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Ausgleich von Nachteilen im Rahmen der Ausbildung

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Behinderungsbedingt können bestimmte Fähigkeiten eingeschränkt oder ausgefallen sein, die aber zum Erlernen und Umsetzen theoretischer und praktischer Inhalte im Rahmen der Ausbildung erforderlich sind und somit die Voraussetzung für das Absolvieren und Bestehen einer Ausbildung bilden.

Bestimmte Maßnahmen können helfen Nachteile, durch behinderungsbedingte Einschränkungen oder Ausfälle, auszugleichen.

Zu diesen Maßnahmen gehören beispielsweise die:

Verlängerung der Ausbildungszeit

In besonderen Fällen kann die zuständige Kammer auf Antrag der / des Auszubildenden die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung beispielsweise behinderungsbedingt zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist (vgl. § 8 Abs. 2 BBiG / § 27b Abs. 2 HwO).

Am Ende der Seite finden Sie jeweils einen Link zum Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung mit den entsprechenden Paragraphen.

Regelung zur Prüfungszulassung

Azubis mit Behinderung werden auch zur Abschlussprüfung zugelassen, wenn

  • nicht an der Zwischenprüfung teilgenommen,
  • kein schriftlicher Ausbildungsnachweis verfasst oder
  • das Berufsausbildungsverhältnis nicht in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse bzw. in die Lehrlingsrolle eingetragen wurde (vgl. § 43 Abs. 1 Nr. 2 und 3 BBiG und § 36 Abs. 1 Nr. 2 und 3 HwO).

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Prüfungsmodifikation

Je nach Einzelfall können verschiedene Varianten zur Prüfungsmodifikation eingesetzt werden (vgl. § 65 Abs. 1 BBiG § und 42 l Abs. 1 HwO). Sie dienen dabei dem Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile, ohne die eigentlichen Prüfungsanforderungen qualitativ zu verändern.

Folgende Prüfungsmodifikationen sind möglich:

  • besondere Organisation der Prüfung (zum Beispiel in vertrauter Umgebung am Ausbildungsplatz oder Einzel- statt Gruppenprüfung)
  • besondere Gestaltung der Prüfung  (zum Beispiel Zeitverlängerung, Abwandlung der Prüfungsaufgaben oder zusätzliche Erläuterung der Prüfungsaufgaben)
  • Zulassung spezieller Hilfen (zum Beispiel größere Schriftbilder für Prüfungsteilnehmer/innen mit einer Sehbehinderung, technische Hilfsmittel oder Gebärdensprachdolmetscher)

Zur Inanspruchnahme muss der zuständigen Kammer spätestens bei der Anmeldung zur Zwischen- oder Abschlussprüfung der Nachteil mitgeteilt und die Art der Modifikation zur Kompensation erläutert werden.

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Beantragung

Ein behinderungsbedingter Nachteilsausgleich wird bei der zuständigen Kammer durch die Auszubildende / den Auszubildenden beantragt. Der Antrag sollte dabei, mit geeigneten Nachweisen, frühzeitig bei der zuständigen Kammer gestellt werden.

Beispiele für geeignete Nachweise:

  • ärztliche Bescheinigung / psychologisches Gutachten mit behinderungsbedingten Einschränkungen und Möglichkeiten zur Kompensation in Bezug auf die Prüfung
  • Stellungnahme des Ausbildungsbetriebes oder Bildungsträgers
  • Stellungnahme der Berufsschule
  • Kopie des Schwerbehindertenausweises (falls vorhanden)

Förderung

Zur Unterstützung der Ausbildungsbetriebe und Azubis stehen verschiedene Fördermittel zur Verfügung, die u. a. helfen sollen Nachteile auszugleichen und somit eine erfolgreiche Ausbildung zu ermöglichen. Erfahren Sie hier mehr dazu:

Autorin / Autor: (vh) 2017