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Bibliographische Angaben zur Publikation

AGG-Urteile im Monatsrhythmus


Autor/in:

Muschiol, Thomas


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Personalmagazin, 2010, Heft 12, Seite 72-75, Freiburg im Breisgau: Haufe, ISSN: 1438-4558


Jahr:

2010



Abstract:


Beim Bundesarbeitsgericht häufen sich die Entscheidungen mit Bezug zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Zur praktischen Relevanz wurden vier Experten befragt: Doktor Donat Wege arbeitet als Richter am Arbeitsgericht Oldenburg, Doktor Peter H. M. Rambach als Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Doktor Fettweis und Sozien, Doktor Oliver Fröhlich als Rechtsanwalt bei Weber und Partner in Köln und Doktor Barbara Reinhard als Rechtsanwältin bei Beiten Burkhardt.

Sie beleuchten vier Urteile, bewerten die Auswirkungen auf die Praxis und die damit zusammenhängenden Auswirkungen für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) vom 01.09.2010, Aktenzeichen: 5 AZR 700/09 lässt keinen Zweifel an der AGG-Widrigkeit von verlängerten, altersbedingten, nach Betriebszugehörigkeit gestaffelten Kündigungsfristen. Das zweite Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 19.08.2010, Aktenzeichen: 8 AZR 466/09 bekräftigt die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz festgelegte Beweislastumkehr: Bei Vermutung einer Benachteiligung muss der Arbeitgeber die diskriminierungsfreie Auswahl beweisen. In welchen Fällen dies jedoch nicht gilt, zeigt das Urteil ebenfalls.

Das dritte Urteil stellt klar, dass allein eine klare und nachvollziehbare Dokumentation im Bewerbungsverfahren schon den Vorwurf einer Diskriminierung ausräumen kann, wie der achte Senat des Bundesarbeitsgerichtes in einer Entscheidung vom 19.09.2010, Aktenzeichen: 8 AZR 370/09 klargestellt hat. Es wurde die Frage behandelt, ob der Arbeitgeber Bewerbungen, nachdem er sich für einen bestimmten Kandidaten entschieden hat, weiterhin prüfen muss.

Im vierten Urteil vom 19.08.2010, Aktenzeichen: 8 AZR 530/09 wird deutlich, dass Personalverantwortliche vor der Schaltung einer Stellenanzeige stets einen AGG-Diskriminierungs-Check durchführen sollten. Dass dieser sich nicht darauf beschränken darf, auf die Einfügung des mitunter sprachlich holprigen weiblich/männlichen Attributs zu achten oder konkrete Alterskorridore zu vermeiden, zeigt die Entscheidung des Gerichts.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) | REHADAT-Recht
Urteil mit Aktenzeichen 8 AZR 370/09 Kein Schadensersatzanspruch wegen Diskriminierung [...] | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Personalmagazin
Homepage: https://www.haufe.de/personal/zeitschrift/personalmagazin/ja...

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Referenznummer:

R/ZS0168/8532


Informationsstand: 20.01.2011

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