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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Richter mit Blindheit

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist das Justizministerium eines Bundeslandes.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist blind. Er ist nicht fähig optische Informationen wahrzunehmen. Für ihn müssen deshalb optische Informationen so umgewandelt werden, dass sie taktil mit den Fingern (z. B. Brailleschrift) oder akustisch wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis beinhaltet die Merkzeichen B, Bl, H und RF.

Beruf:

Der Mann ist Richter und arbeitet an einem Landgericht.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Richter konnte die ganze Breite seiner Aufgaben nicht selbständig bearbeiten. Seine Kollegen mussten deshalb die für ihn ungeeigneten Fälle übernehmen, da der Arbeitsplatz des Richters dazu nicht mit den erforderlichen Blindenhilfsmitteln ausgestattet war. Das Justizministerium war deshalb bestrebt dem Richter, durch die behinderungsgerechte Gestaltung seines Arbeitsplatzes, ein selbständiges Bearbeiten aller Rechtsfälle zu ermöglichen. Dabei sollte dem blinden Richter besonders die ihm im Deutschen Richtergesetz garantierte persönliche Unabhängigkeit auch tatsächlich gewährt werden.
Ermöglicht wird dies durch ein Laptop mit Braillezeile und Screenreader, dass er in seinem Büro und auch im Gerichtssaal nutzen kann, um Daten und Texte über die Tastatur einzugeben und um sich Informationen (Gesetze und Urteile aus Datenbanken usw.) in Brailleschrift über die Braillezeile ausgeben zu lassen. Im Büro kann an das Laptop, dass dort an das Netzwerk des Landesgerichtes angeschlossen werden kann, noch ein Scanner mit einer Texterkennung angeschlossen werden. So wird das Einscannen von Schriftstücken in Schwarzschrift möglich, welche anschließend mittels Texterkennung und Braillezeile ausgelesen werden können. Alternativ kann sich der Richter die Schriftstücke oder generell gespeicherte Informationen auch mit Hilfe eines Brailledruckers in Brailleschrift ausdrucken lassen. Um das Geräuschniveau beim Druck der Brailleschrift auf ein erträgliches Niveau zu halten, ist eine entsprechende Schallschutzhaube notwendig. Vom Richter kann zusätzlich (zum schnellen und kurzeitigen Festhalten von Informationen) ein elektronisches Notizbuch bzw. Notizgerät mit kompakter Brailletastatur, das zur Übertragung der Informationen auch an den Computer angeschlossen werden kann, benutzt werden. So wird eine Weiterbearbeitung der Kurznotizen am Computer möglich.
Der Richter wurde an sieben Tagen (in Blöcken) von einem Mitarbeiter des Hilfsmittelanbieters im Landgericht in der Bedienung der Hilfsmittel geschult.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung wurde von der Arbeitsagentur gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst (TBD) der Arbeitsagentur.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

R/PB1092



Informationsstand: 07.06.2018