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Angaben zum Praxisbeispiel

Von der Werkstatt für behinderte Menschen zur Pferdebetreuerin mit psychischer Erkrankung

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Familienbetrieb bzw. eine Reitanlage mit drei Beschäftigten.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Teilhabe der Mitarbeiterin:

"Wenn ich meine Mitarbeiterin klonen könnte, würde ich sie dreimal einstellen. Sie ist sehr fleißig, hat sich viel fachliches Wissen angeeignet und hat ein feines Gespür für
die Pferde. Im Umgang mit den Kollegen ist sie inzwischen viel sicherer. Und wenn ich mal am Wochenende nicht da bin, kümmert sie sich selbstständig um den Hof."

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine psychische Erkrankung und ist in Bezug auf Zeit-/Leistungsdruck und sich schnell ändernden Arbeitsabläufen, nur eingeschränkt belastbar. Außerdem hat sie Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen, da ihr die Kontaktaufnahme schwerfällt.

Übergang Schule - Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt:

Nach dem Erreichen des Hauptschulabschlusses und Besuch einer anschließenden berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme wurde die Frau von der Arbeitsagentur an eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) vermittelt. Im Rahmen des dreimonatigen Eingangsverfahrens in der WfbM wurde zunächst ermittelt für welche Tätigkeiten sie eingesetzt werden kann und dementsprechend eine berufliche sowie persönliche Förderung festgelegt. Nach dem Eingangsverfahren wurden im Berufsbildungsbereich zwei Jahre lang die praktischen Fähigkeiten, die Leistungsfähigkeit und die Persönlichkeitsentwicklung geschult sowie gefördert. Im Anschluss erfolgte eine weitere Beschäftigung im Arbeitsbereich der WfbM. Dort lötete sie unter anderem Lampen und fertigte Anschlusskabel an. In ihrer Tätigkeit fühlte sich die Frau unterfordert, hatte aber aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht den Mut sich zu äußern. Nach einiger Zeit der Beschäftigung im Arbeitsbereich konnte sie sich überwinden und kontaktierte den Fachdienst für Arbeitsvermittlung und Inklusionsbegleitung der WfbM, der ihr bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz half. Während eines zweiwöchigen Praktikums beim Familienbetrieb unterstützte der Fachdienst die Frau, indem beispielsweise mit ihr das Verhalten bei Konfliktsituationen besprochen wurde. Um ihr den Übergang von ihrem gewohnten Umfeld in der WfbM zu erleichtern, arbeitete die Frau dort auch weiterhin an einem Tag in der Woche. Durch ihre positive Entwicklung und ihrem stets gewachsenem Selbstbewusstsein wurde die Frau, nach Verlängerung des Praktikums auf sechs Monate, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Frau ist zuständig für die Versorgung sowie Pflege der Pferde.

Eigendarstellung der Mitarbeiterin zur beruflichen Teilhabe:

"Obwohl ich mich im Praktikum sofort gut mit meinem Chef verstanden habe, haben mir meine Kollegen und die Betreuer aus der WfbM am Anfang doch gefehlt. Das hat sich dann aber gelegt. Heute möchte ich auf keinen Fall in die Werkstatt zurück - mein Traum ist es, Tierpflegerin zu werden."

Förderung und Mitwirkung:

Die Inklusion wurde durch das Budget für Arbeit gefördert. Mit dem Budget für Arbeit werden Menschen mit Behinderung beim Übergang von der WfbM auf den ersten Arbeitsmarkt und Arbeitgeber unterstützt. Die Betreuung erfolgte dabei durch den Fachdienst für Arbeitsvermittlung und Inklusionsbegleitung der WfbM. Die Förderung durch das Budget für Arbeit erfolgte durch den Träger der Eingliederungshilfe in dem betreffenden Bundesland für Erwachsene. Zur Förderung durch das Budget für Arbeit gehört auch ein Lohnkostenzuschuss, der an den Arbeitgeber gezahlt wird.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Werkstätten für behinderte Menschen.



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Referenznummer:

Pb/110757



Informationsstand: 09.04.2019