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Angaben zum Praxisbeispiel

Selbstständiger Medienberater für barrierefreie Webseitengestaltung mit Blindheit

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Bei dem Mann wurde im Alter von 12 Jahren Retinitis Pigmentosa diagnostiziert - eine allmählich verlaufende degenerative Erkrankung der Netzhaut. Die Krankheit führte bei ihm zur Erblindung. Er ist nicht fähig optische Informationen wahrzunehmen. Für ihn müssen deshalb optische Informationen so umgewandelt werden, dass sie taktil oder akustisch wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis beinhaltet die Merkzeichen B, Bl, G, H und RF.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann absolvierte im Anschluss an das Abitur ein Studium der Betriebswirtschaftslehre. In dieser Zeit ließ sein Sehvermögen nach - das Gesichtsfeld verengte sich und die Sehschärfe nahm ab. Nachdem er im Bereich der Forschung und Öffentlichkeitsarbeit tätig war, legte sein Interesse für Technik sowie Programmierung und die Mitarbeit in einem Projekt zu barrierefreier Kommunikation den Grundstein für seine heutige selbstständige Tätigkeit als Medienberater für barrierefreie Webseitengestaltung.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Im Rahmen seiner Tätigkeit unterstützt er Behörden sowie Verbände bei der Gestaltung von Internetseiten. In diesem Zusammenhang bietet er Beratung, Informationen, Tests, Gutachten und Workshops für Webentwickler sowie Redakteure an. Da er inzwischen erblindet ist, erlernte er die Brailleschrift und den Einsatz von Blindenhilfsmitteln. Bei der Ausübung seiner Tätigkeit im Büro, bei Kunden und Veranstaltungen nutzt er einen Computer bzw. ein Laptop in Verbindung mit einer speziellen Software (Screenreader), um sich die optischen Bildschirminhalte in Sprache ausgeben zu lassen. Er bevorzugt, wie bei späterblindeten Menschen eher üblich, die Sprachausgabe anstatt der Braillezeile bzw. taktilen Ausgabe in Brailleschrift zum Arbeiten am Computer. Sein Arbeitsplatz ist deshalb nicht mit einer Braillezeile ausgestattet, welche ebenso als Ausgabegerät in Verbindung mit dem Screenreader genutzt werden könnte.

Arbeitsorganisation:

Er beschäftigt eine Arbeitsassistenz in Vollzeit zur Unterstützung, da bei der Überprüfung von Webseiten auf Barrierefreiheit der genaue Charakter bestimmter Elemente nicht immer über den Screenreader erschlossen werden kann und auch die visuelle Anordnung beispielsweise Aufschluss über die Relevanz einzelner Schaltflächen gibt. Die Überprüfung von Kontrastanforderungen ist zwar rein digital möglich, kann aber durch die optische Wahrnehmung der Kontraste beschleunigt werden. Bei Vorträgen und Workshops kann die Arbeitsassistenz zudem bei Kompatibilitätsproblemen zwischen PowerPoint und Screenreader helfen und führt Live-Überprüfungen von Webseiten auf Barrierefreiheit vor.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Der Mann absolvierte ein Mobilitätstraining zur Orientierung mit dem Langstock, mit dessen Hilfe er den Arbeitsweg selbstständig zurücklegen kann. Da er hierbei eine vierspurige Straße überqueren muss, lässt er sich aus Gründen der Effizienz gerne von seiner Arbeitsassistenz unterwegs abholen. So benötigt er nur die halbe Zeit für den Arbeitsweg. Seine Arbeitsassistenz begleitet ihn auch zu Außenterminen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung wurde zu 100 % und die Arbeitsassistenz wird zu 50% vom Integrationsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Fachdienst für Menschen mit Sehbehinderung bzw. dem Integrationsfachdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter und Integrationsfachdienste für Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit.



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Referenznummer:

PB/111014



Informationsstand: 05.09.2018