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Bibliographische Angaben zur Publikation

Anonymisierte Bewerbungsverfahren

Expertise in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes



Sammelwerk / Reihe:

Research Report Series, Band 27


Autor/in:

Krause, Annabelle; Rinne, Ulf; Zimmermann, Klaus F.


Herausgeber/in:

Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA); Institute for the Study of Labor (IZA); Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2010, 44 Seiten: PDF


Jahr:

2010



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Abstract:


Die Expertise geht der Frage nach, inwieweit anonymisierte Bewerbungsverfahren eine geeignete und praktikable Methode zur Bekämpfung von Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt darstellen. Es werden zunächst Dimensionen und Ausmaß der Diskriminierung auf Grundlage aktueller Befunde der empirischen Literatur dargestellt.

Es zeigt sich, dass dieses Phänomen trotz der zwischenzeitlich in vielen Ländern verankerten institutionellen Rahmenbedingungen zur Beseitigung von Diskriminierung weiterhin verbreitet ist und eine beachtliche Größenordnung hat. Dies ist erstaunlich, da Diskriminierung nicht nur ein großes gesellschaftspolitisches Problem darstellt, sondern auch einen Verzicht auf wirtschaftliche Effizienz und somit einen Wohlfahrtsverlust bewirkt.

In der öffentlichen Diskussion werden deshalb anonymisierte Bewerbungsverfahren als potenziell aussichtsreiche Möglichkeit dargestellt, verschiedene Formen der Diskriminierung im Bewerbungsprozess zu beseitigen. Anhand internationaler Erfahrungen lässt sich das Potenzial eines solchen Verfahrens verdeutlichen. Insgesamt muss dabei konstatiert werden, dass trotz der Erfahrungen aus Modellprojekten in unterschiedlichen Ländern (unter anderem Schweden, Frankreich, Schweiz, Niederlande) die Effekte einer Einführung eines derartigen Verfahrens nach wie vor empirisch noch nicht gründlich genug erforscht sind.

Die Projekte waren mehrheitlich leider nicht darauf ausgelegt, den Erfolg klar zu messen. So gibt es zwar Hinweise darauf, dass sich die intendierten Effekte einstellen, das heißt eine Zunahme der Einladungs- und Einstellungswahrscheinlichkeit von potenziell von Diskriminierung betroffener Personengruppen, aber eine eindeutige Kausalität wurde in den meisten Fällen nicht explizit untersucht.

Auch deshalb sollte sich die Umsetzung anonymisierter Bewerbungsverfahren im Rahmen des von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) in Kooperation mit dem Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) geplanten Modellprojektes an diesen internationalen Erfahrungen orientieren. Das Ziel ist es dabei, Fehler und Nachteile auszuschließen, die sich in anderen Ländern gezeigt haben.

Vor diesem Hintergrund können folgende Handlungsempfehlungen abgeleitet werden: Es erscheint plausibel, ein Verfahren zu implementieren, bei dem statt der herkömmlichen Bewerbungsunterlagen ein um kritische Merkmale bereinigtes, standardisiertes Formular verwendet wird.

Nur auf Grundlage dieses Formulars fällen dann die Personalverantwortlichen eine Entscheidung über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Auf weitere, nicht anonymisierte Unterlagen im Vorfeld des Vorstellungsgespräches kann, bei einem entsprechend aussagekräftigen standardisiertem Formular komplett verzichtet werden.

Die Identifikation der Bewerbenden erfolgt in der anonymisierten Phase auf Grundlage eindeutiger, aber anonymer Bezeichnungen. Schließlich sollte eine erfolgreiche Durchführung des Modellprojektes die Akzeptanz anonymisierter Bewerbungsverfahren durch deutsche Unternehmen deutlich erhöhen können. Auf diese Weise kann eine Basis für zukünftige, breitere Entwicklungen in Richtung eines solchen Vorgehens gelegt werden.

[Aus: Information der Herausgeberin]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA)
Homepage: https://www.iza.org/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV4107


Informationsstand: 12.10.2010

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