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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten im Jahr 1993


Autor/in:

Rothe, Günter


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 1994, Heft 4, Seite 286-289, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

1994



Abstract:


Bei dem Artikel handelt es sich um einen vorläufigen Bericht über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen im Jahr 1993, basierend auf den halbjährlichen Unfallmeldungen des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften. Da es sich um vorläufige Gesamtzahlen der einzelnen Berufsgenossenschaften über meldepflichtige, erstmalsentschädigte und tödliche Arbeits- und Wegeunfälle, sowie Verdachtsanzeigen bei Berufskrankheiten und erstmalige Entschädigungsfälle handelt, ist eine detaillierte Analyse der Fälle noch nicht möglich. Beispielsweise ist eine Aufschlüsselungnzelnen Krankheitsgruppen noch nicht möglich. Ferner handelt es sich bei den Unfallzahlen um absolute Größen, die noch nicht auf die Zahl der Personen 'unter Risiko' bezogen werden können. Dafür wird die Zahl der Vollarbeiter verwendet, die immer erst Ende Mai verfügbar ist.

Bei der Zahl der meldepflichtigen Unfälle im Jahr 1993 ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 5,1 Prozent auf 1. 734.482 zu verzeichnen, der auf konjunkturell bedingte Abnahme der Beschäftigtenzahlen und Beschäftigungszeiten zurückgeführt wird. In den im Aufbau Ost involvierten Wirtschaftzweigen, wie der Bau- und Verkehrsbranche wird hingegen ein deutlicher Anstieg der Unfallzahlen (+3,9 Prozent beziehungsweise 4,4 Prozent) verzeichnet.

Bei den Zahlen für erstmals entschädigte Unfälle ist im Vergleich zum Jahr 1990 ein Anstieg um etwa 20,5 Prozent festzustellen, der in etwa der Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden entspricht. Hierbei ist zu vermerken, dass die Berufsgenossenschaften erst seit 1991 für die neuen Bundesländer zuständig sind und bedingt durch die längeren Zeiträume zwischen Unfallgeschehen und möglicher Entschädigung (medizinische und berufliche Rehabilitation, Unfallermittlungsverfahren, etc.) erst 1992/93 ein Zuwachs erfolgte. Bei den Zahlen zu erstmalig entschädigten tödlichen Unfällen muss ebenfalls die Entwicklung in den neuen Bundesländern berücksichtigt werden. Der zu leistende Aufbau eines Verwaltungsapparates führte zu Verzögerungen der Bearbeitung von Fällen, so dass der Anstieg der tödlichen Unfälle in den Jahren 1992 und 93 (+2874) sich zu einem großen Teil auch auf Unfälle aus den Vorjahren bezieht. Die Tatsache, dass der Anstieg im ersten Halbjahr 93 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch 18,6 Prozent, im zweiten Halbjahr nur noch 4,5 Prozent beträgt, weist auf eine Stabilisierung des Verzögerungseffekts hin.

Der leichte Anstieg der meldepflichtigen Wegeunfälle um 1,7 Prozent deutet auf eine sich fortsetzende Entwicklung der Verlagerung des Unfallgeschehen vom Betrieb auf die Straße.

Die Erweiterung der Liste der Berufskrankheiten ab dem 01.01.1993 (zum Beispiel wurden überlastungsbedingte Wirbelsäulenerkrankungen neu aufgenommen) scheint eine Ursache für den erheblichen Anstieg der Verdachtsanzeigen (+23,3 Prozent) zu sein. Nach Schätzungen beziehen sich allein in den Wirtschaftzweigen Bergbau, Bau und Gesundheitsdienst mehr als 15.000 Verdachtsanzeigen auf die neu aufgenommenen Erkrankungen.

Noch liegt keine Zahl über anerkannte Berufskrankheiten vor. Bei der Teilgruppe der Fälle, die zu einer erstmaligen Entschädigung führten, ist ein Anstieg von 8,4 Prozent zu verzeichnen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/0066


Informationsstand: 20.04.1995

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