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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Prüfung zum zertifizierten Disability-Manager


Autor/in:

Gehrke, Winfried


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 2006, Heft 11, Seite 506-508, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

2006



Abstract:


Weltweit sind bereits über 450 zertifizierte Disability-Manager (CDMP) im Einsatz. Eine Spitzenposition nimmt Deutschland mit 381 zertifizierten Disability-Managern ein. Etwa 60 Prozent aller deutschen CDMP stammen aus den Reihen der gesetzlichen Unfallversicherung, gefolgt von 10 Prozent Betriebsärzten, 10 Prozent sonstige betriebliche Mitarbeitern, 10 Prozent private Versicherungsgesellschaften und 10 Prozent sonstige soziale Dienstleister.

Der Disability Manager unterstützt den erkrankten Menschen im Prozess der betrieblichen Eingliederung und muss aus diesem Grund gut ausgebildet sein.

Die Prüfung zum zertifizierten Disability-Manager übernimmt der HVBG. Verantwortlich für das Prüfungsgeschehen ist das Institut für Rehabilitationsforschung und Management (IRFM) an der Universität Köln. Die für die ersten Prüfungen verwandten Fragen waren die vom NIDMAR-Institut in Kanada entwickelten Prüfungsfragen, die unter Aufsicht des HVBG-Prüfungsgremiums an die deutschen Rechtsverhältnisse und praktischen Herausforderungen angepasst wurden.

Das Prüfungsgremium, das dafür sorgt, dass die Prüfungsordnung und die Richtlinien eingehalten werden, gibt die Inhalte für die Bildungsangebote vor. Im Prüfungsgremium sind unter dem Vorsitz von Norbert Weis, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten in Mannheim alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten und bei den Prüfungsterminen sind wichtige Repräsentanten unter anderem aus den Ministerien und Gewerkschaften vertreten.

Um das Zertifikat zu erhalten müssen Kenntnisse und Fähigkeiten aus neun Kompetenzfeldern nachgewiesen werden.

Die Kompetenzfelder sind die folgenden:
- Theoretische und praktische Grundlagen
- Rechtsordnung und Sozialleistung
- Zusammenwirken der betrieblichen Sozialpartner fördern
- Strategien und Techniken zur Kommunikation und Problemlösung
- Methoden im Case-Management nutzen
- Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz analysieren und sichern
- Zusammenhänge von Gesundheit, Behinderung und Prävention kennen
- Ergebnisse bewerten und Qualität sichern
- Eigenes soziales Verhalten zeigen

Um sicherzustellen, dass die Prüfungsfragen auf den Lehrinhalt abgestimmt sind, stehen die Dozenten aus dem Bildungsverbund für Weiterbildung im Dialog mit der Expertengruppe-Prüfungsfragen. So wird jede Prüfungsfrage ständig auf ihre Praxisnähe und Prüfungstauglichkeit überprüft und es werden neue Prüfungsfragen erarbeitet.

Die Prüfung zum CDMP besteht aus einem Test mit 150 fallbezogenen und 150 fallunabhängigen Multiple-Choice-Fragen. Aus dem Fragenpool wird jeweils ein anderer Fragenmix für die maximal sieben Stunden dauernde Prüfung zusammengestellt.

Anhand des Angoff-Score wird der Grad der Schwierigkeit der Prüfung bestimmt. Der Schwierigkeitsgrad der Fragen für eine Prüfung wird statistisch ermittelt. Zwar ist die Kennzahl für jede Prüfung eine andere, doch sie liegt immer oberhalb der 75 Prozent.

Da das Multiple Choice Verfahren objektiv ist, sichert er den internationalen Standard des Zertifikats. Durch derzeit diskutierte praktische oder mündliche Prüfungen könnte die Prüfung eine noch höhere Qualität erreichen.

Die strengen Vorgaben für das Zertifizierungsverfahren sind von großer Bedeutung, denn die Eingliederung von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen ins Arbeitsleben bedarf besonders gut ausgebildeter Disability-Manager.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/0080


Informationsstand: 15.01.2007

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