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Case Management

Der Ansatz des Case Managements (Fallmanagement) ist in den USA in den 70er Jahren entwickelt worden, um die Zersplitterung sozialer Dienstleistungsangebote aufzuheben. Die Methode wurde in den 80er Jahren vor allem durch Wolf Rainer Wendt in Deutschland bekannt gemacht und findet heute auch hierzulande viele Anhänger, allerdings weniger im Bereich der Sozialen Arbeit als in der Pflege, Rehabilitation und im medizinischen Bereich. Das Case Management bezeichnet einen Prozess der Zusammenarbeit eines Case Managers/einer Case Managerin mit seinem/ihrem Klienten(-system), in dem es um das Einschätzen, Planen, Umsetzen, Koordinieren und Überwachen der Aktivitäten aller Betroffenen zur qualitätsvollen und kostensparenden Erbringung einer individuellen Leistung geht.

Case Management und berufliche Teilhabe

Da sich Case Management im Zusammenhang mit dem Konzept beruflicher Teilhabe als ein Verfahren der individuellen Unterstützung von Beschäftigten beim Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit und ihres Arbeitsplatzes versteht, hat die Methode auch mit der Integration von behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen in den Arbeitsmarkt und mit ihrem Anspruch auf selbstbestimmte Teilhabe am beruflichen Leben zu tun. Die Unterstützung kann sich dabei auch auf die über den Einzelfall hinausgehende Akquisition von Arbeitsplätzen und auf den Aufbau einer regionalen Versorgungsstruktur ausweiten.

Case Management in der beruflichen Rehabilitation

In der beruflichen Rehabilitation wird Case Management oder Unterstützungsmanagement eingesetzt, um Arbeits- bzw. Ausbildungsverhältnisse gesundheitlich beeinträchtigter Arbeitnehmer zu erhalten oder auf andere Weise Wege zu finden, eine dauerhafte Wiedereingliederung in das Arbeitsleben bei dem oder der bisherigen Arbeitgeber/in schnell, zielgenau und sparsam zu erreichen. Die Case Manager/innen fungieren dabei als Vermittler/innen zwischen Rehabilitand/in, Arbeitgeber/in und Rehabilitationsträger sowie allen weiteren relevanten Stellen und Diensten.   

Case-Management-Verfahren

Case Management verläuft nach einem Plan, der zusammen mit den Klienten/innen ausgearbeitet wird und der sich in der Regel in mehreren aufeinanderfolgenen Phasen vollzieht:

  • Situationsbeschreibung mit dem oder der betroffenen Arbeitnehmer/in (Erfassung der Aufgabenstellung),
  • Assessment, Bedarfsanalyse (Einschätzung der notwendigen, passgenauen Hilfen),
  • Ablauf-/Entwicklungsplanung der Dienstleistungen, des Eingliederungsplans,
  • Vermittlung der Unterstützung und Steuerung des Hilfeprozesses,
  • Systematische Vernetzung aller Beteiligten/Dienstleistungen im Hinblick auf das angestrebte Ziel und
  • Kontrolle und Bewertung der Dienstleistungen durch verpflichtende Leistungsdokumentation.

Finanzierung des Case Managements

Grundsätzlich ist der Kostenträger der beruflichen Rehabilitation (zum Beispiel die Agentur für Arbeit, der Rentenversicherungsträger, die Berufsgenossenschaft) für die Bewilligung der Leistungen zuständig. Wichtig ist, dass der oder die Case Manager/in rasch eine Klärung der Zuständigkeit herbeiführt und die potenziellen Kostenträger in den weiteren Verlauf des Verfahrens einbindet.

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(ml) 2017