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Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 3: Körperteilbewegung


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 3 Körperteilbewegung

Allgemeine Hinweise:
Die Analyse von Arbeitsanforderungen im Hinblick auf die genaue Ermittlung der Beteiligung einzelner Gliedmaßen, Gliedmaßenabschnitte und von Bewegungssegmenten der Wirbelsäule in ihren unterschiedlichen Teilfunktionen (Beweglichkeit, Kraft, Wiederholungsfrequenz, Genauigkeit) stellt nahezu unlösbare Forderungen an den Arbeitsanalytiker. Erschwerend kommt hinzu, dass zahlreiche Handlungen auf verschiedene Weise unter unterschiedlicher Beteiligung einzelner Elemente des Bewegungsapparates ablaufen können: In Abhängigkeit von individuellen Voraussetzungen, wie Geschicklichkeit, Berufserfahrung, Körpermaßen und eventuell vorliegenden Funktionseinbußen können Bewegungsmuster auftreten, die mit völlig unterschiedlichen Belastungen und Beanspruchungen anatomischer Strukturen und Funktionen einhergehen. Die Anforderungsanalyse (und die Fähigkeitsbeschreibung) muss sich mit den folgenden wichtigen Elementarfunktionen menschlicher Leistungsfähigkeit auseinander setzen.

Beweglichkeit:
Die Beweglichkeit in den Gliedmaßengelenken und der Wirbelsäule ist Voraussetzung für die Bewegungen der Körperteile. Die Bewertung soll den der Anforderung entsprechenden notwendigen Bewegungsspielraum in den zugehörigen Gelenken erfassen. Die Beanspruchung ergibt sich u.a. aus der Häufigkeit gleichartiger Bewegungen (Bewegungsfrequenz) und den einwirkenden Kräften. Die einwirkenden Kräfte erschließen sich nur z.T. aus dem beobachteten 'Kraftaufwand' - sehr viel schwieriger ist die Erfassung sogenannter 'innerer Kräfte', die zur Versteifung der Gelenke, vor allem bei Rumpf- fernen Handarbeiten oder bei Zwangshaltungen der Wirbelsäule, erforderlich sind, aber keine Kraftübertragung auf Arbeitsobjekte erkennen lassen.

Kraftaufwand:
Beurteilt wird die Leistung der auf die Bewegungen der Extremitäten und der Wirbelsäule einwirkenden Muskulatur. Unter arbeitsphysiologischen Gesichtspunkten unterscheidet man zwischen Maximalkraft eines Muskels (einer Muskelgruppe), die kurzzeitig erbracht werden kann und der Kraft zur Erbringung einer Dauerleistung. Die letztere Form der Leistungserbringung wird im Allgemeinen bei Arbeitsbewertungen herangezogen.

Unter dem Gesichtspunkt der Beanspruchung der Muskulatur unterscheidet man 2 Arten der Muskelarbeit - statische und dynamische Muskelarbeit: Dynamische Muskelarbeit ist weniger belastend und führt weniger schnell zur Muskelermüdung; statische Muskelarbeit (Haltearbeit) gilt als belastend und ist energetisch wenig sinnvoll (es wird keine Arbeit im physikalischen Sinn geleistet) und führt, wenn über 15 Prozent der Maximalkraft eines Muskels eingesetzt werden, zur schnellen Muskelermüdung, so dass Erholungspausen obligatorisch sind.

Bei der Bewertung des Kraftaufwandes kann es sinnvoll sein, zwischen Anforderungen an die maximale Muskelkraft in einem bestimmten Gliedmaßenabschnitt und Beanspruchung durch Muskelarbeit zu unterscheiden. Gebräuchliche, beanspruchungsrelevante Einteilungen sind zum Beispiel:'Statische Muskelarbeit', 'schwere dynamische Muskelarbeit', 'einseitige dynamische Muskelarbeit'.

Beträgt die eingesetzte Muskelmasse mehr als ein Sechstel der gesamten Körpermuskulatur, ist die Funktion des Herz-Kreislauf- Systems und der Atmung leistungsbegrenzend.
Siehe auch: ---> Dauerbelastbarkeit 5.1

Koordination:
Der Begriff umfasst die Steuerung des Bewegungsablaufes und der Muskelkraft (über motorische, sensorisch, propriozeptive Nerven sowie zahlreiche Regel- und Steuerkreise unter Einbeziehung des zentralen Nervensystems). Zahlreiche Schäden oder Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems führen zu Bewegungsstörungen und beeinträchtigen Koordinationsleistungen. Ohne Koordinationsleistungen sind gezielte Bewegungen nicht möglich. Schäden durch Beanspruchung kommen nicht vor.

Für die Bewertung ist in der Mehrzahl ein 2-stufiger Schlüssel - hohe/geringe Anforderung/Fähigkeit ausreichend. Aufgaben, die mit Geschicklichkeit oder Fingerfertigkeit charakterisiert werden, stellen hohe Anforderungen an die Koordination.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

VT0141


Informationsstand: 22.10.1992

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