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Angaben zum Urteil

Entschädigungsanspruch wegen unterbliebener Einladung zum Vorstellungsgespräch

Gericht:

LAG Köln 4. Kammer


Aktenzeichen:

4 Sa 1008/11


Urteil vom:

23.12.2011


Grundlage:

SGB IX § 82 S. 2



Leitsätze:

Eine Verletzung des § 82 S. 2 SGB IX begründet die Vermutung, dass eine Benachteiligung im Bewerbungsverfahren wegen der Schwerbehinderung erfolgt ist (BAG 21.07.2009 - 9 AZR 431/08). Das kann, wenn ein schwerbehinderter Mensch nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, einen Entschädigungsanspruch aus § 16 Abs. 2 S. 1 und 2 AGG auslösen, selbst wenn der Bewerber auch bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wäre.

Die Vermutung des § 22 AGG ist aber widerleglich. Sie kann widerlegt sein, wenn ein öffentlicher Arbeitgeber bei 126 Bewerbern um eine Fahrerstelle, von denen 14 schwerbehindert sind, 8 Bewerber, darunter die 2 bestqualifizierten Schwerbehinderten, zu einem Fahrtest einlädt und das Vorgehen sowie die Auswahl der eingeladenen Schwerbehinderten im Einvernehmen mit der Vertrauensperson der Schwerbehinderten trifft.

Fortsetzung/Langtext

Rechtsweg:

ArbG Köln Urteil vom 20.07.2011 - 3 Ca 3655/10
BAG Urteil vom 24.01.2013 - 8 AZR 188/12



Quelle:

Justizportal des Landes NRW


Referenznummer:

R/R3914


Weitere Informationen

Themen:
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) /
  • Arbeitsplatzsuche / Bewerbung /
  • Benachteiligung / Benachteiligungsverbot /
  • Bewerbungsverfahren / Personalauswahl /
  • Neueinstellung / Stellenbesetzung /
  • Personalauswahl öffentlicher Arbeitgeber

Schlagworte:
  • Anforderungsprofil /
  • Arbeitsgerichtsbarkeit /
  • Bewerbung /
  • Bewerbungsgespräch /
  • Bewerbungsverfahren /
  • Diskriminierung /
  • Diskriminierungsverbot /
  • Eignung /
  • Entschädigung /
  • öffentlicher Dienst /
  • Schwerbehindertenvertretung /
  • Stellenausschreibung /
  • Stellenbesetzung /
  • Urteil


Informationsstand: 13.06.2012

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