Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 9.1: Kognition


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 9 Psychische Merkmale

9.1 Kognition

Allgemeine Hinweise
Bewertung: (I)
Zur Bewertung der Psychischen Merkmale ist generell ein fünfstufiger Bewertungsschlüssel auf Ordinalniveau vorgesehen.

9.1.1 Auffassung

Definition:

Auffassung ist die Eigenschaft, zusammengehörige Wahrnehmungs- und/oder Vorstellungsinhalte zu einem Ganzen zusammenfassen und in ihrer Bedeutung erkennen zu können.

Auffassung ist abhängig von den Komponenten Tempo, Genauigkeit und Umfang.

Fähigkeit:

Auffassung ist die Fähigkeit, für die Arbeitstätigkeit relevante Signale (beobachtete Vorgänge, gelesene/ gehörte Informationen, Vorstellungsinhalte) erkennen, verstehen und darüber hinaus in ihrer Bedeutung erfassen zu können.
Auffassung ist abhängig von der jeweiligen Ausprägung ihrer Komponenten: Tempo, Genauigkeit, Umfang.

Anforderung:
Die Anforderung an die Auffassung besteht darin, für die Arbeitstätigkeit relevante Signale (beobachtete Vorgänge, gelesene/gehörte Informationen, Vorstellungsinhalte) erkennen und darüber hinaus in ihrer Bedeutung erfassen zu müssen.

Anmerkung:

Auffassung ist abhängig von der jeweiligen Ausprägung ihrer Komponenten: Tempo, Genauigkeit, Umfang.

9.1.2 Aufmerksamkeit

Definition:

Aufmerksamkeit ist der Zustand gerichteter Wachheit: Die Person ist dabei sowohl bereit als auch fähig, Signale wahrzunehmen und ggf. darauf zu reagieren. Damit ist Aufmerksamkeit auch der prozess der Selektion von Signalen.

Fähigkeit:

Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, Signale der mittelbaren Arbeitsumgebung wahrnehmen und ggf. darauf reagieren zu können.

Anforderung:
Die Anforderung an die Aufmerksamkeit besteht darin, Signale der mittelbaren Arbeitsumgebung wahrnehmen und ggf.
darauf reagieren zu müssen.

9.1.3 Konzentration

Definition:

Konzentration ist die Eigenschaft, aus dem Bewusstsein zugänglichen Inhalten eine willkürliche Auswahl zu treffen, auf die die Aufmerksamkeit (konzentrisch) ausgerichtet wird.

Fähigkeit:

Konzentration ist die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit willkürlich auf die unmittelbar den eigenen Arbeitsvollzug betreffenden Inhalte richten zu können.

Anmerkung:

Auch bei konzentrierter Tätigkeit ist in der Regel Aufmerksamkeit bezüglich der mittelbaren Arbeitsumgebung gegeben.

Anforderung:
Die Anforderung and die Konzentration besteht darin, die Aufmerksamkeit willkürlich auf die unmittelbar den eigenen Arbeitsvollz ug betreffenden Inhalte richten zu müssen.

Anmerkung:

Auch bei konzentrierter Tätigkeit ist in der Regel Aufmerksamkeit bezüglich der mittelbaren Arbeitsumgebung gegeben.

9.1.4 Kritikfähigkeit

Definition:

Kritikfähigkeit ist die Eigenschaft, Sachverhalte zu prüfen,
Problemlagen zu erkennen und - ggf. nach den Normen - zu bewerten.

Fähigkeit:

Kritikfähigkeit ist die Fähigkeit, Verhaltensweisen anderer im Zusammenhang mit dem Arbeitsprozess und das Arbeitsergebnis anderer auf sachbezogene Richtigkeit hin prüfen, bewerten sowie Mitarbeiter ggf. auf Fehler hinweisen zu können.

Anforderung:
Die Anforderung an die Kritikfähigkeit besteht darin, Verhaltensweisen anderer im Zusammenhang mit dem Arbeitsprozess und das Arbeitsergebnis anderer auf sachbezogene Richtigkeit hin prüfen, bewerten sowie Mitarbeiter ggf. auf Fehler hinweisen zu müssen.

9.1.5 Kritische Kontrolle

Definition:

entfällt.

Fähigkeit:

Kritische Kontrolle ist die Fähigkeit, mit dem Arbeitsprozess im Zusammenhang stehende Verhaltensweisen und das selbsterbrachte Arbeitsergebnis auf sachbezogene Richtigkeit hin prüfen, bewerten sowie angemessene Kritik anderer an der eigenen Arbeit annehmen zu können.

