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Bibliographische Angaben zur Publikation

AGG - auf die Spitze getrieben

Entschädigung. Zwar sind es Einzelfälle, aber sie beschäftigen die Gerichte: Bewerbungen, die nur auf eine spätere AGG-Klage ausgerichtet sind.



Autor/in:

Rambach, Peter H. M.; Muschiol, Thomas


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Personalmagazin, 2007, Heft 12, Seite 76-77, Freiburg im Breisgau: Haufe, ISSN: 1438-4558


Jahr:

2007



Abstract:


Peter H. M. Rambach und Thomas Muschiol thematisieren Scheinbewerbungen, bei denen kein ernsthaftes Interesse an einem Arbeitsplatz besteht. Den Grund für schlechte Bewerbungsunterlagen und unpassendes Verhalten bei Bewerbungsgesprächen sehen die Autoren darin, dass bei einer AGG-Klage Schadensersatz von bis zu drei Monatsgehältern gewährt werden kann. Durch eine besondere Beweislastregel im AGG ist es für Bewerber relativ einfach, das AGG für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Zunächst suchen sie Angriffspunkte für einen Diskriminierungspunkt in der Stellenausschreibung. Finden sich hier AGG-widrige Formulierungen und findet sich der Bewerber nicht im Kreis der Gesuchten, gestaltet sich die Sache sehr einfach. Die Autoren machen dies anhand eines Beispiels deutlich. In dem Beispiel sucht eine Gaststätte eine junge Serviererin. Der erste Fehler ist bereits, dass die Anzeige nicht geschlechtsneutral ausgeschrieben und ausdrücklich nach einer jungen Mitarbeiterin gesucht wurde.

Erfolgt doch ein Einstellungsgespräch ist kein Diskriminierungsvorwurf mehr möglich. Der Bewerber reicht also Bewerbungsunterlagen ein, die nicht nur mit Fehlern gespickt sind, sondern unangebrachte Fotos und Formulierungen im Lebenslauf enthalten, wie zum Beispiel in einem Fall des LAG Baden-Württemberg.

Im Folgenden kommen die Autoren darauf zu sprechen, wie Arbeitgeber im Streitfall einer Indizienverurteilung entgehen können. Ist eine Bewebung offensichtlich eine Spaßbewerbung, verlangen die Arbeitsgerichte keine Beweisanträge gegen die Indizwirkung einer Diskriminierung. Allerdings sind Scheinbewerbungen nicht immer offensichtlich. Als AGG-Hopper werden diejenigen bezeichnet, die objektiv für eine Stelle nicht geeignet sind oder zwar objektiv geeignet, aber nicht interessiert sind. Eine Benachteiligung im Sinne des AGG liegt nicht vor, wenn der Bewerber objektiv geeignet ist und eine subjektiv ernsthafte Bewerbung vorliegt.

Hieraus ergeben sich zwei Verteidigungslinien. Fallen beispielsweise die Anforderungen der Stelle mit der Qualifikation des Bewerbers auseinander, muss dies vor Gericht deutlich gemacht werden. Aufmerksam sollten auch Bewerbungen machen, die sehr allgemein gehalten sind und auf die Ausschreibung gar nicht eingehen. Zur Darlegung einer nicht ernst gemeinten Bewerbung könnte auch gehören, dass der Bewerber bereits mehrfach tätig war und bereits Entschädigungsansprüche nach dem AGG geltend gemacht hat.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Personalmagazin
Homepage: https://www.haufe.de/personal/zeitschrift/personalmagazin/ja...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0168/6443


Informationsstand: 20.12.2007

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