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Angaben zum Praxisbeispiel

Umschulung einer an den Folgen von Arzneimittelmissbrauch suchterkrankten Schwesternhelferin zur Bürokauffrau

Behinderung und Funktionseinschränkung der Frau:

Die Frau unternahm wegen privater Schwierigkeiten einen Selbstmordversuch. In der Folgezeit kam zunehmender Arzneimittelmissbrauch und eine starke Abhängigkeit hinzu. Sie musste ihre Tätigkeit als Schwesternhelferin bei ihrem Arbeitgeber aufgeben und wegen ihrer Abhängigkeit bzw. der Suchterkrankung in stationäre Behandlung. Sie zeigt unterdurchschnittliche intellektuelle Leistungen und traut sich selbst und ihrer Zukunft wenig zu.

Ausbildung und Beruf:

Nach dem Hauptschulabschluss besuchte die Frau, auf Drängen ihrer Eltern, eine land- und hauswirtschaftliche Berufsschule, da sie im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mitarbeiten sollte. Doch schließlich setzte sie sich gegen ihre Eltern durch und begann eine Ausbildung zur Schwesternhelferin. Wegen des Drucks von Seiten der Eltern und anderer privater Probleme empfand sie ihre Situation als immer hoffnungsloser. Sie verlor den Mut, erkrankte und wurde arzneimittelabhängig.

Während eines einjährigen stationären Aufenthaltes bekam sie den Mut, einen beruflichen und privaten Neuanfang zu wagen. Der zuständige Rentenversicherungsträger ließ eine Berufsfindung und Arbeitserprobung in einem Berufsförderungswerk (BFW) durchführen. Die Frau zeigte unterdurchschnittliche intellektuelle Leistungen und hatte große Ängste vor der Zukunft und wenig Zutrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit. Lediglich einfachere Ausbildungsberufe erschienen bei ihr erfolgversprechend. Nach einer beruflichen Vorbereitung im BFW begann sie ihre Ausbildung als Büropraktikerin. Durch das ermutigende Verhalten der Dozenten und der anderen Verantwortlichen gewann die Frau Mut und Vertrauen in die Zukunft. Das war für sie ein Ausgleich für die nach wie vor belastenden und bedrückenden familiären Beziehungen, da sie am Wochenende und in den Ferien zu Hause war und im landwirtschaftlichen Betrieb mithalf.
Die Frau nutzte regelmäßig die Möglichkeit der Beratung beim Psychologischen Dienst des Berufsförderungswerkes und fand zunehmend Kontakt zu ihren Gruppenkollegen. Durch diese unterstützenden Angebote war es möglich, ihr im Rahmen der Durchgängigkeit der BFW-Ausbildungen eine Höherqualifizierung anzubieten, der auch der Rehabilitationsträger zustimmte. So bestand die Frau den Abschluss zur Bürokauffrau mit einem sehr guten Ergebnis. Gegen Ende war sie in der Lage, anderen Kursteilnehmerinnen beim Lernen zu helfen. Nach ihrer Ausbildung fand die Frau eine Anstellung in einem mittelständischen Betrieb, die ihrer Qualifikation entspricht.

Förderung und Mitwirkung:

Die Kosten für die berufliche Wiedereingliederung wurden von der Rentenversicherung getragen. Auf dem Weg zur Inklusion wurde sie vom Berufsförderungswerk begleitet - die Vermittlung zum Berufsförderungswerk erfolgte über die Rentenversicherung.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Telefonnummer der Rentenversicherung und Berufsförderungswerke.



Schlagworte und weitere Informationen

  • Abhängigkeit /
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  • Auffassung /
  • Ausbildung /
  • Belastbarkeit /
  • berufliche Rehabilitation /
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  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Therapie /
  • Umschulung

  • IMBA - Arbeitsplanung /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Ausdauer (psychisch) /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Umstellung /
  • IMBA - Verantwortung /
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen) /
  • MELBA - Arbeitsplanung /
  • MELBA - Auffassung /
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  • MELBA - Umstellung /
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Referenznummer:

R/PB1735



Informationsstand: 24.01.2019