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Angaben zum Praxisbeispiel

Gestaltung eines Arbeitsplatzes für einen Lagerarbeiter mit Sehbehinderung in einer Werkzeugmaschinenfabrik

Arbeitgeber:

Das mittelständische Unternehmen ist weltweit im Bereich des Werkzeugmaschinenbaus tätig. Der Arbeitgeber möchte den Personalbestand reduzieren und deshalb einem schwerbehinderten Lagerarbeiter kündigen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist sehbehindert und besitzt nur noch ein minimales Restsehvermögen. Seine Fähigkeit optische Informationen wahrzunehmen ist eingeschränkt. Worte, Zahlen, Zeichen oder Symbole kann er deshalb nur noch durch Vergrößerung erkennen. Eine Orientierung am Arbeitsplatz ist ihm nur auf Grund seiner langjährigen Betriebszugehörigkeit möglich, da er auch Probleme beim Erkennen von Gegenständen und Einrichtungen hat.
Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Sein Schwerbehindertenausweis enthält die Merkzeichen B, G, H, Bl und RF.

Beruf:

Der Mann ist seit vielen Jahren als Lagerarbeiter bei seinem Arbeitgeber beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Mitarbeiter arbeitet im Waren-Lager des Unternehmens. Er transportiert und lagert dort Elektroteile. Wegen seiner Sehbehinderung übernahm ein Kollege die, im Zusammenhang mit der Einlagerung und Entnahme stehenden, schriftlichen Arbeiten (z. B. die Eingangsbestätigung, die Kontrolle der Lieferscheine, die Aufnahme in den Lagerbestand und die Entnahmeregistrierung). Zusätzlich müssen alle relevanten Daten des Lagerbestandes von den Mitarbeitern in ein computerunterstütztes Lagerverwaltungssystem eingegeben werden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Durch den Einsatz eines Kameralesesystems (Bildschirmlesegerät), in Verbindung mit einem PC und Großbildschirm, kann sich der Mitarbeiter die schriftlichen Informationen aus den Lieferscheinen zum Lesen vergrößert anzeigen lassen. Eine auf dem PC installierte Vergrößerungssoftware ermöglicht dem Mitarbeiter das Verfassen von Schriftstücken, z. B. von Materialentnahmescheinen, und die Bedienung des computerunterstützten Lagerverwaltungssystems. Die Informationen können dazu vergrößert auf dem Großbildschirm Ausschnittsweise und in unterschiedlichen Farbkontrasten dargestellt werden. Die Vergrößerungssoftware besitzt auch eine Sprachoption. So können die optischen Bildschirminhalte alternativ über Soundkarte sowie Lautsprecher oder Kopfhörer akustisch ausgegeben bzw. dem Mitarbeiter vorgelesen werden. Mit Hilfe eines Druckers kann sich der Mitarbeiter die Schriftstücke ausdrucken lassen. Zusätzlich benötigt der Mitarbeiter ein mobiles Handkamera-Lesegerät (elektronische Lupe) zur Vergrößerung, damit er die Beschriftungen der Lagerregale lesen kann, um so die betreffenden Teile ein- und auszulagern. Der Einsatz der technischen Hilfsmittel ermöglicht dem Mitarbeiter die vollwertige Erfüllung seiner Tätigkeit, so dass kein Kündigungsgrund mehr besteht.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die Kosten wurden zu 100% vom Integrationsamt übernommen, da es sich speziell um behinderungsbedingte Kosten handelte und durch die Förderung der Arbeitsplatz erhalten werden konnte. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrationsämter.



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  • IMBA - Arbeitszeit /
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Referenznummer:

R/PB5034



Informationsstand: 04.06.2018