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Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Teilhabe für einen fast gehörlosen Tischler in einer Tischlerei

Arbeitgeber:

Das Unternehmen ist eine Tischlerei, die einzelne Möbel oder komplette Raumlösungen für Kunden plant, fertigt und aufbaut. Das Unternehmen stellte einen Menschen mit einer Hörschädigung neu ein.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat seit seiner Geburt eine sehr geringe Resthörigkeit bzw. eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit und nutzt die Gebärdensprache zur Kommunikation. Hörbare Informationen (z. B. Sprache und Signale) müssen so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Tischler und arbeitete nach seiner Ausbildung bei mehreren Schreinereien immer nur für einen gewissen Zeitraum als Hilfskraft. Durch seine anschließende Arbeitslosigkeit und die behinderungsbedingten Schwierigkeiten einen neunen und längerfristigen Arbeitsplatz zu finden, wurde er von der Arbeitsagentur an ein Bildungszentrum für hörgeschädigte Menschen vermittelt. Das Bildungszentrum bietet verschiedene Maßnahmen zur Ausbildung sowie Vermittlung von und soziale Hilfen für Menschen mit einer Hörschädigung an. Im Rahmen einer qualifizierenden und vermittelnden Maßnahme konnte der Tischler seine fachliche Kompetenz beweisen und wurde vom Bildungszentrum an die Tischlerei für ein Praktikum vermittelt. Während des Praktikums wurden er und der Arbeitgeber weiter vom Bildungszentrum unterstützt. Dabei wurden auch der Arbeitgeber und die Kollegen über die Hörschädigung und deren Auswirkung sowie Möglichkeiten zur Kompensation aufgeklärt. Nach dem Praktikum wurde der Tischler aufgrund seiner Leistungen vom Arbeitgeber eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Tischler arbeitet im Werkstattbereich der Tischlerei und stellt dort die für die Aufträge der Kunden bzw. Möbeleinrichtungen erforderlichen Einzelteile her. Er wird dazu überwiegend an einer neu angeschafften CNC-Holzbearbeitungsmaschine eigesetzt. Der Betriebszustand der CNC-Holzbearbeitungsmaschine wird dabei optisch angezeigt und kann so vom Tischler gut wahrgenommen werden.

Arbeitsorganisation:

Der Arbeitgeber und die Arbeitskollegen nahmen an einem sog. Kollegenseminar beim Integrationsamt teil. Durch das Kollegenseminar wird das gegenseitige Verständnis zwischen hörenden und nichthörenden Kollegen gefördert. Bei wichtigen Arbeitsbesprechungen und Verhandlungsgesprächen kann zur Übersetzung ein Gebärdendolmetscher einbezogen werden, der dazu entsprechend vorher bestellt werden muss. In REHADAT finden Sie auch Gebärdensprachdolmetscher.
Die Kommunikation mit dem Tischler im Unternehmen erfolgt über Notizen, Skizzen sowie Gesten und wie in der Fertigung üblich durch technische Zeichnungen.

Förderung und Mitwirkung:

Die Maßnahme des Bildungsträgers und ein Eingliederungs- bzw. Lohnkostenzuschuss für den Arbeitgeber wurden von der Arbeitsagentur gefördert. Die Anschaffung der CNC-Holzbearbeitungsmaschine wurde vom Integrationsamt bezuschusst. Der Arbeitgeber erhielt außerdem vom Integrationsamt, im Rahmen eines Sonderförderprogrammes, eine finanzielle Förderung zur Einstellung und Eingliederung des Mitarbeiters mit einer Schwerbehinderung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der fördernden Einrichtungen bzw. der Arbeitsagenturen und Integrationsämter.



Link:

REHADAT-talentplus zum Thema Sonderförderprogramm



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Referenznummer:

Pb/110958



Informationsstand: 16.02.2017