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Angaben zum Praxisbeispiel

Gestaltung eines Bildschirmarbeitsplatzes für einen Lageristen mit Blindheit in der Zulieferindustrie

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Automobilzulieferer.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Nach einem Verschluss des Sehnervs ist der Mann blind. Er ist nicht fähig optische Informationen (Texte in Schwarzschrift usw.) wahrzunehmen. Für ihn müssen deshalb optische Informationen so umgewandelt werden, dass sie taktil mit den Fingern (z. B. Brailleschrift) oder akustisch wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis beinhaltet die Merkzeichen B, Bl, H und RF.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann war bisher Abteilungsleiter in der Werkzeugschärferei. In Zusammenarbeit mit Berufsförderungswerk, Rentenversicherungsträger und Arbeitgeber wurde ihm eine berufliche Perspektive im Unternehmen geschaffen. Der Mann durchläuft in einem Berufsförderungswerk (BfW) eine 12-monatige blindentechnische Grundausbildung, in der er z. B. die Brailleschrift und den Umgang mit Blindenhilfsmitteln erlernt. Der Arbeitgeber will ihn danach in der Warenannahme und Werkzeugausgabe beschäftigten. In REHADAT finden Sie auch Berufsförderungswerke, in denen blinde und sehbehinderte Menschen ausgebildet werden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann soll an einem neuen blindengerechten Bildschirmarbeitsplatz in der Warenannahme und Werkzeugausgabe eingesetzt werden. Seine Tätigkeit wird dort eine Kombination aus Büro- und Lagerarbeit sein. An seinem Arbeitsplatz im Büro erledigt er die Verwaltungsaufgaben für die Lagerhaltung (Lieferscheine, Bestellungen usw.) und im Lager selbst übernimmt er die Ein- und Auslagerung der Materialien. Während der Rehabilitationsmaßnahme im Berufsförderungswerk lernt der Mann die Punkt- bzw. Brailleschrift, er erhält ein EDV-Training und wird im Rahmen von Praktika mit seinem neuen Arbeitsplatz vertraut gemacht. Um seine Tätigkeit ausüben zu können, benötigt er einen Screenreader (spezielle Software) für die an den Computer angeschlossene Braillezeile. Die Braillezeile wandelt mit Hilfe des Screenreaders die optischen Bildschirminhalte der Windowsoberfläche und Softwareanwendungen in Computerbraille bzw. Informationen, die mit den Fingern gelesen werden können, um. Über die Braillezeile können auch Schriftstücke in Schwarzschrift, die zuvor in eine Texterkennungssoftware eingescannt wurden, taktil ausgegeben und anschließend von dem Mann mit den Fingern gelesen werden. Alternativ dazu kann er sich die Texte auch über die Sprachausgabe vorlesen lassen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Arbeitsumgebung - Mobilität:

Der Mann absolvierte, im Rahmen der blindentechnischen Grundausbildung, ein Mobilitätstraining. Mit Hilfe eines Langstockes findet er sich auf dem Weg zum Arbeitsplatz zurecht.
In REHADAT finden Sie auch Literatur und Adressen zum Thema Mobilitätstraining für blinde Personen.

Förderung und Mitwirkung:

Die berufliche Wiedereingliederung (blindentechnische Grundausbildung, behinderungsgerechte Gestaltung usw.) wurde vom Rentenversicherungsträger gefördert. In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Deutschen Rentenversicherung.



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Referenznummer:

R/PB5337



Informationsstand: 05.06.2018