sollten oder nicht, gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Ein Selbst-Test im Internet kann in der Entscheidungsfindung unterstützen.

Der Sag ich's?-Selbst-Test

Es ist eine sehr persönliche Entscheidung, die für jede Person unterschiedlich ausfallen kann. Manchen wird diese Entscheidung schwerer fallen als anderen. Wie Personen sich letztendlich entscheiden, hängt von vielen unterschiedlichen Aspekten ab. Der Selbst-Test, entwickelt am Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation unter der Leitung von Prof. Dr. Mathilde Niehaus, soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit chronischen Erkrankungen niedrigschwellig dabei unterstützen, eine selbstbestimmte und informierte Entscheidung zum Umgang mit ihrer chronischen Erkrankung im Arbeitsumfeld zu treffen.

Was der Test kann:

  • Betroffene dabei unterstützen, ihre Gedanken zu ordnen;
  • ihnen helfen, Aspekte zu sammeln, die für und gegen die Offenlegung ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung sprechen (basierend auf wissenschaftlicher Forschung);
  • Teilnehmende auf weitere hilfreiche Informationen und Materialien hinweisen;
  • ihnen eine personalisierte Auswertung ihrer Antworten geben.

Die Bearbeitung des Selbst-Tests dauert ca. 20–30 Minuten und erfolgt anonym. Am Ende erhalten Teilnehmende keine Antwort auf die Frage „Sag ich’s oder sag ich’s nicht?“, jedoch diverse Rückmeldungen aus verschiedenen Blickwinkeln. Diese Entscheidung nimmt niemand ab. Der Test kann jedoch dabei unterstützen.

Offenbarungspflicht der Bewerberinnen und Bewerber

Grundsätzlich ist keine Bewerberin und kein Bewerber dazu verpflichtet, gesundheitsbezogene Informationen von sich aus mitzuteilen. Auch schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber sind grundsätzlich nicht verpflichtet, ihre Schwerbehinderung im Vorstellungsgespräch oder Bewerbungsschreiben zu offenbaren. Eine Offenbarungspflicht besteht immer dann, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer erkennen muss, dass wegen der Schwerbehinderung oder aus anderen Gründen die Arbeitsleistung nicht erbracht werden kann oder mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist. Behinderungen und Erkrankungen, die sich nicht auf die konkret geforderte Arbeitsleistung auswirken, müssen nicht offenbart werden.