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Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung ist ein Teil der Sozialversicherung und im SGB V geregelt. Ungefähr 90 Prozent der Bevölkerung sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Bei Krankheit oder Mutterschaft kommt sie für die erforderliche medizinische Hilfe auf (für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation), ausgenommen sind hier die Leistungen, die nach einem Arbeitsunfall oder als Folge einer Berufskrankheit in Anspruch genommen werden (in diesen Fällen ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig.

Pflichtversicherung und Wählbarkeit der Krankenkasse

In Deutschland gbit es die gesetzliche, öffentliche und private Krankenversicherung. Die meisten Auszubildenden und Arbeitnehmer/innen sind pflichtvesichert; auch Selbstständige, Freiberufler/innen und Beamt/innen können eine private Krankenversicherung abschließen; nicht Pflichtversicherte müssen sich gesetzlich oder privat versichern.

Seit dem 1. Januar 1996 hängt die Krankenkassenzugehörigkeit nicht mehr vom jeweiligen Beruf oder der Betriebszugehörigkeit ab. Es ist frei wählbar, ob man Mitglied einer Orts-, Betriebs-, Innungs- oder einer Ersatzkasse versichert sein möchte, wobei Betriebs- und Innungskrankenkassen nur wählbar sind, wenn sie sich durch Satzungsbeschluss für Betriebsfremde geöffnet haben. Für andere gesetzliche Krankenkassen wie zum Beispiel die Knappschaft oder die See-Krankenkasse gelten besondere Wahlrechte.

Wer ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert?

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind automatisch pflichtversichert, wenn ihr regelmäßiger Brutto-Arbeitsverdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze gemäß § 8 SGB V liegt und eine bestimmte Höchstgrenze pro Jahr nicht übersteigt. Mitversichert sind unterhaltsberechtigte Familienangehörige ohne beziehungsweise mit nur geringfügigem eigenem Einkommen.

Außer den Arbeitnehmer/inne/n sind gemäß näherer gesetzlicher Regelungen ebenfalls pflichtversichert:

  • Student/inn/en der staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen,
  • Praktikant/inn/en und Auszubildende des Zweiten Bildungsweges,
  • Rentner/innen, wenn sie in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens überwiegend Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung oder dort familienversichert waren,
  • Menschen mit Behinderung, die in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) beschäftigt sind oder an berufsfördernden Maßnahmen teilnehmen,
  • Arbeitslose, wenn sie Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II erhalten,
  • landwirtschaftliche Unternehmer/innen,
  • Künstler/innen und Publizist/inn/en entsprechend dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG).

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Versicherte, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, haben zum Beispiel Anspruch auf

  • Maßnahmen zur Vorsorge und Früherkennung von bestimmten Krankheiten
  • Präventionsorientierte Zahnheilkunde
  • Medizinisch notwendige Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen
  • Kieferorthopädische Behandlung für Versicherte in der Regel bis zum 18. Lebensjahr
  • Ärztliche und zahnärztliche Behandlung mit freier Wahl unter den zugelassenen Vertragsärzt/inn/en und Vertragszahnärzt/inn/en
  • Schutzimpfungen als medizinische Vorsorgeleistung für berufsbedingte Auslandsaufenthalte, so weit sie in den Satzungen der einzelnen Krankenkassen vorgesehen sind,
  • Arznei-, Verband- und Heilmittel sowie Hilfsmittel,
  • Behandlung im Krankenhaus,
  • Kostenübernahme oder Zuschüsse bei notwendigen Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen (zum Beispiel Kuren, soweit sie nicht von der Rentenversicherung zu erbringen sind, Belastungserprobung, Arbeitstherapie),
  • Krankengeld,
  • Haushaltshilfe, für Versicherte, die ins Krankenhaus müssen oder eine stationäre Maßnahme antreten und dadurch ihren Haushalt nicht weiterführen können, vorausgesetzt, dass in dem betreffenden Haushalt ein Kind lebt, das zu Beginn der Haushaltshilfe das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist,
  • Häusliche Krankenpflege, wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden oder verkürzt werden kann oder so die ärztliche Behandlung gesichert wird,
  • Soziotherapie für Versicherte, die wegen schwerer psychischer Erkrankung nicht in der Lage sind, ärztliche oder ärztlich verordnete Leistungen in Anspruch zu nehmen.
  • Mutterschaftsgeld und Mutterschaftshilfe bei Schwangerschaft und Entbindung,
  • Häusliche Pflege für Frauen, soweit diese wegen Schwangerschaft oder Entbindung erforderlich ist.
(ml) 2017