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Zusatzurlaub

Schwerbehinderten Beschäftigten mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 und mehr steht im Rahmen der Nachteilsausgleiche nach SGB IX ein Zusatzurlaub von in der Regel einer Arbeitswoche zu (5 zusätzliche Tage im Urlaubsjahr). Bei Mitarbeiter/inne/n, die regelmäßig mehr oder weniger als 5 Tage in der Woche arbeiten, erhöht oder vermindert sich der Zusatzurlaub entsprechend. Bei einer Teilzeitbeschäftigung ist ebenfalls die Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage maßgeblich für die Dauer des Zusatzurlaubs.

Anspruchsvoraussetzungen

Der Anspruch auf Zusatzurlaub entsteht ab dem Zeitpunkt, ab dem die Versorgungsverwaltung die Schwerbehinderteneigenschaft feststellt. Den Anspruch auf Zusatzurlaub müssen Beschäftigte beim ihrer Arbeitgeberin oder ihrem Arbeitgeber geltend machen (am besten schriftlich unter Vorlage einer Kopie des Schwerbehindertenausweises).

Anteiliger Zusatzurlaub

Für jeden vollen Monat, in dem die Schwerbehinderteneigenschaft im Arbeitsverhältnis besteht, haben Beschäftigte Anspruch auf 1/12 des Zusatzurlaubs. Ergibt die Berechnung Bruchteile von mindestens einem halben Urlaubstag, werden diese auf ganze Tage aufgerundet. Bei vorzeitigem Ausscheiden von Arbeitnehmer/innen aus dem Beschäftigungsverhältnis gelten die Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes. Wird das Arbeitsverhältnis in der ersten Jahreshälfte beendet, wird der Zusatzurlaub gezwölftelt. Bei einem Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte besteht der volle Anspruch auf den Zusatzurlaub.

Verliert ein schwerbehinderter Mensch seinen Schwerbehindertenstatus durch die Herabstufung seines GdB auf weniger als 50, hat er noch mindestens 3 weitere Monate Anspruch auf Zusatzurlaub (Schutzfrist). Maßgebend ist das Datum des Herabsetzungsbescheides.

Rechtsgrundlage

(ml) 2017