Inhalt

in Praxisbeispielen blättern

  • Beispiel

Angaben zum Praxisbeispiel

Außenarbeitsplätze für Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen in einem Recyclingunternehmen der Automobilindustrie

Arbeitgeber:

Bei dem Tochterunternehmen Mercedes-Benz Gebrauchtteilecenter (MB GTC) GmbH recyceln Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Mercedes-Benz Fahrzeuge. Von Anfang an dabei waren auch Beschäftigte mit Schwerbehinderung aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf sog. Betriebsintegrierten Arbeits- und Berufsbildungsplätzen (BiAP), die auch als Außenarbeitsplätze einer WfbM bezeichnet werden. Das Tochterunternehmen zahlt für die erbrachte Arbeitsleistung der Beschäftigten auf den Außenarbeitsplätzen eine Pauschale an die WfbM.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Beschäftigten der WfbM:

Die Beschäftigten haben unterschiedliche Behinderungen. Sie sind geistig behindert, lernbehindert oder es liegen psychische Störungen vor, die zu einer Schwerbehinderung führen. Behinderungsbedingt ist bei einigen das Auffassungsvermögen eingeschränkt und es kommt zu Schwierigkeiten beim Lernen sowie Merken von komplexen Sachverhalten. Auszuführende Tätigkeiten sollten klar strukturiert sein.

Berufliche Inklusion auf Außenarbeitsplätzen:

Bei der WfbM gab es einen Kfz-Mechaniker und eine Garage, in der zu Beginn der Kooperation mit dem Mercedes-Benz Gebrauchtteilecenter die Beschäftigten der WfbM vorab schon einmal die Demontage der Autos bzw. die später anfallenden Arbeiten trainieren konnten. Nach der Beendigung der Trainingsphase fuhren die ersten Beschäftigten der WfbM, zusammen mit dem Kfz-Mechaniker, zu ihrem ersten Arbeitstag in das Recyclingunternehmen. Seither hat sich über die Jahre die Anzahl der Außenarbeitsplätze der WfbM im Recyclingunternehmen weiter erhöht und es hat sich auch die Form der Qualifizierung und Einarbeitung geändert. Bereits zu Beginn im Berufsbildungsbereich werden geeignete Personen vom betreuenden Fachpersonal der WfbM ausgesucht und angesprochen. Ist die Person interessiert, so wird in einem gemeinsamen Besuch noch einmal die Tätigkeit auf einem Außenarbeitsplatz vor Ort erläutert. Danach erfolgen zunächst einige Praktika beim Recyclingunternehmen. In dieser Zeit und danach bei einer evtl. folgenden Tätigkeit auf einem Außenarbeitsplatz werden die Beschäftigten aus der WfbM von einer ständig anwesenden arbeitsanleitenden Person des Fachpersonals der WfbM eingearbeitet (training on the job) und betreut. Die arbeitsanleitende Person dient auch als Kontaktperson des Recyclingunternehmens vor Ort. Während ihrer Tätigkeit sind die Beschäftigten aus der WfbM dabei verschiedenen Arbeitsteams im Recyclingunternehmen zugeordnet und dort direkt den jeweiligen gruppenleitenden Personen unterstellt. Obwohl sie beim Unternehmen tätig sind, bleiben die auf einem Außenarbeitsplatz eingesetzten vom Status weiter Beschäftigte der WfbM, d. h. sie sind weiter über die WfbM sozial- und unfallversichert und erhalten von der WfbM auch ihr Arbeitsentgelt.
Im Recyclingunternehmen demontieren die Beschäftigten aus der WfbM, zusammen mit ihren nichtbehinderten Kollegen, Personen- und Nutzfahrzeuge umweltgerecht und zerstörungsfrei. Die gebrauchten Fahrzeugteile werden, nach einer genauen Qualitätsprüfung, an Händler und Privatpersonen verkauft.

Förderung und Mitwirkung:

Das Unternehmen erhält zum Ausgleich der außergewöhnlichen Belastungen vom Integrations- bzw. Inklusionsamt einen Beschäftigungssicherungszuschuss und eine Betreuungsaufwandsentschädigung für die erforderliche personelle Unterstützung. Außerdem werden die Beschäftigten mit Schwerbehinderung für das Unternehmen bei der Berechnung der Ausgleichsabgabe berücksichtigt.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

  • Arbeitsaufgabe /
  • Arbeitsleistung /
  • Arbeitsorganisation /
  • Arbeitstraining /
  • Auffassung /
  • Außenarbeitsplatz /
  • Belastbarkeit /
  • berufliche Rehabilitation /
  • Berufsvorbereitung /
  • Beschäftigungssicherungszuschuss /
  • Betreuung /
  • Betreuungsaufwand /
  • Coaching /
  • Demontage /
  • Dienstleistung /
  • Einarbeitung /
  • Eingliederungszuschuss /
  • geistige Arbeit /
  • geistige Behinderung /
  • Integrationsamt /
  • Konzentration /
  • Kraftfahrzeug /
  • Landwirtschaft, Natur und Umwelt /
  • Lernbehinderung /
  • Lernen /
  • Lernen und Wissensanwendung /
  • Lohnkostenzuschuss /
  • Merken /
  • Minderleistung /
  • Organisation /
  • personelle Unterstützung /
  • Praktikum /
  • Projekt /
  • Psyche /
  • psychische Belastbarkeit /
  • psychische Erkrankung /
  • psychosoziale Betreuung /
  • Qualifizierung /
  • Recycling /
  • Selbständigkeit /
  • Soft Skills und Sozialverhallten /
  • Talentplus /
  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen /
  • Umwelttechnik /
  • Werkstatt für behinderte Menschen

  • IMBA - Arbeitsplanung /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Aufmerksamkeit /
  • IMBA - Ausdauer (psychisch) /
  • IMBA - Konzentration /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Selbständigkeit /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Verantwortung /
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen) /
  • MELBA - Arbeitsplanung /
  • MELBA - Auffassung /
  • MELBA - Aufmerksamkeit /
  • MELBA - Ausdauer (psychisch) /
  • MELBA - Konzentration /
  • MELBA - Lernen/Merken /
  • MELBA - Problemlösen /
  • MELBA - Selbständigkeit /
  • MELBA - Umstellung /
  • MELBA - Verantwortung /
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)


Referenznummer:

R/PB5395



Informationsstand: 18.03.2019