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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufliche Wiedereingliederung nach dem Konzept des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin


Autor/in:

Rieger, Jens; Herbold, Desiree; Trowitzsch, Lutz


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 2009, 121. Jahrgang (Heft 9), Seite 423-426, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

2009



Abstract:


Krankheiten des muskuloskelettalen Bereichs stehen in den meisten westlichen Industrienationen an erster Stelle der Krankheitsstatistik. Sie sind in Deutschland für 18 Prozent der vorzeitigen Berentung verantwortlich und führen mithin zu hohen betriebs- und volkswirtschaftlichen Kosten. Um dem entgegenzuwirken, haben die Paracelsus-Kliniken in ihrer orthopädisch rehabilitierenden Klinik an der Gande in Bad Gandersheim bereits 2004 ein eigenständiges Institut für Arbeits- und Sozialmedizin gegründet.

Dieses hat sich in der Vergangenheit besonders mit der Entwicklung eines BEM-Konzeptes für Groß- und Mittelbetriebe beschäftigt. Vorrangiges Ziel des Konzeptes ist, ein individuell abgestimmtes und effektives betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) für langzeitarbeitsunfähige Mitarbeiter mit orthopädischen Krankheitsbildern aufzubauen. In enger Zusammenarbeit mit einem Netzwerk aus professioneller medizinischer, psychischer, sozialer und beruflicher Rehabilitation sollen krankheitsbedingte Funktionseinschränkungen beseitigt oder verbessert werden, die soziale Kompetenz gestärkt sowie eine Ausgliederung aus dem Arbeitsprozess vermieden werden.

Um dem betrieblichen Eingliederungsmanagement zum Erfolg zu verhelfen, müssen Prävention und betriebliche Gesundheitsfürsorge Teil der Unternehmenskultur sein. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass alle am Eingliederungsprozess beteiligten Interessengruppen etwas davon haben und ihre Bedürfnisse berücksichtigt sehen. Die Teilnahme muss freiwillig sein, damit sich die Motivation zur Teilnahme positiv auf die Ergebnisse auswirkt. Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die Erhebung eines Krankheitsbildes sowie die Untersuchung der Schmerzursachen.

Dieses Konzept wurde auf Anfrage für die Großindustrie entwickelt und einige namhafte Unternehmen zählen zu seinen Anwendern. Zusammen mit ihnen wurde das betriebliche Eingliederungsmanagement diskutiert, weiterentwickelt und an die jeweiligen Bedürfnisse in der Praxis angepasst. Grundsätzlich ist das betriebliche Eingliederungsmanagement unter betriebsärztlicher Leitung in ein innerbetriebliches Gesundheitsmanagement eingebunden.

Gibt ein Mitarbeiter sein Einverständnis zum betrieblichen Eingliederungsmanagement, wird ein Verfahrensplan erarbeitet und der stationäre Aufenthalt in der Klinik koordiniert. Während des fünftägigen stationären Aufenthalts durchlaufen die Teilnehmer ein standardisiertes Basisprogramm, das neben den klinischen Untersuchungen auch den psychischen Zustand des Teilnehmers berücksichtigt.

Nach allen Untersuchungen wird ein umfassender Abschlussbericht angefertigt, der die Richtung für den anschließenden Eingliederungs- und Trainingsplan vorgibt und an alle beteiligten Institutionen weitergeleitet wird. Die positiven Erfahrungen mit dem Modellprojekt haben dazu beigetragen, sein Angebot zu erweitern und eine ambulante psychologische Schmerztherapie ins Leben zu rufen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/7678


Informationsstand: 04.11.2009

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