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Was bedeutet „Behinderung“?

Die sozial­recht­liche De­fi­ni­tion von „Be­hinde­rung“ ist vor allem wichtig, um festzulegen, wel­chen Men­schen aus­glei­chen­de Hilfen und Lei­stun­gen zu­ste­hen. An­sprü­che auf be­hin­de­rungs­aus­glei­chende Leis­tungen in Ar­beit und Be­ruf er­ge­ben sich je nach Aus­maß der Beein­trächti­gungen so­wohl für Men­schen mit Behinde­rungen als auch für die Un­ter­neh­men, für die sie ar­bei­ten.

Laut UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zählen zu den Menschen mit Behinde­rungen:

„Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnes­beein­trächti­gungen haben, welche sie in Wechsel­wirkung mit ver­schie­denen Barrie­ren an der vollen, wirksamen und gleich­berech­tig­ten Teilhabe an der Gesell­schaft hindern können.“   (Artikel 1 UN-BRK)

Behindert zu sein bedeutet – abgesehen von den in­di­vi­duel­len ge­sund­heit­lich be­ding­ten Beein­träch­ti­gun­gen bzw. im Zu­sam­men­spiel mit die­sen – bei der Teil­ha­be eingeschränkt zu wer­den bzw. zu sein. Gründe können so­zia­le Ein­stel­lun­gen und Vor­annah­men der Mit­men­schen, bau­liche Barrie­ren, feh­len­de tech­nische Hilfs­mit­tel oder feh­len­de Un­ter­stüt­zung sein.

Behinderungsbegriff der Sozialgesetzgebung

Nach deut­schem Sozial­recht und insbesondere nach dem Reha­bili­ta­tions- und Teil­ha­be­recht im Sozial­gesetz­buch Neun­tes Buch (SGB IX) gel­ten Men­schen als Menschen mit Be­hin­de­run­gen, wenn die Be­din­gun­gen nach § 2 SGB IX erfüllt sind. Dazu zählen Menschen, die chronisch erkrankt bzw. von Behinderung bedroht sind, Menschen mit Behinde­rungen, Men­schen mit an­erkann­ter Schwer­behinderung und ihnen gleich­gestellte Men­schen. Da alle Menschen das Recht darauf haben, gleich­berech­tigt an allen Bereichen des Lebens – und ins­be­son­dere am Ar­beits­leben – teil­zu­ha­ben, stehen ihnen und den Unter­nehmen, die sie beschäftigen, aus­glei­chende und fördernde Leis­tungen und Hilfen zu.

Wie viele Menschen in Deutschland zählen laut Statistik zu den Menschen mit Behinderungen?

 

Statistische Grafik mit der Aufteilung von Behinderungsursachen: 88 Prozent Krankheit, 3 Prozent angeboren, 1 % Unfall, 7 Prozent andere Ursache

  • Nur 3 Prozent aller Be­hin­de­run­gen sind an­ge­bo­ren.
  • Nur wenige entstehen durch Un­fälle oder Be­rufs­krank­hei­ten (1 Prozent).
  • Die meis­ten Be­hin­de­run­gen tre­ten durch Krank­hei­ten im Laufe des Lebens auf (90 Prozent).

„Die“ Behinderung gibt es nicht

Die Vielzahl der unter­schied­lichen gesund­heitlichen Ein­schränkungen und Behinderungen kann sehr unter­schied­liche und individuelle Ausprägungen haben. Wie stark sich funktionale Ein­schränkungen auf die berufliche Teilhabe auswirken, ist von mehreren Faktoren abhängig, beispiels­weise von der Art der Tätigkeit oder den persönlichen Arbeits­bedingungen.

Auf der Seite „Berufliche Teilhabe gestalten – Checklisten“ beschreiben wir, welche Fähigkeiten und Aktivitäten bei unter­schiedl­ichen Behinderungen betroffen sein können und wie behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung (ohne professionelle Unterstützung) machbar ist.