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Bibliographische Angaben zur Publikation

Formalierte Belastungsanalyse im Berufskrankheitenverfahren der bandscheibenbedingten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule


Autor/in:

Mai, O.; Schenkel, W.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 1996, Heft 9, Seite 604-607, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

1996



Abstract:


Ein Ausschuss aus Ingenieuren und Arbeitsmedizinern legte die Kriterien fest, die der Belastungsanalyse zugrunde gelegt werden sollten und die den Aufbau der Belastungsanalyse formalisieren.

Im Merklatt des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung wurden bei den in der Liste zur BeKV genannten Kriterien einige Aspekte offen gelassen, welche in der praktischen Anwendung durch zusätzliche Festlegungen ergänzt werden müssen. Zu diesen Kriterien gehört u.a. auch die Langjährigkeit, was länger als 10 Jahre bedeutet. Hierzu wurde bei epidemiologischen Untersuchungen eindeutig festgestellt, dass bei mehr als 10-jähriger Belastung durch schweres Heben und Tragen die Lendenwirbesäule deutlich stärker verschlissen ist als ohne eine solche Belastung. Bei der Post hat man sich auf 1.800 Std. pro Jahr (10 Jahre = 18.000 Stunden) geeinigt.

Betrachtet man in diesem Zusammenhang die Teilzeitarbeit, so führt diese zwangsläufig zu einer kürzeren täglichen Belastung, wobei möglicherweise die längere Erholungszeit zu einer eventuellen Regenerationsphase der Lendenwirbelsäule führt. Insofern wäre eine Teilarbeitszeit weniger belastend. Nach Auffassung der Verfasser gibt es keinen wissenschaftlich vertretbaren Grund, die Voll- und Teilzeitbeschäftigten unterschiedlich zu bewerten. Betrachtet man in diesem Zusammenhang den Begriff 'schwere Lasten', deren Heben und Tragen mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, so muss man auch erkennen, dass es keine allgemein gültigen wissenschaftlich begründeten Richtwerte für die Kausalitätsbeurteilung gibt. Um dieser Misere zu entgehen, haben die Verfasser für ihren Tätigkeitsbereich die festgelegten Grenzlasten für die Belastungsanalyse verwendet und zwar für körpernahes Tragen.Für körperfernes Heben und Tragen und Verwendung des Hebelgesetzes wurden Grenzlasten berechnet. Der Begriff 'regelmäßig' wurde von den Verfassern mit dem Begriff 'häufig' gleichgesetzt, der ein Heben von 25 mal pro Schicht enthält.

Mit der Belastungsanalyse wird nur die Belastung der Lendenwirbelsäule ermittelt. Es wird zunächst die gesamte Arbeitsvorgeschichte festgestellt, dann werden die Lastgewichte während der einzelnen versicherten Tätigkeiten ermittelt, wobei auch festgestellt wird, ob die Lastgewichte regelmäßig oder gelegentlich gehoben oder getragen wurden und ob dies körpernah oder körperfern erfolgte. Die relevanten Tätigkeiten werden in Stunden berechnet. Für die formalisierte Belastungsanalyse stehen den beteiligten Technischen Aufsichtsbeamten ein einheitliches Formblatt zur Verfügung. Die formalisierte Belastungsanalyse garantiert den Versicherten im BK-Verfahren eine einzelfallbezogene Beurteilung.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/0063


Informationsstand: 22.05.1998

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