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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Dreher mit Sehbehinderung

Arbeitgeber:

In dem Unternehmen werden Komplettlösungen für die Bearbeitung und Lagerung von Schaumstoffen erarbeitet und die dafür benötigten Maschinen, Geräte und Anlagen gebaut.

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Der Mann hat eine Sehbehinderung. Seine Fähigkeit optische Informationen (Zahlen, Zeichen oder Symbole) wahrzunehmen ist eingeschränkt.
Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Dreher und arbeitet seit einigen Jahren bei seinem Arbeitgeber. In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für sehbehinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Mitarbeiter arbeitete bisher als Dreher an einer konventionellen Drehmaschine im Produktionsbereich des Unternehmens. Die Ausführung der Dreharbeiten stellt hohe Anforderungen an das Sehvermögen des Mitarbeiters, da z. B. beim Einstellen der Vorschübe und Schnitttiefen sowie beim Ablesen von Messgeräten für Kontrollzwecke relativ kleine Skalen präzise beobachtet und abgelesen werden müssen.
Diese Aufgaben bereiteten dem Mitarbeiter aufgrund seiner Sehbehinderung zunehmend Schwierigkeiten, welche sich letztendlich in einer erhöhten Fehler- bzw. Ausschussquote bemerkbar machten.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Für die Herstellung der Schaumstoffbearbeitungsmaschinen benötigt das Unternehmen eine hohe Anzahl von Walzen, Rohren und Wellen, welche bisher von Fremdfirmen zugeliefert wurden.
Um dem sehbehinderten Mitarbeiter und seinem ebenfalls schwerbehinderten Arbeitskollegen auch weiterhin einen behinderungsgerechten Einsatz am Arbeitsplatz zu ermöglichen, wurde von dem Arbeitgeber eine CNC-gesteuerte Drehmaschine mit einer Drehlänge von 5.000 mm und einem Drehdurchmesser über dem Maschinenbett von 820 mm angeschafft. Auf diese Weise können Walzen, Rohre und Wellen nun im eigenen Betrieb hergestellt werden. Zusammen mit seinem Arbeitskollegen bedient der Mitarbeiter die neue Maschine in Wechselschicht.
An das Sehvermögen werden keine besonderen Anforderungen mehr gestellt, da alle Zustellbewegungen der Werkzeuge usw. vom Programm vorgenommen werden und auf einem Display in ausreichender Größe angezeigt und abgelesen werden können. Für den Arbeitgeber ergaben sich beträchtliche Kostenvorteile durch die Bearbeitung der Werkstücke auf einer modernen leistungsfähigen Maschine sowie durch die Einsparung von Transport- und Lagerkosten. Ferner kann auf Änderungen und Sonderwünsche der Kunden nun schneller und flexibler reagiert werden.

Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem Integrationsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrationsämter.



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Referenznummer:

R/PB4275



Informationsstand: 02.07.2018