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Angaben zum Praxisbeispiel

Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen in der Inklusionsabteilung der ThyssenKrupp MillServices & Systems GmbH

Arbeitgeber:

ThyssenKrupp MillServices & Systems beschäftigt in Deutschland ca. 2.000 Personen und ist ein technischer Dienstleister mit besonderem Know-how in der Metall erzeugenden sowie verarbeitenden Industrie, aber auch in anderen Branchen mit komplexen Produktionsprozessen. Neben Transportlogistik, Instandhaltung und Verpackung bietet das Unternehmen auch ein Schlackenmanagement an.
Zur Beschäftigung von Menschen mit einer Schwerbehinderung wurde jeweils eine Inklusionsabteilung am Standort Beeckerswerth und am Standort Duisburg Süd gegründet.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Beschäftigten in den Inklusionsabteilungen:

Die Beschäftigten sind körperbehindert, psychisch erkrankt oder sinnesbehindert. Bei denen mit einer körperlichen Behinderung ist überwiegend der Stütz- und Bewegungsapparat betroffen, wodurch langanhaltende physisch stark belastende Tätigkeiten (z. B. das Tragen und Heben von Lasten) vermieden werden sollten. Die Beschäftigten mit einer psychischen Erkrankung sind, z. B. in Bezug auf Zeit-/Leistungsdruck und sich schnell ändernden Arbeitsabläufen, nur sehr eingeschränkt psychisch belastbar. Sie sollten daher nur für klar strukturierte Tätigkeiten eingesetzt werden, bei denen es nur geringfügige Abweichungen im Ablauf gibt und die zeitlich nicht an einem Maschinentakt gebunden sind. Zu den Beschäftigten mit einer Sinnesbehinderung gehören gehörlose Personen, die akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, nicht wahrnehmen können. Eine verbale Kommunikation mit ihnen ist daher nur über Gebärdensprachdolmetschende oder das Lippenablesen möglich. Zum Lippenablesen müssen die Lippen dabei gut zu sehen sein und es muss deutlich sowie langsam gesprochen werden.

Ausbildung und Beruf:

Die Beschäftigten sind Hilfskräfte oder Facharbeiter und wurden neu vom Arbeitgeber für die Inklusionsabteilungen eingestellt oder aus anderen Bereichen des ThyssenKrupp-Konzerns mit Ihrer Zustimmung versetzt. Die Qualifizierung der Beschäftigten für die jeweilige Inklusionsabteilung erfolgte durch interne sowie externe Trainings- und Ausbildungsmaßnahmen. Am Standort Duisburg Süd beispielsweise erwarben einige Beschäftigte, im Rahmen ihrer Fahrschulausbildung, den erforderlichen bzw. vom Auftraggeber der Serviceleistung geforderten Lkw-Führerschein zum Fahren der Kehrmaschinen und den Flurförderschein nach den Vorschriften der Berufsgenossenschaft, um die Kehrwagen betriebsintern zum Waschplatz und zurück zu transportieren.
Während der Trainingsmaßnahmen wurden die Inhalte für die gehörlosen Beschäftigten von zwei gebärdensprachdolmetschenden Personen übersetzt.
In REHADAT finden Sie auch gebärdensprachdolmetschende Personen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Inklusionsabteilung am Standort Duisburg Süd sind die Beschäftigten für die Reinigung der Werksstraßen mit Kehrmaschinen und die Reinigung der Kehrmaschinen an einem Waschplatz zuständig. Aufgrund der starken Schmutz- und Staubbelastungen müssen die eingesetzten Kehrmaschinen oft gereinigt werden. Dies erledigten die kehrmaschinenfahrenden Personen früher selbst. Zur Entlastung der kehrmaschinenfahrenden Personen erfolgt die tägliche Reinigung durch zwei Beschäftigte mit Gehörlosigkeit im Kontischichtrhythmus (kontinuierlicher Schichtwechsel) an einem Arbeits- bzw. Waschplatz, der dazu mit Hochdruckreinigern und einer Beleuchtungsanlage ausgestattet wurde. Neben der Entlastung der kehrmaschinenfahrenden Personen werden durch die tägliche Reinigung auch die Wartungskosten durch den schmutzbedingten Verschleiß gesenkt und es wird außerdem ein Betrieb über 24 Stunden täglich gewährleistet. Das Rangieren der Kehrmaschinen zum Reinigen sowie der Transport zum und vom Waschplatz auf dem Betriebsgelände übernehmen die beiden gehörlosen Beschäftigten selbst - die geforderte Erlaubnis und Qualifikation dazu besitzen sie durch den Flurförderschein.
Die Kommunikation der Kolleginnen und Kollegen mit den gehörlosen Beschäftigten erfolgt über das Lippenablesen, sodass während der Arbeit keine gebärdensprachdolmetschende Person erforderlich ist. Notfalls werden benötigte Informationen auch schriftlich auf Papier vermittelt.

Die Beschäftigten der Inklusionsabteilung am Standort Beeckerswerth versorgen in der Früh- sowie Spätschicht die übrigen Beschäftigten von ThyssenKrupp MillServices & Systems, die an verschiedenen Orten auf dem weitläufigen Gelände des Stahlherstellers bzw. der ThyssenKrupp Steel Europe AG eingesetzt werden (z. B. an den Hochöfen), mit Hilfe von Kleintransportern mit Ausrüstungsgegenständen (persönliche Schutzausrüstung sowie Arbeitskleidung) und Mineralwasser - dies war bisher die zusätzliche Aufgabe der Schichtmeister. Die Schichtmeister haben nun mehr Zeit für die Arbeitsorganisation und die Planung von Maßnahmen zur Gewährleistung eines reibungslosen Arbeitsablaufes.

Die Beschäftigten der Inklusionsabteilungen haben für die praktische Arbeit vor Ort die zuständigen schichtführenden Personen und für sonstige Angelegenheiten eine sozialpädagogische Betreuung sowie die Schwerbehindertenvertretung als Ansprechpersonen. Dank der guten Einarbeitung am Arbeitsplatz ist eine permanente Unterstützung in der Regel nicht notwendig. Aufgrund des Bedarfs an entsprechenden Serviceleistungen und den guten Erfahrungen, sollen am Standort Duisburg Süd weitere Personen eingestellt sowie eine weitere Kehrmaschine angeschafft und am Standort Beeckerswerth zusätzlich die Reinigung der Werksstraßen übernommen werden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die Gründung der beiden Inklusionsabteilungen und der Einsatz von gebärdensprachdolmetschenden Personen wurden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Der Arbeitgeber erhält außerdem vom Integrations- bzw. Inklusionsamt einen Beschäftigungssicherungszuschuss und eine Betreuungsaufwandsentschädigung für die personelle Unterstützung zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastungen.
Der Arbeitgeber erhielt vom jeweiligen Kostenträger (Jobcenter und Rentenversicherung) zusätzlich Eingliederungszuschüsse als Hilfe zur Inklusion der vorher über einen längeren Zeitraum arbeitslosen Beschäftigten mit Schwerbehinderung. Das Jobcenter förderte zusätzlich den Erwerb des Lkw-Führerscheins und Flurförderscheins.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter, Jobcenter und Rentenversicherung.



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  • Transporthilfe /
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  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
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  • ERGOS - Hören /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
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Referenznummer:

Pb/110691



Informationsstand: 21.11.2019