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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Weg zum zertifizierten Disability-Manager


Autor/in:

Fröhlke, Oliver


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 2006, Heft 11, Seite 509-511, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

2006



Abstract:


Die Weiterbildung zum zertifizierten Disability Manager ist ein Angebot des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften mit seinen Kooperationspartnern. Das Programm wurde in Kanada von NIDMAR entwickelt und für den deutschsprachigen Raum vom HVBG als Lizenznehmer erworben.

In Kanada sowie in weiteren Ländern ist das Bildungsangebot in zwei aufeinander aufbauende Studiengänge gegliedert. Zum einen der Bachelorstudiengang zum Certified Return To Work Coordinator (RTWC) , der zur Steuerung eines Fallmanagements befähigt und der darauf aufbauende Master Studiengang zum Certified Disability Management Professional (CDMP), der sich auf die Implementierung eines Eingliederungsmanagements unter Hinzuziehung aller Beteiligten konzentriert. In Deutschland wird zurzeit nur die Weiterbildung zum CDMP angeboten.

Ein Disability Manager muss über die folgenden Kompetenzen verfügen:
- Theoretische und praktische Grundlagen kennen
- Rechtsordnung und Sozialleistungen kennen
- Zusammenwirken der betrieblichen Sozialpartner fördern
- Strategien und Techniken zur Kommunikation und Problemlösung entwickeln
- Methoden im Case-Management nutzen
- Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz analysieren und sichern
- Zusammenhänge von Gesundheit, Behinderung und Prävention kennen
- Ergebnisse bewerten und Qualität sichern
- Eigenes soziales Verhalten zeigen

Das Bildungsangebot wurde bislang als Weiterbildung für Rehabilitationssachbearbeiter und Berufshelfer der gesetzlichen Unfallversicherung sowie Mitarbeiter von Unternehmen der Wirtschaft, Betriebsärzte und anderer Sozialleistungsträger angeboten.

Zwar sind die Besuche von Weiterbildungsangeboten keine Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung, der Prüfling muss jedoch Tätigkeiten im Bereich Disability Management nachweisen. Je geringer der Schul- und Berufsabschluss ist, desto höher muss der Anteil der praktischen Tätigkeiten sein.

In 25 Einzelmodulen, die von der Akademie des HVBG über das Jahr verteilt angeboten werden, erfolgt die Vermittlung der Kernkompetenzen.

In der ersten Woche wird die weltweite Initiative Disability Management sowie das betriebliche Eingliederungsmanagement gemäß § 84 Absatz 2 SGB IX betrachtet. Außerdem werden ethische Grundwerte vermittelt. Die zweite Woche ist vor allem den medizinischen und psychischen Aspekten im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung gewidmet und in der dritten Woche werden rechtliche Hintergründe vertieft. Aspekte bezüglich des Arbeitsplatzes, die für die berufliche Wiedereingliederung wichtig sind, werden in der vierten Woche besprochen. In der darauf folgenden Woche sollen kommunikative Kompetenzen vermittelt werden, die für die Arbeit als CDMP unerlässlich sind. Die letzte Woche widmet sich den Organisationskompetenzen, Informations- und Wissensmanagement sowie der Vermittleraufgabe eines CDMP.

Da es für Personen, die durch langjährige Tätigkeiten bereits Erfahrungen in Kompetenzfeldern gesammelt haben, nicht sinnvoll ist, an der gesamten Schulung teilzunehmen, werden für bestimmte Gruppen speziell zugeschnittene Modulgruppen angeboten.

Die zertifizierten Disability Manager behalten ihre Zertifikats nur, wenn sie dem HVBG jährlich 20 Stunden Weiterbildung nachweisen, Damit wird die Qualität gesichert, auf die sich Unternehmen verlassen können. Ziel dieser Weiterbildungsveranstaltungen ist es, unter Berucksichtigung der wesentlichen Kernkompetenzen, den Blickwinkel des CDMP zu erweitern und Handlungshilfen für die tägliche Arbeit im betrieblichen Eingliederungsmanagement zu geben.

Obwohl der Begriff des Disability Management in Deutschland erst langsam bekannt wird, ist dem HVBG mit seinen Partnern im Bildungsverbund durch die Weiterbildung und Prüfung zum CDMP in einem ersten Schritt gelungen, Unternehmen für das Thema betriebliches Eingliederungsmanagement zu sensibilisieren. Angestrebt wird neben der Einführung eines Weiterbildungsangebotes zum RTWC auch das Ziel, die Studiengänge zum RTWC und CDMP an Hochschulen anzubieten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/0081


Informationsstand: 17.01.2007

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