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Aktionsplan

Aktionspläne sind Strategiepapiere, mit deren Hilfe Unternehmen selbstverantwortlich Inklusion in ihrer Firmenkultur verankern können.

Mit Hilfe der Handlungsfelder in einem Aktionsplan sollen der Inklusionsgedanke und damit Inhalte der UN-BRK in die Unternehmensphilosophie, Strukturen und Prozesse eingebunden werden. Hauptziel ist dabei die uneingeschränkte, gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen für ihre Lebenssituation, wozu unter anderem auch der Bereich der Beschäftigung gehört.

Was in einem Aktionsplan steht, das erarbeiten gemeinsam die Beteiligten in einem Unternehmen, wie Unternehmensleitung, inklusionsbeauftragte Person des Unternehmens und die Interessenvertretung der Beschäftigten. Orientieren können sie sich dabei an dem Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung, der zur Unterstützung und Umsetzung von Inklusion Handlungsfelder enthält.

Oft nutzen Unternehmen diese Handlungsfelder als Basis bei der Erarbeitung ihres eigenen Aktionsplans, den sie jedoch betriebsspezifisch entsprechend anpassen und ergänzen. Verständlich, denn der Aktionsplan soll etwas Individuelles sein und berücksichtigt deshalb die Situation in den Unternehmen und daraus abgeleitet die Handlungsfelder mit Bedarf und besonderer Wichtigkeit. Die eigentliche Umsetzung erfolgt dann durch die Auswahl und den Einsatz geeigneter Maßnahmen zur Erreichung der Inklusionsziele in den Handlungsfeldern.

Aktionspläne von Unternehmen gliedern sich beispielsweise in folgende Handlungsfelder:

  • Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Personal (Recruiting, Aus- und Weiterbildung)
  • Gesundheit, Prävention und Rehabilitation
  • Beschäftigung und Arbeitsplatzgestaltung
  • Barrierefreiheit (Bauen, Information und Kommunikation)
  • Mobilität

Gut zu wissen

In Zeiten des Fachkräftemangels und der zunehmend älter werdenden Belegschaften lohnt sich ein Aktionsplan für Unternehmen. Denn 90 Prozent der Menschen mit Behinderungen erwerben diese durch eine Krankheit im Lebens- und Erwerbsverlauf. Ein großer Teil von ihnen ist dabei im erwerbsfähigen Alter und könnte eine Bewerberin beziehungsweise ein Bewerber für das Unternehmen oder eine Mitarbeiterin beziehungsweise ein Mitarbeiter sein, der sich bereits im Unternehmen befindet.

Ein Aktionsplan zur Inklusion berücksichtigt eben diese Gruppen und kann dabei helfen, die nötigen Rahmenbedingungen zur Einstellung, Beschäftigung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu schaffen.

Ein Aktionsplan dient im Wesentlichen als Vorgehensmodell mit einem bestimmten Ablauf zur Erstellung, Handlungsfeldern mit Zielen sowie Maßnahmen zur Umsetzung. Am Ende steht dabei immer die Erfolgskontrolle. Sie ermöglicht anhand der festgelegten Kriterien im Verfahren beziehungsweise Prozess eine Messbarkeit und Beurteilung des Ganzen. Daraus lassen sich Erfolg, Fortschritt sowie weiterer Bedarf erkennen und der Prozess durch Einsatz neuer oder ergänzender Maßnahmen verbessern.

Für das Verfahrensmodell und den Ablauf haben sich dabei acht Schritte in der Praxis als erfolgreich erwiesen. Dieser Ablauf ist  in der Abbildung dargestellt.

Ablaufgrafik eines Aktionsplans: Startschuss, Verbündete gewinnen, Arbeitsgruppe gründen, Handlungsfelder wie Personal, Arbeitsplatz, Produkte/Dienstleistungen, Marketing, usw. benennen, Ziele definieren, Maßnahmen entwickeln und umsetzen, Erfolgskontrolle