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Belastungserprobung

Die Belastungserprobung ist eine gesetzlich verankerte Maßnahme der medizinischen Rehabilitation (§ 26 Abs. 2 Nr. 7 SGB IX). Der Begriff "Belastungserprobung" stammt aus dem Unfallversicherungsrecht und meint eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme nach Arbeits- oder Wegeunfällen. Die Arbeits- und Belastungserprobung erfolgt aus therapeutischen Gründen und dient der Erprobung und dem Training der Leistungsfähigkeit von arbeitsunfähigen Beschäftigten an ihrem bisherigen Arbeitsplatz.

Abgleich von Arbeitsanforderungen und Arbeitsfähigkeit

Oft umfasst die Belastungserprobung auch Analysen zu den intellektuellen Fähigkeiten eines arbeitsunfähigen/behinderten Menschen, zur psychischen Belastbarkeit, zu Einsatzmöglichkeiten und Einschränkungen bei den Tätigkeiten am Arbeitsplatz (vergleiche Profilmethode). Mit ihrer Hilfe wird zum Abschluss der medizinischen Rehabilitation eine Beziehung hergestellt zwischen der Arbeitsbelastung (Arbeitsanforderungen) und der Fähigkeit des einzelnen Menschen, diese körperlich und geistig-seelisch zu bewältigen. (In diesem Zusammenhang gibt es Überschneidungen mit der Abklärung der beruflichen Eignung und der Arbeitserprobung.)

Vorstufe zur beruflichen Wiedereingliederung

Die Belastungserprobung ist typischerweise eine Vorstufe zur beruflichen Rehabilitation. Sie kann insbesondere auch Hinweise für die Stufenweise Wiedereingliederung am bisherigen Arbeitsplatz liefern. So kann die Belastungserprobung dazu dienen, arbeitsunfähige Beschäftigte nach länger andauernder, schwerer Erkrankung im Rahmen eines ärztlich überwachten Stufenplans schrittweise an die volle Arbeitsbelastung möglichst am bisherigen Arbeitsplatz heranzuführen und auf diese Weise den Übergang zur vollen Berufstätigkeit zu erleichtern.

Leistungsverpflichtet sind die Unfallversicherungsträger bzw. Rentenversicherungsträger (§ 27 Absatz 1 Nummer 7 SGB VII und § 15 Absatz 1 SGB VI) und – nachrangig – die Krankenkassen (§ 42 SGB V).

(ml) 2017