Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Krankenstand - ein Gesundheitsindikator?


Autor/in:

Kuhn, Joseph


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 2009, 121. Jahrgang (Heft 2), Seite 74-78, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

2009



Abstract:


Die Diskussion um die Frage, was der Krankenstand über die Gesundheit des Beschäftigten aussagt, ist vermutlich so alt wie die Messung des Krankenstandes.

Der Autor sucht Antworten auf diese Frage. Er definiert die Krankschreibung als sozialen Prozess und analysiert die einzelnen Faktoren, die mit einer Krankschreibung einhergehen. Krankheit und Arbeitsunfähigkeit sind nicht identisch. Nicht jede Krankheit führt zur Arbeitsunfähigkeit. so kann zum Beispiel ein gut eingestellter Diabetes-Patient genauso leistungsfähig sein wie jeder andere Beschäftigte.

Ebenso spiegeln sich Krankheiten wie Krebs oder Herzkreislauf-Erkrankungen kaum im Krankenstand wider, weil diese Krankheiten häufig zum Ausscheiden aus dem Erwerbsleben führen. Die Arbeitsunfähigkeitsstatistik liefert kein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens in der erwerbstätigen Bevölkerung. Zwischen Branchen zeigen sich große Unterschiede beim Krankenstand. So liegt zum Beispiel der Krankenstand in der Abfallbeseitigung doppelt so hoch wie bei Banken und Versicherungen.

In seinem Fazit kommt der Autor zu dem Schluss, dass der Krankenstand durchaus als Gesundheitsindikator angesehen werden kann, wenn man die Grenzen seiner Aussagekraft berücksichtigt. Auch gilt es zu bedenken, dass der Krankenstand nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die verursachenden Faktoren zulässt und in Deutschland in den Betrieben meist nicht die Daten aller Krankenkassen zusammengeführt werden können. Viele dieser Faktoren sind unmittelbar von Bedeutung für die Planung betrieblicher Präventionsmaßnahmen, manche verweisen auf Handlungsbedarf für überbetriebliche Akteure und die Gesundheitspolitik.

Der Krankenstand ist im Hinblick auf die Beurteilung der gesundheitlichen Situation der Beschäftigten durch weitere Daten zu ergänzen, zum Beispiel aus Mitarbeiterberfragungen oder aus arbeitsmedizinischen Untersuchungen. Das Bemühen um eine gute Betriebsepidemiologie sollte pragmatisch ausgerichtet sein. Auf betrieblicher Ebene wünscht sich der Autor mehr unternehmerische Bereitschaft, Rücksicht auf die gesundheitlichen Interessen der Beschäftigten zu nehmen und diese nicht nur als zu vernutzenden Produktionsfaktor zu sehen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/7032


Informationsstand: 08.04.2009

in Literatur blättern