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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Datenverarbeitungskaufmann mit Blindheit

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Großküche.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist blind. Er ist nicht fähig optische Informationen zu erfassen. Optische Informationen müssen daher so umgewandelt werden, dass sie von dem Mann taktil mit den Fingern oder akustisch wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis beinhaltet die Merkzeichen B, Bl, H und RF.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist Datenverarbeitungskaufmann. Nach Beendigung der Ausbildung waren lange Zeit alle Vermittlungsversuche der Arbeitsagentur in eine feste Anstellung ergebnislos, bis er schließlich eine Anstellung im Bürobereich des Arbeitgebers fand.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu Ausbildungseinrichtungen für sehbehinderte und blinde Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Datenverarbeitungskaufmann soll an einem Bildschirmarbeitsplatz arbeiten. An seinem Arbeitsplatz soll er als Systemverantwortlicher am PC alle Waren bewerten, Preise, Bestände usw. überwachen und somit im Bereich des Unternehmens (1.000 bis 1.100 Essen täglich) eine zentrale Anlaufstelle werden. Dieser Arbeitsplatz wurde für ihn neu geschaffen.
Für diesen Aufgabenbereich kam ein spezielles Programm zum Einsatz, an dem der Mitarbeiter geschult werden musste. In der Einarbeitungsphase war außerdem für 10 Stunden pro Woche eine Vorlesekraft erforderlich.

Folgende Aufgaben müssen u. a. von dem Mitarbeiter im Rahmen seiner Tätigkeit am Computer ausgeführt werden:
- Verkaufsartikelgruppen der Handelswaren und Verkaufsartikel anlegen
- Regelmäßige Datensicherung vornehmen
- Rezepturen drucken, Kochanleitung drucken
- Angebote aktualisieren
- Preispflege der Verkaufsartikel
- Verbuchung der Umsätze
- Kassenexport und -import
- Inventur

Der Mitarbeiter benötigt, zur Erfüllung und Ausführung dieser Aufgaben am Computer, folgende Hilfsmittel:
- einen Screenreader zur Umwandlung der grafischen Bildschirminhalte in textliche Informationen, die über ein Ausgabemedium (Braillezeile oder Sprachausgabe mittels Lautsprecher oder Kopfhörer) von dem Mitarbeiter wahrgenommen werden können
- eine Braillezeile zum taktilen Lesen der Bildschirminhalte mittels Fingerabtastung
- ein Scanner-System zum Einscannen von Texten in Schwarzschrift, die mittels Texterkennung und Braillezeile oder Sprachausgabe taktil gelesen oder akustisch ausgegeben werden können
- einen Brailledrucker zum Ausdrucken von Informationen in Brailleschrift
Zusätzlich benutzt der Mitarbeiter noch ein Diktiergerät zum Festhalten von Sprach-Notizen, z. B. zur:
- Wareneingangserfassung und Warenbewegung (Informationen werden vor Ort vom Lagerverantwortlichen auf das Diktiergerät gesprochen)
- Rezeptänderung
- Rezeptkalkulation
- Inventur (von Kollegen auf das Diktiergerät gesprochen)
- Rechnungsfreigabe (nach Aufnahme auf das Diktiergerät in Bezug auf Lieferscheine im System)

Arbeitsumgebung:

Der Mann wurde während eines Mobilitätstrainings geschult seinen Arbeitsweg selbständig mit Hilfe eines Langstockes zu bewältigen.
In REHADAT finden Sie auch Literatur und Adressen zum Thema Mobilitätstraining für blinde Personen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes wurden vom Arbeitsagentur gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst (TBD) der Arbeitsagentur. Zusätzlich übernahm die Arbeitsagentur auch die Kosten für das Mobilitätstraining und die Vorlesekraft.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Telefonnummer der Arbeitsagenturen.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • IMBA - Schreiben /
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  • MELBA - Schreiben


Referenznummer:

R/PB3086



Informationsstand: 05.06.2018