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Behinderung

Menschen gelten im sozialrechtlichen Sinne als behindert (§ 2 Abs. 1 SGB IX), wenn ihre körperlichen oder geistigen Fähigkeiten oder ihre seelische Gesundheit nicht nur vorübergehend (das heißt länger als sechs Monate) von dem altersentsprechenden Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist.

Sie sind von Behinderung bedroht, wenn eine derartige Beeinträchtigung zu erwarten ist. Diese Begriffsbestimmung ist angelehnt an die Vorschläge der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dabei steht das Ziel der Teilhabe an den verschiedenen Lebensbereichen im Vordergrund und nicht mehr tatsächliche oder vermeintliche Defizite.

Behindert, von Behinderung bedroht, schwerbehindert

Das SGB IX unterscheidet drei anspruchsberechtigte Personengruppen:

  • behinderte oder von einer Behinderung bedrohte Menschen,
  • schwerbehinderte Menschen und
  • behinderte Menschen, die den schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sind.

Das SGB IX besteht gegenwärtig aus zwei Teilen (bis 01.01.2018):

Erweiterter Behinderungsbegriff

Mit der stufenweisen Reform des SGB IX durch das Bundesteilhabegesetz wird der bislang gültige (sozialrechtliche) Behinderungsbegriff erweitert und in Anlehnung an die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und die hierzu ergangene Rechtsprechung angepasst.

Ab dem 1. Januar 2018 gilt laut § 2 Abs. 1 SGB IX:

"Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung nach Satz 1 zu erwarten ist."

Demnach entsteht eine Behinderung dadurch, dass ein Mensch mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung auf materielle oder soziale Barrieren in seiner Umwelt stößt. Die gesetzlichen Definitionen von Schwerbehinderung und Gleichstellung ändern sich nicht. Für die Anerkennung bleiben weiterhin die Versorgungsverwaltungen und die Agenturen für Arbeit zuständig.

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(ml) 2017