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Einstiegsqualifizierung

Ein Mann erklärt einem Auszubildenden einen Metallbohrer

Viele Arbeitgeber/innen haben bereits positive Erfahrungen mit der betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) gemacht. Über 60 Prozent der Betriebe übernehmen die Teilnehmer/innen der EQ im Anschluss in eine betriebliche Ausbildung.

Was ist eine Einstiegsqualifizierung?

Bei der betrieblichen EQ handelt es sich um ein Angebot, das jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen als Brücke in die Berufsausbildung dienen soll.
Die EQ beinhaltet ein sozialversicherungspflichtiges Langzeitpraktikum von sechs bis maximal zwölf Monaten Dauer, das in der Regel am 1. Oktober beginnt. Die Jugendlichen arbeiten in einem Betrieb und erwerben Grundkenntnisse für einen anerkannten Ausbildungsberuf. Eine Übernahme in Ausbildung sollte vom Unternehmen angestrebt werden. Die EQ wird durch ein von den Kammern anerkanntes Zertifikat über die erworbenen Qualifikationen aufgewertet.

Einstiegsqualifizierungen können auch mit gezielten Unterstützungsmaßnahmen kombiniert werden. Aus EQ wird dann EQ Plus. Bei EQ Plus können lernschwächere Jugendliche gezielten Nachhilfeunterricht erhalten, damit sie die EQ erfolgreich absolvieren können. Die Arbeitsagenturen können für solche Fälle beispielsweise "ausbildungsbegleitende Hilfen" bereitstellen.

Zielgruppen

Die EQ richtet sich an Jugendliche, die noch keine 25 Jahre alt sind (begründete Ausnahmen sind möglich) und noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Zur Zielgruppe zählen junge Menschen, die noch nicht in vollem Maße ausbildungsfähig sind. Hierzu gehören neben lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen auch behinderte und schwerbehinderte Jugendliche, soweit nicht der individuelle Förderbedarf eine außerbetriebliche Qualifizierung erfordert.

Wie profitiert Ihr Unternehmen?

Durch den demografischen Wandel und den Trend zum Studium wird es für Unternehmen immer schwieriger, Ausbildungsplätze zu besetzen. Dadurch wird die Möglichkeit, mit einer EQ auch Jugendliche mit schlechteren Noten zu testen, interessanter.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Arbeitgeber/innen müssen sich nicht sofort für die Dauer einer kompletten Ausbildung binden. Sie können den potentiellen Nachwuchs während der EQ erst einmal praxisnah kennen lernen und sehen mehr als Schulzeugnisse aussagen.
  • Bei einer anschließenden Berufsausbildung nach der EQ kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.
  • Noch nicht ausbildende Betriebe können selbst in die Ausbildung einsteigen. Auch Betriebe, die z. B. aufgrund ihrer Spezialisierung nicht alle Anforderungen für eine Komplett-Ausbildung erfüllen, können sich an der EQ beteiligen.
  • Einstiegsqualifizierungen werden durch die Agenturen für Arbeit und die Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende als gesetzliche Regelleistung gefördert. Arbeitgeber/innen, die eine betriebliche EQ durchführen, können durch Zuschüsse zur Vergütung bis zu einer Höhe von 231 Euro monatlich (Stand 08/2016) zuzüglich eines pauschalierten Anteils am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag gefördert werden.

Förderung

Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten bei einer Einstiegsqualifizierung finden Sie hier:

Ansprechpersonen

Personen und Institutionen unter:

Autorin / Autor: (na) 2017