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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Produktionshelfer mit Gehörlosigkeit in einem Sägewerk

Arbeitgeber:

Das Unternehmen ist ein Sägewerk. Es stellt mit seinen neun Mitarbeitern überwiegend Latten und Bretter für Paletten aus Holz her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist gehörlos mit einer schweren Störung der eignen Lautsprache. Er ist nicht fähig akustische Informationen, z. B. Signale und Geräusche, wahrzunehmen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis beinhaltet das Merkzeichen RF.

Beruf:

Der Mann wurde mit Hilfe des Integrationsfachdienstes (IFD) für hörgeschädigte Menschen an das Unternehmen vermittelt und nach einem Praktikum als Produktionshelfer eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Der Mann wurde bereits während des Praktikums im Produktionsbereich des Sägewerkes eingesetzt und in dieser Zeit auch durch den IFD am Arbeitsplatz betreut. Er verrichtete dort alle anfallenden Arbeiten, war aber überwiegend für den Zuschnitt der Baumstämme und die Versorgung des Sägegatters mit Material zuständig. Die im Stapel liegenden Baumstämme wurden mit einer Kettensäge von Hand auf Länge geschnitten und anschließend mit einem Gabelstapler auf ein vor dem Sägegatter angeordnetes Transportband gehoben. Diese schwere körperliche Arbeit war sehr belastend und stellte für den Mitarbeiter mit Gehörlosigkeit eine sehr hohe Unfallgefahr dar, da er direkt im Gefahrenbereich arbeitet und keine akustischen Warnhinweise (Geräusche, Signale usw.) hören kann.
Zur Vermeidung der hohen körperlichen Belastungen wurde im Rahmen der Neueinstellung für den Transport und das Ablängen der Baumstämme ein gebrauchter Hydraulikbagger mit Rundholzgreifer und angebautem Sägeaggregat angeschafft. Mit dem am Ausleger des Baggers befestigten Greifer werden die Baumstämme aus dem Stapel gezogen und auf einen mit Maßstab bestückten Sägebock gelegt. Nachdem der Greifer anhand des Maßstabes in die richtige Position gebracht wurde, erfolgt das Ablängen bzw. Sägen des Stammes mit der am Greifer angebauten Säge auf Maß. Alle Funktionen können vom Führerhaus des Baggers aus gesteuert werden, so dass der Mitarbeiter auch keinerlei Unfallgefahr mehr ausgesetzt ist. Nach dem Zuschneiden erfolgt der Transport der Stämme zum Förderband vor dem Sägegatter ebenfalls per Bagger. Die Einarbeitung zum Fahren und Bedienen des Baggers erfolgte durch den Vorgesetzten in Verbindung mit einem Gebärdensprachdolmetscher.

Förderung und Mitwirkung:

Die Anschaffung des gebrauchten Baggers mit Rundholzgreifer und angebautem Sägeaggregat für den neuen Arbeitsplatz, wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zu 40 Prozent gefördert. Der Arbeitgeber erhielt von der Arbeitsagentur einen dreijährigen Lohnkostenzuschuss (1. Jahr 100 %, 2. Jahr 80 %, 3. Jahr 70 %) als Unterstützung zur Eingliederung des vorher arbeitslosen und schwerbehinderten Mitarbeiters. Die Arbeitsagentur förderte außerdem den Gebärdensprachdolmetscher und den IFD.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen, Integrations- bzw. Inklusionsämter, von Integrationsfachdiensten und Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetschern.



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Referenznummer:

R/PB4651



Informationsstand: 12.12.2018