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Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 6.4: Licht/Beleuchtung


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 6 Umgebungseinflüsse

6.4 Licht/Beleuchtung

Definition:

Eine der Sehaufgabe angemessene Beleuchtung ist Voraussetzung für genaues und ermüdungsfreies Arbeiten. Die Nennbeleuchtungsstärke ist der empfohlene örtliche Mittelwert in der einer bestimmten Tätigkeit dienenden Raumzone (nach DIN 5035) . Zum Erhalt gleichbleibenden Leistungsfähigkeit des Sehorganes ist ferner eine gewisse örtliche und zeitliche Gleichmäßigkeit der Beleuchtung erforderlich. Helligkeitsunterschiede zwischen Objekt und Hintergrund (Kontrast) erhöhen in gewissen Grenzen die Detailerkennbarkeit.

Eine weitere Steigerung des Helligkeitskontrastes führt zur Blendung mit nachteiligen Auswirkungen auf die Sehleistung. Blendung kann entstehen durch zu raschen Wechsel der Beleuchtungsstärke - beim Übergang vom Hellen ins Dunkle oder umgekehrt (Durchfahren eines Tunnels) - oder durch zu starke Beleuchtung von reflektierenden Flächen (Infeld- oder Umfeldblendung). Die Art des Lichteinfalls ist für das Auftreten von Schattenbildung verantwortlich. Ungünstige Schattenbildung vermindert die Erkennbarkeit von Gegenständen. Als Flimmern bezeichnet man das rhythmische Auftreten von Helligkeitsänderungen (Lichtblitzen) in rascher Folge, welche vom Auge aber noch als störend wahrgenommen wird (etwa bei Wechselfrequenzen bis 20 Hz). Hierdurch können sogenannte Stroboskopeffekte auftreten, die das Erkennen von Bewegungsabläufen erschweren können. Die spektrale Zusammensetzung des Lichtes (Lichtfarbe) ist für das Erkennen von Farbe und für die Ausnutzung der vollen Sehschärfe von Bedeutung. Zum Beispiel erhöht monochromatisches, gelbes Licht (Natriumdampflampe) die Sehschärfe, lässt aber keine Farberkennung zu. Einige Leuchtkörper (zum Beispiel Quecksilberdampflampen) oder Arbeitstechniken (Schweißen, Brennen) emittieren Licht mit hohen Anteilen im nicht sichtbaren Ultraviolettbereich.
Siehe auch: ---> Strahlen 6.7

Beanspruchung:

Bei unzureichender Beleuchtung oder bei ungünstigen Lichteinwirkungen wird das Vermögen des Auges, sich auf geringe Leuchtdichten einzustellen beziehungsweise umzustellen (Hell-Dunkeladaption), beansprucht. Besonders hohe Beanspruchungen können sich durch das Auftreten von Blendwirkungen ergeben. Eine erhöhte Blendempfindlichkeit kann an entsprechenden Arbeitsplätzen mit einem erhöhten Unfallrisiko einhergehen. Abgesehen von einem altersabhängigen Nachlassen der Adaptionsfähigkeit wirken sich Erkrankungen oder Funktionsbeeinträchtigungen des Auges ungünstig auf die Anpassungsfähigkeit aus (zum Beispiel bei sogenannter Nachtblindheit oder Trübungen der lichtbrechenden Medien des Auges - Caratact).
Siehe auch: ---> Dämmerungssehen 4.1.1.6, ---> Unfallgefahr durch Verkehr 7.1.4

Die spektrale Zusammensetzung des Lichtes kann schädigende Lichtwellen im Ultraviolettbereich (UVA, UVB, UVC) enthalten, zum Beispiel in sogenannten Reinräumen zur Keimverminderung oder beim Schweißen von Metallen. Zielorgane sind die Haut und das Auge. Auch durch adäquaten Arbeitsschutz ist eine schädigende Einwirkung, vor allem bei bestimmten Krankheitsdispositionen (Albinismus, Hautkrankheiten, Erkrankungen der Hornhaut und der Bindehaut des Auges) nicht auszuschließen.
Siehe auch: ---> Unfallgefahr durch Strahlung 7.1.8, ---> Arbeitsschutzmittel 7.2

Normen, Richtlinien:

Zuordnung von Sehaufgaben (nach DIN 5035, Bl. 2), Tätigkeiten und Arbeitsräume nach ASR 7/3) zu den empfohlenen Nennbeleuchtungsstärken in Lux, Beispiele:
- nur vorübergehender Aufenthalt (Verkehrswege): 50 Lux
- normale Sehaufgaben, mittelgroße Details mit mittleren Kontrasten (Büroräume, Bildschirmarbeit): 500 Lux
- schwierige Sehaufgaben, kleine Details mit geringen Kontrasten (techn. Zeichnen, Qualitätskontrolle, Feinmechanik): 750 bis 1500 Lux
- sehr schwierige Sehaufgaben, sehr kleine Details mit sehr geringen Kontrasten (Stahl- und Kupferstecher): 2000 bis 3000 Lux

Gestaltung:

Optimierung der Beleuchtung nach allgemein gültigen ergonomischen Richtlinien unter Vermeidung von ungünstigen Lichtwirkungen; spezielle Schutz- und Hilfsmittel zum Beispiel auf diei Arbeitsaufnahme abgestimmte Blendschutzbrillen, Lochblenden zur Verringerung des Streulichteinfalls, Blendschutzvorhänge.

Bewertung:

Zu bewerten sind die Beleuchtungs- und Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz in Bezug auf die Arbeitsaufgaben. Erschwerende Bedingungen durch Lichteinfall, Schattenwirkung, Hell-Dunkelkontraste, Lichtfarbe, Lichtwechsel, Blendung und Flimmerlicht (Stroboskopeffekte) sind zu berücksichtigen.
Bewertung: (A)

Der Sehaufgabe angemessene Beleuchtungsstärke (entsprechend ASR 7/3 beziehungsweise DIN 5035)

- Nennbeleuchtungsstärke wird nicht erreicht oder/und Auftreten von ungünstigen Lichtwirkungen

Bewertung:

(S) Ungünstige Lichtwirkungen:
- Schattenwirkung
- ungünstige Kontrastierungen, Reflexionen
- Blendwirkung
- Flimmern, Stroboskopeffekte
- ultraviolette Strahlung

(DIN 5035: Innenraumbeleuchtung mit künstlichem Licht; Leitsätze, 1963, Teil 1: Allgemeine Richtlinie, Teil 2: Richtwerte für Arbeitsstätten, Oktober 1979, Beuth Verlag, Berlin; ASR 7/3: Arbeitsstättenrichtlinie künstliche Beleuchtung, Bundesarbeitsblatt Juni 1979).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

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Referenznummer:

VT0158


Informationsstand: 28.10.1992

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