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Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 5.2: Gleichgewicht - Schwindelfreiheit


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 5 Komplexe physische Merkmale

5.2 Gleichgewicht (Schwindelfreiheit)

Definition:

Die Funktion der Gleichgewichtsregulation wird bei allen Bewegungen und Haltungen des Körpers außerhalb der Ruhelage beansprucht. Darüber hinaus zu berücksichtigen sind Tätigkeiten, die besondere Anforderungen an die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes stellen und/oder, die eine permanente und sichere Kontrolle des Körpergleichgewichtes erfordern. Zum Beispiel Arbeiten mit Verletzungsgefahr an laufenden Maschinen, Säurebädern o.ä. erfordern eine permante Kontrolle der Körperhaltung und der Gleichgewichtssteuerung, während bei Arbeiten in größeren Höhen unter Absturzgefährdung zusätzlich das Kriterium der Schwindelfreiheit erfüllt sein muss.

Eine differenzierte Beurteilung erfolgt unter den Merkmalen ---> Unfallgefährdung durch sich bewegende Teile 7.1.1 und ---> Unfallgefährdung durch Absturz 7.1.3.

Fähigkeit:

Der Gleichgewichtssteuerung liegt das Zusammenwirken dreier sensorisch-effektorischer Systeme zugrunde:
1. der Vestibularapparat in beiden Innenohren (Statoakustisches Organ),
2. visuelle Informationen über die Augen und
3. propriozeptive Steuerung und Regelierung von Muskeltonus und Gelenkstellungen.

Teilweise Funktionsschränkungen eines dieser Systeme kann die Gleichgewichtssteuerung beeinträchtigen. Es besteht aber auch die Möglichkeit des Ausgleiches bei einem partiellen Verlust einer Teilfunktion. Innere Erkrankungen (Herz-Kreislauf, Stoffwechsel), neurologische Erkrankungen (zum Beispiel Anfallsleiden), psychiatrische Erkrankungen (zum Beispiel Alkohol-, Medikamenten-, Suchtmittelabhängigkeit) und Sehbehinderung schränken die Fähigkeit an absturz- oder verletzungsgefährdenden Arbeitsplätzen zu arbeiten ebenfalls ein.

Normen, Richtlinien:

G 41: 'Arbeiten mit Absturzgefahr'
(G: Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften e.V., Mai 1981)

Gestaltung:

Zum Beispiel permanente Sicherungsmittel, Geländer, Schutzwände u.ä.

Bewertung:

Die Bewertung kann in Anforderungsstufen erfolgen, wobei besondere Gefährdungen wie Absturzgefahr oder Verletzungsgefahr entweder durch einen Sonderschlüssel oder in der Merkmalgruppe ---> Unfallgefahr 7.1 erfasst werden können.

Bewertung: (I)
- geringe Anforderung (zum Beispiel Sitzarbeitsplatz)
- mittlere (normale) Anforderung (zum Beispiel übliche Arbeitsplätze ohne besondere Gefährdung)
- hohe Anforderung (zum Beispiel Arbeiten, die besondere Sicherheit und Schwindelfreiheit erfordern).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

VT0154


Informationsstand: 27.10.1992

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