Anforderung:
Die Anforderung an die kritische Kontrolle besteht darin, mit dem Arbeitsprozess im Zusammenhang stehende eigene Verhaltensweisen und das selbsterbrachte Arbeitsergebnis auf sachbezogene Richtigkeit hin prüfen, bewerten sowie angemessene Kritik anderer an der eigenen Arbeit annehmen zu müssen.

9.1.6 Lernen/Merken

Definition:

Der komplexe Begriff 'Gedächtnis' umfasst drei Komponenten:
- Das Gedächtnis im engeren Sinne als Speicher für Informationen.
- Die Merkfähigkeit (Lernfähigkeit) als diejenige Eigenschaft, Inhalte aus diesem Speicher vergegenwärtigen zu können.

Die Merk- und Reproduktionsfähigkeit sind Funktionen, die sich auf das Gedächtnis als Speicher beziehen. Lernen ist daher identisch mit Merken, da Lernen die Fähigkeit ist, Inhalte im Sinne der Merkfähigkeit speichern zu können.

Fähigkeit:

Lernen/Merken ist die Fähigkeit, arbeitsrelevante Informationen auffassen, im Gedächtnis speichern und zu einem gegebenen Zeitpunkt verfügbar machen zu können.

Anmerkung:

Lernen/Merken ist bestimmt durch die jeweilige Ausprägung der Komponenten Lerngeschwindigkeit, Umfang und Komplexität des Materials.

Anforderung:
Die Anforderung an das Lernen/Merken besteht darin, arbeitsrelevante Informationen auffassen, im Gedächtnis speichern und zu einem Zeitpunkt verfügbar machen zu müssen.

Anmerkung:

Lernen/Merken ist bestimmt durch die jeweilige Ausprägung der Komponenten Lerngeschwindigkeit, Umfang und Komplexität des Materials.

9.1.7 Problemlösen

Definition:

entfällt.

Fähigkeit:

Problemlösen im Rahmen einer Arbeitstätigkeit ist die Fähigkeit, neuartige Fragestellungen und Situationen in ihrer Bedeutung rechtzeitig erkennen und innerhalb einer angemessenen Frist Sach- und personengerecht lösen zu können.

Anmerkung:

Derartige Fragestellungen könne bestehen in neuartigen Aufgaben, interpersonalen Konflikten, dem Ausfall von Mitteln, die bisher zur Erfüllung des Arbeitsauftrags genutzt wurden usw.

Anforderung:
Die Anforderung an das Problemlösen besteht darin, neuartige Fragestellungen und Situationen in ihrer Bedeutung rechtzeitig erkennen und innerhalb einer angemessenen Frist sach- und personengerecht lösen zu müssen.

Anmerkung:

Derartige Fragestellungen könne bestehen in neuartigen Aufgaben, interpersonalen Konflikten, dem Ausfall von Mitteln, die bisher zur Erfüllung des Arbeitsauftrages genutzt wurden usw.

9.1.8 Rechnen

Definition:

entfällt.

Fähigkeit:

Rechnen ist die Fähigkeit, arbeitsrelevante mathematische Beziehungen verstehen und mathematische Operationen durchführen zu können.

Anforderung:
die Anforderung an das Rechnen besteht darin, arbeitsrelevante mathematische Beziehungen verstehen und mathematische Operationen durchführen zu müssen.

9.1.9 Vorstellung

Definition:

Vorstellungen sind
- Erinnerungsbilder von Wahrnehmungen;
- vergegenwärtigte neue Inhalte, die aus der Integration von Wahrnehmungen entstanden sind.

Fähigkeit:

Vorstellung ist die Fähigkeit, sich realistisch die verschiedenen Eigenschaften von arbeitsrelevanten Gegenständen (Formen, Farben, Größen, Töne, usw.), Vorgängen, Strukturen sowie die Ergebnisse kreativ-schöpferischer Prozesse vergegenwärtigen zu können.

Anforderung:
Die Anforderung an die Vorstellung besteht darin, sich realistisch die verschiedenen Eigenschaften von Gegenständen (Formen, Farben, Größen, Tönen, usw.), Vorgängen, Strukturen sowie die Ergebnisse kreativ-schöpferischer Prozesse vergegenwärtigen zu müssen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

VT0172


Informationsstand: 04.11.1992

in Literatur blättern