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Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 6.6: Luftdruck


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 6 Umgebungseinflüsse

6.6 Luftdruck

Definition: Normalen witterungsbedingten, atmosphärischen Luftdruckschwankungen ist jeder Mensch ausgesetzt (normale Druckverhältnisse). Unter Überdruck sind Arbeitsbedingungen zu verstehen, bei denen die Arbeitsperson einem Umgebungsluftdruck von mehr als 110 kPa (1,1 bar, 0,1 Atmosphärenüberdruck) ausgesetzt ist (in Anleitung an den Einwirkungsgrenzwert der Druckluftverordnung). Dies trifft zum Beispiel bei Tauchern, Caissonarbeitern, bei bestimmten Arbeitstechniken im Schildvortieb (Tunnelbau). Unterdruck soll das Vorkommen von Luftdruckabsenkungen gegenüber dem atmosphärischen Luftdruck des normalen Wohn- und Arbeitsortes erfassen.

Solche Bedingungen herrschen zum Beispiel bei vorübergehenden (Arbeits-) Aufenthalten im Gebirge oder in Passagierräumen von Verkehrsflugzeugen. Dabei werden Druckwerte von 80 bis 75 kPa - entsprechend etwa einer Höhe von 2000 bis 2500 m über dem Meer - selten unterschritten. In diesen gemäßigten Höhen ist, von Anpassungsreaktionen abgesehen, nicht mit einer erhöhten Belastung zu rechnen. Hingegen ist bei raschen Luftdruckänderungen, wie sie in Druckschleusen und Tauchgeräten, weniger ausgeprägt auch in Seilbahnen, auftreten, von einer besonderen Belastung für die Betroffenen auszugehen. Außerdem besteht, vor allem bei Überdruckarbeiten, eine erhöhte Unfallgefährdung!
Siehe auch: ---> Unfallgefahr 7

Beanspruchung: Insbesondere Arbeiten in Überdruck, der bei Tauchern ein Vielfaches des normalen atmosphärischen Luftdruckes betragen kann, stellen hohe Anforderungen an die gesundheitlichen Eignungsvoraussetzungen. Zahlreiche Erkrankungen oder Funktionsstörungen innerer Organe, des Skelettsystems, der Sinnesorgane und des Stoffwechsels schließen einen Arbeitseinsatz aus.

Der Aufenthalt in gemäßigten Höhen bis circa 2000 m ist bei den meisten Erkrankungen unbedenklich. Lediglich Störungen, die auch erhebliche Einschränkungen der allgemeinen Leistungsfähigkeit zur Folge haben, können die Eignung für Arbeiten in großen Höhen in Frage stellen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atmungsorgane, Störungen der Blutbildung und des Sauerstofftransportes). Gleiches gilt für die passive Flugtauglichkeit.

Normen, Richtlinien: Einwirkungsdefinitionen in: UVV 'Taucherarbeiten' und Druckluftverordnung § 2. Verpflichtung zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung in: Druckluftverordnung § 10 u. 11, UVV 'Taucherarbeiten', UVV 'Arbeitsmedizinische Vorsorge'.

Bewertung: Zu bewerten sind die Luftdruckverhältnisse am Arbeitsplatz oder bei bestimmten Arbeitsaufgaben in Relation zu den normalen atmosphärischen Luftdruckschwankungen des Wohn-und Arbeitsortes. Besonders zu berücksichtigen sind Arbeiten unter hyperbarem Druck (Taucher) und damit verbunden die Exposition gegenüber Druckwechseln, Kompressions- und Dekompressionsphasen.

6.6.1 normale Druckverhältnisse

Bewertung: (A)
- Alternative: Tätigkeiten, die (auch nur zeitweise) unter Luftüber- oder Unterdruck verrichtet werden müssen.

6.6.2 Überdruck

Differenzierung: (S)

Anforderungsstufen (2):
- Arbeiten in Kammern mit geringem Überdruck (zum Beispiel Caisson bis circa 10 m Tauchtiefe).
- Taucharbeiten in Tiefen, die zur Vermeidung von Gesundheitsschäden (Taucherkrankheit) ein spezielles Dekompressionsregime erfordern.

6.6.3 Unterdruck

Differenzierung: (S)
Anforderungsstufen (2):
- Vorübergehende Aufenthalte in Hochlagen ab 2000 m Höhe ü.d.M.
- Vorkommen von raschem Wechsel des Umgebungsluftdruckes, zum Beispiel in Flugzeugen oder Seilbahnen.

Differenzierung: (H)
Fakultativ Angaben über die Häufigkeit der Exposition pro Monat oder pro Jahr

(Druckluftverordnung: Verordnung über Arbeiten in Druckluft vom 04.10.1972 (BGBl. S.1909), Änderung 12.04. 1976 (BGBl.I S. 965); UVV: Unfallverhütungsvorschriften der gewerblichen Berufsgenossenschaften: VBG 39 'Taucharbeiten' und VBG 100/GUV 0.6 'Arbeitsmedizinische Vorsorge' vom 01.10.1984)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

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Referenznummer:

VT0160


Informationsstand: 29.10.1992

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