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Angaben zum Urteil

Entschädigungsklage eines schwerbehinderten Stellenbewerbers wegen Benachteiligung im Auswahlverfahren - Nichteinladung zum Vorstellungsgespräch

Gericht:

ArbG Cottbus


Aktenzeichen:

7 Ca 1113/10


Urteil vom:

01.12.2010



Leitsätze:

1. Die Verpflichtung des öffentlichen Arbeitgebers, mit dem schwerbehinderten Stellenbewerber ein Vorstellungsgespräch zu führen, dient der Chancengleichheit im Bewerbungsverfahren, indem dem strukturell angelegten Chancennachteil von Gesetzes wegen ein entsprechender Chancenvorteil entgegengesetzt wird.

2. Die Nichteinladung eines schwerbehinderten Stellenbewerbers benachteiligt diesen auf Grund seiner Schwerbehinderung, weil ihm der ihm kraft Gesetzes gegebene Chancenvorteil, im persönlichen Vorstellungsgespräch von seinen Vorzügen zu überzeugen, verwehrt bleibt. Hieraus folgt der Entschädigungsanspruch aus § 15 II AGG.

3. Die Verpflichtung zur Führung eines Vorstellungsgespräches ist jeweils bewerberbezogen. Von dieser wird der öffentliche Arbeitgeber auch dann nicht frei, wenn er nach Vorauswahl einzelne schwerbehinderte Bewerber zum Vorstellungsgespräch einlädt, andere aber nicht.


Quelle:

Justizportal Berlin-Brandenburg


Referenznummer:

R/R4998


Weitere Informationen

Themen:
  • Arbeitsplatzsuche / Bewerbung /
  • Benachteiligung / Benachteiligungsverbot /
  • Bewerbungsverfahren / Personalauswahl /
  • Neueinstellung / Stellenbesetzung /
  • Personalauswahl öffentlicher Arbeitgeber

Schlagworte:
  • Arbeitsgerichtsbarkeit /
  • Auswahl /
  • Bewerbung /
  • Bewerbungsgespräch /
  • Bewerbungsverfahren /
  • Diskriminierung /
  • Diskriminierungsverbot /
  • Entschädigungsanspruch /
  • Neueinstellung /
  • öffentlicher Dienst /
  • Stellenbesetzung /
  • Urteil


Informationsstand: 13.07.2011

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