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Angaben zum Praxisbeispiel

Betriebliches Eingliederungsmanagement für eine an Borreliose erkrankte Technikredakteurin bei einem großen Elektronikkonzern

1 Unternehmen

Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen großen Elektronikkonzern. Das Ziel des Unternehmens ist es, mit seinen innovativen Produkten, Systemen, fabrikweiten Komplettlösungen und Service für Fertigungs-Prozessautomatisierung und Gebäudetechnik neue Maßstäbe zu setzen, um seiner Kundschaft ein maximales Potenzial zur Produktivitätssteigerung zu erschließen.
Die langzeiterkrankte Mitarbeiterin ist in der Marketing-Abteilung beschäftigt. Nach ihrer Erkrankung stellte sich dem Unternehmen die Frage, ob sie den Aufgaben an ihrem Arbeitsplatz noch gewachsen sei, da sich über Monate keine positive Veränderung abzeichnete.

2 Langzeiterkrankte Mitarbeiterin

Nach einem Insektenstich, während einer betrieblichen Veranstaltung, hatte sich die Mitarbeiterin eine Borreliose-Erkrankung zugezogen. Die spezifische Erkrankung wurde zunächst nicht erkannt, da es sich nicht um eine Standarderkrankung gehandelt hat. Bedingt durch die Folgesymptome der Borreliose war die Frau nicht mehr in der Lage Auto zu fahren, und Bildschirmarbeit verursachte nach wenigen Minuten Schwindel. Gehen von mehr als 10 Minuten war wegen allgemeiner körperlicher Schwäche nicht möglich und es bestand ein massives Schlafbedürfnis. Infolge des langen Krankheitsverlaufs traten außerdem Depressionen auf.

3 Ausbildung und Beruf

Nach dem Abitur absolvierte die Mitarbeiterin ein Studium an einer Fachhochschule mit der Fachrichtung Kommunikation und technische Dokumentation. Seit einigen Jahren ist sie beim Unternehmen als Technikredakteurin beschäftigt.

4 Arbeitsplatz und Arbeitsaufgaben

Die Mitarbeiterin ist im Bereich Marketing-Management tätig. Ihr Aufgabenbereich beinhaltet Bildschirmarbeit und Präsentation. Dies erfordert Flexibilität und Konzentration. Da sie weit vom Arbeitsplatz entfernt wohnt, ist sie darauf angewiesen mit dem Auto zu fahren.

5 Inklusionsprozess


5.1 Beteiligte

Unter Leitung der Betriebsärztin, wurde ein Eingliederungskonzept erstellt und ein Integrationsteam einberufen. Dieses besteht aus internen Stellen (Betriebsärztin, Personalabteilung/Inklusionsbeauftragter des Arbeitgebers) und außerdem aus externen Stellen (Berufsgenossenschaft, Institut für Rehamanagement). Mit Beginn der Zusammenarbeit der internen und externen Stellen wurde ein permanenter Fortschritt im Gesundheitsprozess der Mitarbeiterin erzielt.

5.2 Verlauf und Maßnahme

Durch die Einschaltung der Betriebsärztin wurde die Erkrankung als Arbeitsunfall anerkannt. Der Reha-Manager der Berufsgenossenschaft nahm mit der Betriebsärztin Kontakt auf und vereinbarte eine gemeinsame Besprechung im Betrieb unter Beteiligung des Instituts für Reha-Management. Dieses Institut sollte die ambulante psychologisch-therapeutische Betreuung der Frau durchführen und die berufliche stufenweise Wiedereingliederung direkt am Arbeitsplatz begleiten. Außerdem wurde die soziale Rehabilitation der Frau (aktive Freizeitgestaltung, Mobilität mit dem eigenen Pkw usw.) therapeutisch gefördert.
Die Arbeits- und Belastungserprobung der Frau begann an ihrem Arbeitsplatz mit einer täglichen Arbeitszeit von zunächst drei Stunden. Dabei erfolgte eine fachpsychologische Begleitung der Frau vor Ort im Betrieb durch das Institut für Reha-Management in enger Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin und dem Reha-Manager.
Ein halbes Jahr später konnte die Frau ihrer beruflichen Tätigkeit mit zunächst 30 Stunden in der Woche nachgehen. Sie ist wieder voll in den Arbeitsprozess integriert. Die berufliche Eingliederung der Mitarbeiterin wurde erfolgreich beendet.

6 Förderung

Die Eingliederung wurde von der Berufsgenossenschaft gefördert. Sie übernahm die Kosten (Institut für Reha-Management, Krankengeld bzw. Verletztengeld usw.) für die berufliche Wiedereingliederung.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Berufsgenossenschaft.

Bemerkung:

Das aufgeführte Beispiel wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mit einem Reha-Preis zur Einführung bzw. zum Einsatz eines betrieblichen Eingliederungsmanagements ausgezeichnet.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

R/PB5325



Informationsstand: 11.03.2019