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Angaben zum Praxisbeispiel

Betriebliches Arbeitstraining für eine Mitarbeiterin mit psychischer Erkrankung bei einem Schokoladenhersteller in der Produktion

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein mittelständischer Schokoladenproduzent mit ca. 200 Beschäftigten. Das Unternehmen wollte einer Mitarbeiterin mit einer Schwerbehinderung Kündigen.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine psychische Erkrankung. Sie reagiert auf neue, veränderte, komplexe sowie stressige Situationen (Leistungs- und Zeitdruck) sehr ängstlich und unsicher. Sie sollte deshalb behinderungsbedingt für einfache, sich wiederholende und klar strukturierte Tätigkeiten eingesetzt werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiterin hat eine Förderschule besucht. Im Anschluss daran war sie als Küchenhelferin in einem Altenheim tätig. Seit vielen Jahren ist sie bei ihrem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Frau war ursprünglich an einem Arbeitsplatz tätig, wo sie die Gussformen für die Schokolade reinigte. Diese einfache Tätigkeit konnte von ihr ohne Zeitdruck ausgeführt werden. Durch eine auftretende Allergie gegen das Reinigungsmittel konnte sie nicht weiter an diesem Arbeitsplatz eingesetzt werden. Sie wurde vom Unternehmen deshalb in die Produktion an die Fertigungsstraße versetzt. Hier hat sie u. a. die Aufgabe die Schokoladentafeln, bei laufendem Produktionsband, zu wenden. Die schnelle Taktvorgabe des Bandes, in Verbindung mit ihrer eigenen Unsicherheit etwas falsch zu machen, machte die Arbeit am Band zu einer großen Belastung für die Mitarbeiterin und ihre Kolleginnen bzw. Kollegen. Der Mitarbeiterin drohte deshalb, da es für sie keine andere Beschäftigungsmöglichkeit mehr im Unternehmen gab, die Kündigung.

Betriebliches Arbeitstraining:

Da der laufenden Betrieb es nicht ermöglicht auf die Ängste und Unsicherheiten der Mitarbeiterin einzugehen und zur Vermeidung der Kündigung, musste eine Lösung gefunden werden, um das Beschäftigungsverhältnis zu erhalten. Eine speziell ausgebildete Arbeitstrainerin bzw. ein Job-Coach wurde auf Rat des Integrationsfachdienstes eingeschaltet. Ihre Aufgabe war es die Frau in einem bestimmten Zeitraum, durch ein Betriebliches Arbeitstraining (Job-Coaching) direkt am Produktionsband, für die Tätigkeit zu qualifizieren und einzuarbeiten. Die Arbeitstrainerin besuchte die Mitarbeiterin dazu ein- bis dreimal wöchentlich in der Produktion - in der Regel wird ein solches Arbeitstraining in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten, bei 40 bis 80 Trainingsstunden, durchgeführt. Im Gespräch mit der Mitarbeiterin stellte sich heraus, dass sie sich klare Arbeitsanweisungen wünscht ohne eigenen Entscheidungsspielraum. Seit Beendigung des Arbeitstrainings erfüllt die Mitarbeiterin die qualitativen und quantitativen Vorgaben an ihrem Arbeitsplatz, was bei ihr zu einem hohen Maß an Selbstbestätigung und Arbeitszufriedenheit führt. Sollten dennoch Probleme auftauchen, kann jederzeit wieder der Integrationsfachdienst eingeschaltet werden.

Förderung und Mitwirkung:

Die Betreuung durch den Integrationsfachdienst bzw. das Betriebliche Arbeitstraining wurde zu 100 Prozent vom zuständigen Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und Integrationsfachdienste.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Ausdauer (psychisch) /
  • IMBA - Kontaktfähigkeit /
  • IMBA - Kritikfähigkeit /
  • IMBA - Kritisierbarkeit /
  • IMBA - Misserfolgstoleranz /
  • IMBA - Ordnungsbereitschaft /
  • IMBA - Selbständigkeit /
  • IMBA - Teamarbeit /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Verantwortung /
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Referenznummer:

R/PB5440



Informationsstand: 31.08.2020