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Die Stellenausschreibung

Der Text 'Wir suchen Fachkräfte'

Was bei der Stellenanzeige zu beachten ist

Der erste Schritt zu passenden neuen Mitarbeitern oder Mitarbeiterinnen ist die Stellenanzeige, die den richtigen Personenkreis anspricht und zur Bewerbung animiert.

Der Erfolg einer Stellenausschreibung ist von vielen Faktoren wie der Darstellung und Formulierung der Anzeige bis hin zur richtigen Plattform der Veröffentlichung abhängig.

Benachteiligungen vermeiden

Arbeitgeber/innen sollten Arbeitsplatzausschreibungen ausführlich und strukturiert durchführen und die erforderlichen und gewünschten Tätigkeiten und Qualifikationen in der Stellenanzeige stets neutral aufführen. Dabei müssen Stellenanzeigen so formuliert sein, dass sie schwerbehinderte und behinderte Bewerber/innen (und weitere Personengruppen) nicht diskriminieren. Die Benennung von gewünschten Eigenschaften birgt immer das Risiko einer Benachteiligung. Alle objektiven und subjektiven Kriterien, die potentielle Arbeitnehmer/innen erfüllen sollen, sollten ohne Ansehen einer Person formuliert werden. Auf Formulierungen, die das Äußere betreffen, verzichten Arbeitgeber/innen am besten ganz. Denn Bewerber/innen mit sichtbaren Entstellungen oder Verletzungen an Kopf oder Gesicht vermuten bei einer Forderung nach einem "ansprechenden/gepflegten Äußeren" eventuell eine Benachteiligung.

Auch bei der Beschreibung des eigenen Unternehmens sollten keine Formulierungen verwendet werden, die eine Benachteiligung vermuten lassen (z. B. Junges fittes Team sucht Unterstützung).

Denn das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) schützt vor Benachteiligungen im Arbeitsleben wegen einer Behinderung, Religion, Rasse oder ethnischer Herkunft, Alter, sexueller Identität, Weltanschauung und Geschlecht. Zum Anwendungsbereich des Gesetzes gehören neben den Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen auch die Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen für den Zugang zu einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz.

Für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen gilt zudem das Benachteiligungsverbot des Schwerbehindertenrechts in § 81 SGB IX, der diesen Personenkreis bei der Suche und Begründung eines Arbeitsverhältnisses unter besonderen Schutz stellt.

Schadensersatzansprüche

Fehler in einer Ausschreibung, die eine Benachteiligung vermuten lassen, können später nur sehr schwer durch nachgeschobene Gründe getilgt werden. Bewerber/innen, die sich durch eine Anzeige diskriminiert fühlen, können innerhalb von zwei Monaten Schadensersatzansprüche geltend machen. Der Betrieb trägt die Beweislast, dass keine Benachteiligung aufgrund der (Schwer)Behinderung oder anderer Merkmale vorliegt. Es genügt, wenn der oder die erfolglose Bewerber/Bewerberin Indizien vorträgt, die eine Benachteiligung vermuten lassen. Auf ein schuldhaftes Handeln oder eine Benachteiligungsabsicht kommt es dabei nicht an. Die Höhe der Entschädigung ist nicht genau vorgegeben. Sie soll laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz angemessen sein.

Zu den Stellenausschreibungen gehören neben Veröffentlichungen in der Presse und im Internet auch interne Ausschreibungen und Stellenmitteilungen an die Agentur für Arbeit oder an Personalberatungsfirmen.
Beauftragen Arbeitgeber/innen Dritte mit der Erstellung einer Stellenausschreibung, können sie bei einer nicht ordnungsgemäßen Arbeitsplatzausschreibung Konsequenzen treffen, da sie verpflichtet sind, die Ausschreibung sorgfältig zu überprüfen. Bewerbungsaufforderungen, die nur gezielt an eine Person gerichtet sind, werden nicht zur Stellenausschreibung gezählt.

Autorin / Autor: (me) 2017