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Schriftdolmetschen

Das Schrift­dolmetschen ist eine Form der barriere­freien Kommuni­kation für Menschen mit Hör­behinderungen. Es gilt als Kommunikations­hilfe gemäß SGB IX sowie dem Bundes­behinderteng­leichstellungs­gesetz bzw. der Landes­gleichstellungs­gesetze der Länder. Beim Schrift­dolmetschen wird das gesprochene Wort (Lautsprache) mit einem Laptop (mit besonders geräusch­armer Tastatur) von einer Schrift­dolmetscherin oder einem Schrift­dolmetscher mitgeschrieben, so dass Menschen mit Hör­behinderungen zeitgleich mitlesen können. Bei größeren Veranstaltungen kann der Text durch einen Beamer auf eine Leinwand übetragen und somit für mehrere Hör­geschädigte lesbar gemacht werden.

Anspruch auf Schriftdolmetschen

Je nach Grad der Hörschädigung haben schwerhörige Menschen in bestimmten Situationen einen Rechtsanspruch auf Kosten­übernahme für die Begleitung einer Schrift­dolmetscherin oder eines Schriftd­olmetschers, wie beispielsweise bei

  • Aus- und Weiterbildung,
  • Vorstellungs­gesprächen,
  • Arbeitsassistenz,
  • Betriebs­versammlungen, Mitarbeiter­besprechungen, beruflichen Besprechungen,
  • Veranstaltungen (Sitzungen, Tagungen, Konferenzen),
  • Arztbesuchen,
  • Krankenhaus, Therapie,
  • Reha­bilitation­smaßnahmen,
  • Gericht,
  • Polizei.

Der Antrag auf Kosten­übernahme muss vor Beginn des Schrift­dolmetscher­einsatzes beim zuständigen Kostenträger gestellt werden (beispielsweise bei Arzt­gesprächen oder im Kranken­haus bei der jeweiligen Krankenkasse).

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(ml) 2019