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Bibliographische Angaben zur Publikation

Brauchen Menschen mit Behinderung Unterstützung durch professionelle Fachkräfte?

Pro und Contra



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

KLARER KURS, 2008, 1. Jahrgang (Heft 3), Seite 34-35, Hamburg: 53 Grad NORD, ISSN: 1865-9594


Jahr:

2008



Abstract:


Die Werkstättenverordnung schreibt für die Begleitung und Assistenz von Werkstattbeschäftigten grundsätzlich pädagogisch geschultes Fachpersonal vor. Ist diese Regelung noch erforderlich oder verhindert sie Integration?

Dr. Horst Cramer, langjähriger Referatsleiter für die Eingliederung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und in Werkstätten für behinderte Menschen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, erklärt, warum diese Menschen professionelle Unterstützung brauchen. Kuno Eichner, Leiter von Integra Mensch Bamberg, einer Abteilung der Bamberger Lebenshilfe-Werkstatt, die Menschen mit Behinderungen sehr erfolgreich in Betriebe des ersten Arbeitsmarktes vermittelt, hält dies nicht für notwendig.

Menschen mit Behinderung können zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft Leistungen ihres Rehabilitationsträgers in Anspruch nehmen. Voraussetzung dafür ist, dass diese Leistungen von Werkstätten ausgeführt werden. Werkstätten müssen eine erfolgreiche Ausführung erwarten lassen, wozu eine Fülle von fachlichen Anforderungen erfüllt sein müssen. Nur wenn diese erfüllt sind, wird eine Einrichtung als Werkstatt anerkannt. Wichtig hierfür sei qualifiziertes Personal.

Die Leistungen zur Teilhabe müssen nicht in den Räumen der Einrichtung stattfinden, sondern können auch auf ausgelagerten Arbeitsplätzen ausgeführt werden. Rechtlich sind diese Plätze Arbeitsplätze der Werkstatt und so gelten für sie ebenfalls die fachlichen Anforderungen. Dr. Horst Cramer ist der Ansicht, dass man in der Teilhabe am Arbeitsleben nicht auf den hohen Anspruch an Rehabilitationsleistungen verzichten sollte, auf den werkstattbedürftige Menschen zur Weiterentwicklung angewiesen sind. Dazu gehöre auch die Ausführung durch qualifiziertes Fachpersonal.

Kuno Eichner ist diesbezüglich anderer Meinung. Bei Integra Mensch liegt die direkte Begleitung in den Betrieben bei ausgewählten Betriebskollegen, den Paten. Sie sind Experten in ihrem Bereich, haben aber keine behindertenspezifische Ausbildung. Sie sind sowohl menschlich als auch fachlich in der Lage, mit den Integra-Mitarbeitern umzugehen. Die oftmals vom Betriebsrat vorgeschlagenen Paten sind Ansprechpartner und Unterstützer, leiten neue Tätigkeiten an und kontrollieren die Ausführung.

Außerdem sorgen sie für Schutz vor Überforderung und sind Mittler für eine Integration in den Betrieb. Der Erfolg der Integra-Mitarbeiter hängt sehr vom Paten ab. Die Paten werden durch Integrationsbegleiter unterstützt, die ausgebildete Fachkräfte für Arbeits- und Gruppenförderung sind. So habe Integra für alle Beteiligten einen neuen Erfahrungsraum geschaffen. Damit die Zusammenarbeit gelingt, brauche man Paten, die vernetzen, flexibel reagieren und auf verschiedenen Ebenen kommunizieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


KLARER KURS - Magazin für berufliche Teilhabe
Homepage: https://www.53grad-nord.com/klarer_kurs.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0170/7013


Informationsstand: 18.03.2009

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