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Was ist Behinderung?

behinderungsarten
Bildunterschrift:

Schwerbehindertenstatistik in Deutschland (2015)

Menschen sind behindert, wenn sie für längere Zeit körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben und durch Wechselwirkungen mit ungünstigen personen- sowie umweltbezogenen Faktoren (sogenannte Kontextfaktoren) die Teilhabe an der Gesellschaft eingeschränkt sein kann (vgl. UN-Behindertenrechtskonvention).

In Deutschland gilt ein Mensch als behindert oder von Behinderung bedroht, wenn die Bedingungen nach § 2 SGB IX erfüllt sind.

Nur vier Prozent aller Behinderungen sind angeboren und wenige entstehen durch Unfälle oder Berufskrankheiten (2 Prozent). Die meisten Behinderungen treten durch Krankheiten (86 Prozent) im Laufe des Lebens auf und betreffen somit auch vermehrt Personen im höheren Erwerbsalter – bei den anerkannten Menschen mit Behinderung sind dies etwa 50 Prozent.

Der demografische Wandel und eine immer älter werdende Belegschaft in den Betrieben führt dazu, dass sich Arbeitgeber/innen zunehmend mit dem Thema Behinderung auseinandersetzen müssen.

"Die" Behinderung gibt es nicht

Die Vielzahl der unterschiedlichen gesundheitlichen Einschränkungen und Behinderungen macht es selbst Experten nicht leicht, einen Überblick zu behalten. Hinzu kommt, dass jede Behinderung je nach Ausprägung und individueller Schwere sehr unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Wie stark sich die behinderungsbedingten Einschränkungen auf die berufliche Teilhabe auswirken, ist wiederum von verschiedenen Faktoren abhängig, wie beispielsweise der Art der Tätigkeit und den Bedingungen des beruflichen Umfeldes.

Das Kapitel Behinderungsarten und ihre Auswirkungen gibt einen Überblick darüber, welche Fähigkeiten und Aktivitäten bei den unterschiedlichen Behinderungsarten betroffen sein können und wie die berufliche Teilhabe in den Betrieben funktionieren kann.

Was bedeutet schwerbehindert oder gleichgestellt?

Die Schwere einer Behinderung wird durch den Grad der Behinderung (GdB) ausgedrückt. Der GdB wird von der Versorgungsverwaltung in Zehnergraden von 20 bis 100 festgestellt.

Eine Schwerbehinderung liegt bei einem GdB von 50 oder höher vor. Schwerbehinderte Menschen erhalten einen Schwerbehindertenausweis, der sie zur Inanspruchnahme von besonderen Rechten und Nachteilsausgleichen berechtigt.

Personen, bei denen ein GdB von 30 oder 40 festgestellt ist, können unter bestimmten Voraussetzungen einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden (SGB IX § 2). Auch für gleichgestellte Arbeitnehmer/innen gelten besondere rechtliche Bestimmungen, wie beispielsweise der besondere Kündigungsschutz.

Offizielle Feststellung von Bedeutung

Für die Inanspruchnahme der besonderen Hilfen und Nachteilsausgleiche nach dem Schwerbehindertenrecht ist es notwendig, den Grad der Behinderung förmlich feststellen zu lassen. Auch die Gleichstellung mit einem schwerbehinderten Menschen muss offiziell anerkannt sein, damit die Nachteilausgleiche in Anspruch genommen werden können.

Autorin / Autor: (vh) 2017