Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Wenn sie das nicht schaffen ...: Die Kündigung wegen angeblicher Schlechtleistung


Autor/in:

Schomaker, Jason


Herausgeber/in:

Institut zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb)


Quelle:

der betriebsrat, 2011, 7. Jahrgang (Heft 9), Seite 20-22, Seehausen am Staffelsee: der betriebsrat, ISSN: 1614-7693


Jahr:

2011



Abstract:


Zuweilen suchen Arbeitgeber geradezu nach einem Grund, um einen ungeliebten Arbeitnehmer loszuwerden. Das Mittel der Wahl lautet dann 'Kündigung wegen schlechter Leistung'. Dass dies nicht ohne Weiteres geht, erläutert Jason Schomaker in diesem Artikel. Er zeigt verschiedene Situationen auf und bringt Beispiele für angewendete Kündigungen. Dabei sind immer verschiedene Voraussetzungen zu beachten. Im Normalfall muss vor einer Kündigung in der Regel eine Abmahnung geschrieben werden.

Insbesondere geht er dabei auf Urteile des Bundesarbeitsgerichtes ein. Bei dem Urteil vom 11.12.2003 mit dem Aktenzeichen 2 AZR 667/02 wurde deutlich gemacht, dass erst gekündigt werden darf, wenn die Leistung des Arbeitnehmers die Durchschnittsleistung anderer Arbeitnehmer deutlich unterschreitet. Dabei sprich man von einer quantitativen Minderleistung.

Von einer qualitativen Minderleistung hingegen spricht man, wenn wenn die Arbeit eine hohe Fehlerquote aufweist. Für eine verhaltensbedingte Kündigung spielt die Höhe der Fehlerquote dabei nur eine untergeordnete Rolle. So entschied das Bundesarbeitsgericht, dass auch eine Fehlerquote von lediglich vier Prozent eine verhaltensbedingte Kündigung rechtfertigen kann (Urteil vom 17.01.2008, Aktenzeichen 2 AZR 536/06).

Darüber hinaus muss der Arbeitgeber eine Zukunftsprognose bezüglich der Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers anstellen. Eine Kündigung kann nur dann wirksam ausgesprochen werden, wenn zum Kündigungszeitpunkt damit zu rechnen ist, dass es auch in der Zukunft zu weiteren Leistungsstörungen kommen wird. Sofern also davon auszugehen ist, dass der Arbeitnehmer in der Zukunft seine Fähigkeit zur Erbringung der geschuldeten Arbeitsleistung zurückerlangt, ist die Kündigung unwirksam (Urteil vom 03.06.2004, Aktenzeichen 2 AZR 386/03). Ebenfalls unwirksam ist die personenbedingte Kündigung für den Fall, dass die Leistungsminderung nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung betrieblicher Belange führt (Urteil vom 26.09.1991, Aktenzeichen 2 AZR 132/91).

Auch eine außerordentliche Kündigung kann nur in bestimmten Fällen wirksam sein, etwa wenn sich ein Arbeitnehmer, der vorsätzlich nur eine geminderte Arbeitsleistung erbringt, beharrlich weigert, seine Arbeitsleistung wie geschuldet zu erbringen (Urteil vom 21.11.1996, Aktenzeichen 2 AZR 357/95). Ist hingegen die verminderte Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers die Ursache für dessen verminderte Arbeitsleistung, so scheidet eine außerordentlichen Kündigung grundsätzlich aus (Urteil vom 12.07.1995, Aktenzeichen 762/94).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Urteil mit Aktenzeichen 2 AZR 667/02 Kündigung gegenüber leistungsschwachen Arbeitnehmern | REHADAT-Recht
Urteil mit Aktenzeichen 2 AZR 536/06 Kündigung von leistungsschwachen Arbeitnehmern | REHADAT-Recht
Urteil mit Aktenzeichen 2 AZR 132/91 Kündigung wegen krankheitsbedingter Leistungsminderung | REHADAT-Recht
Urteil mit Aktenzeichen 2 AZR 357/95 Kündigung - beharrliche Arbeitsverweigerung | REHADAT-Recht
Urteil mit Aktenzeichen 2 AZR 762/94 Minderung der Leistungsfähigkeit und Kündigung | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


DER BETRIEBSRAT - Die Zeitschrift für Betriebsräte in Deutschland
Homepage: https://www.ifb.de/der-betriebsrat

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0163/8951


Informationsstand: 24.10.2011

in Literatur blättern